Bruckmühl wird „grüner“ – Neubau am Rübezahlweg mit Photovoltaikanlage und Wärmepumpe

Das Kellergeschoss des Gebäudes am Rübezahlweg 13 ist fertig. Im August beginnt der dreistöckige Holzbau.
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Das Kellergeschoss des Gebäudes am Rübezahlweg 13 ist fertig. Im August beginnt der dreistöckige Holzbau.

Eine Photovoltaikanlage mit einer Jahresleistung von circa 26000 Kilowattstunden Sonnenenergie soll auf dem Dach des sozialen Wohnprojektes am Rübezahlweg 13 entstehen. Das hat der Marktausschuss der Marktgemeinde Bruckmühl in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen.

Von Kathrin Gerlach

Bruckmühl – Die Kosten belaufen sich auf 86 500 Euro. In etwa 20 Jahren könne sich die Anlage amortisieren, so die Berechnungen des beauftragten Elektroplanungsbüros.

Bohrungen für Wärmepumpe

Die Arbeiten am Rübezahlweg schreiten voran. Das Kellergeschoss ist erstellt. „In der kommenden Woche finden Bohrarbeiten für die Grundwasserwärmepumpe statt“, informiert Projektleiter Albert Dembinski.

Danach beginnen die Arbeiten am dreistöckigen Holzbau. Schon Ende August soll das Dach dicht, spätestens am 18. September eingedeckt sein. Höchste Zeit also, die Installation der Photovoltaikanlage auszuschreiben. Dafür stellte der Marktausschuss der Marktgemeinde Bruckmühl nun die Weichen. „Ich hoffe, dass auch wirklich Angebote eingehen“, sagt Dembinski, denn die Auftragsbücher der Handwerksbetriebe seien gut gefüllt.

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Der Auftrag der Marktgemeinde Bruckmühl hat ein Volumen von 86 000 Euro. Darin enthalten sind neben der PV-Anlage mit 81 Modulen und zwei Wechselrichtern unter anderem auch Modulstützen, Montageschienen, Absturzsicherungen und Schneefänge.

Die Statik des Dachstuhles lasse eine Photovoltaikanlage zu, versichert der Projektleiter. Ihre Installation sei für November geplant. Etwa 70 Prozent der erzeugten Energie der PV-Anlage wird ins öffentliche Netz eingespeist. Die Netzverträglichkeit wurde geprüft.

Den vermuteten Eigenverbrauch im Haus mit 17 Mietparteien beziffern die Planer auf circa 30 Prozent. Die PV-Anlage wird mit der Grundwasserwärmepumpe gekoppelt. Dadurch kann die Sonnenenergie tagsüber in Heizungsenergie umgewandelt und nachts über Speicher gepuffert werden. Gleichzeitig nutzt die Grundwasserwärmepumpe die thermische Energie des Grundwassers für Heizung und Warmwasserbereitung.

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Marktgemeinderat Josef Staudt (SPD/PU), der mit seinem Elektrobetrieb selbst Photovoltaikanlagen installiert, prophezeite, dass sich die Anlage schneller amortisieren werde, da auf dem Süddach des Gebäudes ein weitaus höherer spezifischer Ertrag als die avisierten 900 Kilowattstunden pro KilowattPeak erreicht werden könnte. Staudt geht von etwa 1100 kWh/kWp aus.

Er riet aus Erfahrung auch dazu, nur einen Wechselrichter einzubauen. Allerdings haben die Planer bewusst zwei davon vorgesehen, um mögliche Ausfälle zu kompensieren.

Nachgefragt wurde auch, ob die Module aus chinesischer Produktion kämen. Dazu erklärte der Planer, dass eine Ausschreibung produktneutral erfolgen müsse und der Anbieter die Module selbst aussuche. Auf ein „Made in Germany“ könne der Gemeinderat keinen Einfluss nehmen.

Auf Nachfrage von Stefan Mager (Grüne) wurde erläutert, dass keine Vergrößerung der Photovoltaikanlage und auch kein Stromspeicher geplant seien, da das Lastverhalten des Hauses noch nicht abgeschätzt werden könne.

Hubert Maier (CSU/PW) meinte, dass sich die Anlage nicht wirklich gut rechne, sie der Umwelt zuliebe aber gebaut werden solle. Dem stimmten alle Räte mit einem einstimmigen Beschluss von 11:0 zu.

Schon im Mai kommenden Jahres soll das Gebäude am Rübezahlweg seiner Bestimmung übergeben werden.

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