Bruckmühler First Responder dürfen  ausrücken, Corona und Versicherung hatten sie ausgebremst

Motiviert, engagiert und professionell: Die Bruckmühler First-Responder-Einsatzkräfte – hier mit Max Schuppener (links) und Bernd Rössler – dürfen nach der angeordneten Zwangspause mit ihrem RK 79/1 ab heute wieder in den 24/7-Erste-Hilfe-Dienst vor Ort. Neuwirth

Seit Wochen dürfen die Ersthelfer der Feuerwehr Bruckmühl nicht mehr ausrücken. Der Katastrophenschutzstab des Landkreises Rosenheim hatte die Einsätze der ehrenamtlichen Helfer aufgrund der Corona-Krise untersagt. Jetzt wechseln sie aus dem Standby-Modus wieder in die „24/7 Alarmbereitschaft“.

Bruckmühl – „Endlich können wir wieder unsere Einsatzeinkleidung anziehen, unser Einsatzfahrzeug in der Garage startklar machen und professionelle Erste-Hilfe leisten, wenn Not an der Frau, am Mann oder am Kind ist“, bringt Bruckmühls First-Responder-Einsatzleiter Florian Kusterer die Gefühlslage seines Teams auf den Punkt.

Ab dem 30. Mai ist „RK Bruckmühl 79/1“ wieder in „24/7 Alarmbereitschaft“. Und dann rücken die Helfer ein erstes Mal von ihrem neuen Stützpunkt im BRK-Gebäude am Krankenhausweg aus.

Wochenlang „an die Kette gelegt“

Seit Ausbruch der Corona-Pandemie wurden alle Teams der First Responder (FR) vom Katastrophenschutzstab des Landkreises Rosenheim aus versicherungsrechtlichen Maßgaben und Infektionsschutzgründen „an die Kette gelegt“.

„Das ist schon eine harte Nummer, wenn du in deinem neuen BRK-Domizil sitzt und zur Untätigkeit verdammt bist“, blickt Kusterer auf die Zeit des Nichtstuns zurück. Mitte Mai kam nun von Kreisbrandrat Richard Schrank die lang ersehnte und erlösende Nachricht: „Aufgrund der gesunkenen Corona-Fallzahlen im Landkreis können die FR-Teams ab dem 30. Mai wieder ihren ehrenamtlichen Dienst aufnehmen.“

Die Entscheidung fiel laut dem Kreisbrandrat in engen Absprachen mit Rettungsdiensten, Feuerwehren, der Wasserwacht und der Bergrettung. „Sollte sich der Trend der Pandemie-Lage aber wieder umkehren, muss darauf entsprechend reagiert werden“, erklärte der Rosenheimer Feuerwehrchef.

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Wie eminent wichtig die Bruckmühler First Responder-Crew ist, beweist ein Blick in die Einsatz-Jahresstatistiken. So wurde am 15. Dezember des vergangenen Jahres erstmals in der 22-jährigen FR-Geschichte die Schallmauer von 600 Einsätzen geknackt. Dazu merkt der Vorsitzende des FR-Fördervereins Reinhard Geigerseder an: „Diese Einsatzzahl macht uns stolz, gleichzeitig aber auch nachdenklich, denn jedes Mal, wenn wir gerufen werden, handelt es sich um einen Notfall, bei dem es um Leib oder Leben gehen kann.“

Von Null auf 24/7-Alarmbereitschaft

Ab Samstag gehen die Bruckmühler Ersthelfer wieder wie gewohnt engagiert, bis in die Haarspitzen motiviert und hoch professionell ihre ehrenamtliche Tätigkeit zum Wohle der Bruckmühler als Erste im Altlandkreis Bad Aibling an und übernehmen damit eine Art Vorreiterrolle.

Dabei starten sie versuchsweise mit dem 24/7-Einsatz-Zeiten-Modell, also mit einer Einsatzbereitschaft von 24 Stunden an sieben Tagen. „Wir werden in der Anfangszeit nur zu Notarzteinsätzen der obersten Dringlichkeit gerufen. Damit wird das Einsatzniveau deutlich geringer sein, als wir es gewohnt sind“, beschreibt Florian Kusterer das bevorstehende Szenario. In dem Zusammenhang betont er, dass das Bruckmühler FR-Team nicht zu „Corona-Positiv-Einsätzen“ hinzugezogen wird: „Dies ist definitiv nicht unser Job.“

Besondere Einsatzzeit beginnt heute

Die Einsatz-Maximelautet: Die eigene Gesundheit geht vor, Handeln mit gesunden Menschenverstand. Um diese auch zielgerichtet bei den Notfällen umsetzen zu können, fand in der neuen BRK-Heimat am Krankenhausweg zum „Anpfiff der neuen Einsatzzeit unter besonderen Voraussetzungen“ eine Intensiv-Informationsveranstaltung zum „FR-Dienst mit verstärkten Hygienemaßnahmen“ statt.

Maxi Weiß, BRK-Bereitschaftsleiter, informierte über den aktuellen Sachstand zu den Themenbereichen Dienstablauf, Bereitschaftszeiten, Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen. Am Ende der Veranstaltung brachte FR-Leiter Kusterer die Einsatz-Philosophie noch einmal auf den Punkt: „Jeder Einsatz, den wir nicht fahren müssen, ist der beste.“

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