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KREISBRANDINSPEKTOR SPRICHT VON EINEM „KAMPF“

Bruckmühler Feuerwehr fordert mehr Angebote für Aus- und Weiterbildung

Ihre neuen Uniform-Ärmelabzeichen präsentieren in Anwesenheit von Kommandant Thomas Kamke die Kameraden Florian Kielblock, Matthias Stuckenberger, Christian Neiber und Benjamin Kästner (von links).
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Ihre neuen Uniform-Ärmelabzeichen präsentieren in Anwesenheit von Kommandant Thomas Kamke die Kameraden Florian Kielblock, Matthias Stuckenberger, Christian Neiber und Benjamin Kästner (von links).

Die Corona-Pandemie hat bei den Bruckmühler Feuerwehrlern in den zurückliegenden 15 Monaten deutliche Spuren hinterlassen. Nicht was Motivation, Engagement und Einsatzstatistik betrifft, sondern den Mangel an qualifizierten Aus- und Fortbildungsmaßnahmen. Doch noch immer gibt nicht ausreichend Angebote.

Bruckmühl – Letztere sind für das sichere Handling der unterschiedlichsten Einsatzlagen mit wechselnder Gefährdung von großer Bedeutung. Zudem haderten die Floriansjünger auch mit den fehlenden sozialen und gesellschaftlichen Kontakten als Grundlage für das vertrauensvolle Miteinander in „brenzligen“ Situationen. Diese Kernbotschaften zogen sich wie ein roter Faden durch die Jahreshauptversammlung der Bruckmühler Feuerwehr.

Vereinsvorsitzender Marinus Rumpel begrüßte neben Bürgermeister Richard Richter und Alt-Bürgermeister Franz Heinritzi auch den gemeindlichen Feuerwehrreferenten Andreas Riedel und Kreisbrandinspektor (KBI) Max Goldbrunner.

Feuerwehr trotzt der Corona-Krise

„Mit der Hoffnung, auf baldige Normalität haben wir ein surreales Jahr überstanden“, leitete Erster Kommandant Thomas Kamke seinen Jahresrückblick ein. Bei den Einsätzen fiel auf, dass die Gesamtzahl des Jahres 2020 fast auf dem identischen Niveau des Vorjahres liegt. Den Schwerpunkt bildeten mit gut 45 Prozent technische Hilfeleistungen wie Ölspurbeseitigungen, Verkehrsunfälle, Hochwasser und Überschwemmungssituationen sowie Wohnungsöffnungen.

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Mit knapp neun Prozent schlugen Brandeinsätze zu Buche. Ein nicht unbedeutender Anteil entfiel aber auch auf Fehlalarme (15 Prozent). Knapp fünf Prozent des Einsatzspektrums betrafen Einsätze mit ABC-Gefahrstoffen wie angebohrte Gasleitungen. Auffällig sei dabei nach Kamkes Aussagen, dass die Bruckmühler Feuerwehr bei den Alarmierungen immer mehr zum Erste-Hilfe-Team werde.

In der Monatsübersicht fielen der April, August und Oktober als besonders einsatzintensiv auf. Im Zehn-Jahres-Vergleich bestätigte sich der insgesamt leichte Aufwärtstrend des Einsatzgeschehens. Positiv bewerte der Kommandant die Reinigung der Einsatzkleidung in Eigenregie.

Sorge um den Zusammenhalt

Als unbefriedigend beschrieb er die Situation in der Aus- und Fortbildung. „Zum einen ist es problematisch, eigene Maßnahmen durchzuführen. Bei externen Veranstaltungen ist es zudem schwierig, an Aus- und Fortbildungsplätze überhaupt zu kommen, und wenn es dann soweit ist, werden sie teils ersatzlos gestrichen“, zeigte sich Kamke in Richtung des anwesenden KBI sichtlich zerknirscht.

Bei seinem abschließenden Ausblick brachte er seine Hoffnung zum Ausdruck, dass das Gemeinschaftsgefüge durch die Corona-Beschränkungen keinen spürbaren Schaden erfahren hat. „Für das gegenseitige Vertrauen in Extremsituationen ist das Miteinander, dazu gehören auch gesellige Aktivitäten, ein unbedingtes Muss“, verdeutliche der Kommandant.

Wichtig: Zuerst Eigensicherung, dann Hilfeleistung

Philipp Pousset präsentierte den Anwesenden eine solide Finanzsituation der Bruckmühler Wehr mit einem kleinen Plus zum Jahresende. Bürgermeister Richard Richter attestierte der Bruckmühler Wehr trotz allen negativen Einflüsse von außen einen hohen Ausbildungsstandard: „Hier herrscht ein blindes Verständnis unter allen Kameraden.“

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Feuerwehrreferent Andreas Riedl brachte seine Sichtweise auf die zurückliegende Zeit kurz und knapp auf den Punkt: „106 Tage ohne Übungsbetrieb, 6360 Stunden ohne Teamaktivitäten, 38.100 Minuten ohne Kameradschaft, das ist schon eine harte Nummer.“ Lobend erwähnte er die Social-Media-Aktivitäten der Bruckmühler Floriansjünger.

Kreisbrandinspektor Max Goldbrunner bezeichnete das brisante Thema „Aus- und Fortbildung“ als „einen großen Kampf“. Um die erkannten und coronabedingten Defizite minimieren zu können, stehe man bereits auf Landkreisebene im engen Kontakt mit den maßgeblichen Stellen der Staatsregierung. Im Zusammenhang mit der Hochwasser-Katastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz ermahnte er seine Bruckmühler Feuerwehrkameraden, was in allen Einsatzsituationen besonders wichtig ist: „Zuerst kommt die Eigensicherung und dann die Hilfeleistung. Passt auf euch auf und kommt von den Einsätzen wieder gesund heim.“

Auszeichnung für aktive Jahre

Zum Ende der Jahreshauptversammlung nahmen Rumpel und Kamke noch einige Ehrungen vor. Für zehn Jahre aktiven Feuerwehrdienst wurden Benjamin Kästner, Florian Kielblock und Martin Nickel ausgezeichnet. Für 20 Jahre erhielten Benjamin Poleske und Matthias Stuckenberger, für 25 Jahre Peter Gründer sowie Michael Hinz Urkunden. Christian Neiber wurde für 30 Jahre ausgezeichnet.

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