Bruckmühl verbessert Wasserleitungsnetz – Bohrungen unter der Mangfall

Die Verbindung zum Wasserleitungsnetz wurde in der Sudetenstraße hergestellt. Baumann

Eine neue Wasserleitung unter der Mangfall hindurch wurde jetzt im Ortsteil Hinrichssegen verlegt. Sie dient zur Verbesserung der Trinkwasserversorgung in der Marktgemeinde Bruckmühl. Wie unter dem Fluss Leitungen verlegt werden können, erfahren Sie hier.

Von Johann Baumann

Bruckmühl – „Das Bruckmühler Trinkwasser wird über den Hochbehälter in Mittenkirchen in das Gemeindegebiet nördlich der Mangfall verteilt. Dabei unterquert das Leitungsnetz die Mangfall auf Höhe des Mangfallsteges in der Sudetenstraße und auf Höhe der Firma Fritzmeier“, erläuterte Ruth Url vom gemeindlichen Bauamt und ergänzt: „Im Falle, dass einer der beiden Düker ausfällt, kann die Trinkwasserversorgung nördlich der Mangfall nicht mehr gewährleistet werden.“

Horizontales Spülbohrverfahren

Daher wurde im Bereich des Friedhofes Hinrichssegen ein neuer Düker gebaut, da hier zum einen südlich der Mangfall die Trinkwassertransportleitung verläuft und sich zum anderen die benötigten Flächen im Eigentum der Gemeinde sind. Außerdem befindet sich die geplante Trasse mittig der beiden bestehenden Düker.

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Die Verlegung der neuen Wasserleitung unter dem Flussbett der Mangfall erfolgte im sogenannten Horizontalspülbohrverfahren. Damit können Rohrleitungen verlegt werden, ohne dafür einen Graben ausheben zu müssen.

Unterirdische Känale ersetzen Graben

Das Spülbohrgerät bohrt einen unterirdischen Kanal, füllt ihn mit einem mörtelartigen Wasser-Bentonit-Gemisch und führt darin das gebohrte Material wieder in die Anlage am Ufer zurück. Dort werden die Grobanteile in einem Recycling-Verfahren getrennt und das Gemisch wiederverwendet.

Nach der Pilotbohrung wird der Bohrkanal in zwei weiteren Bohrungen mit einem jeweils größeren Bohrkopf aufgeweitet. „Das Wasserleitungsrohr hat einen Durchmesser von 250 Millimetern. Der Bohrkanal ist um etwa 30 Prozent größer“, erklärt Daniel Meindl, verantwortlicher Bauleiter des ausführenden Spezialunternehmens Josef Rädlinger aus Cham in der Oberpfalz.

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Die Anlage vor Ort besteht aus dem Versorgungsfahrzeug, welches das Gemisch erzeugt, dem Spülbohrgerät und der Recyclinganlage. Die Länge der Bohrstrecke, die vom Friedhof Hinrichssegen in südlicher Richtung circa vier Meter unter dem Flussbett verläuft, beträgt rund 180 Meter. „Dieser neue Düker ist als drittes Standbein für uns sehr wichtig, weil die beiden vorhandenen schon über 40 Jahre alt sind“, betont der Leiter des Bruckmühler Wasserwerks Moritz Pröckl.

Auch die etwa 100 Meter lange Verbindungsleitung vom Leitungsnetz südlich der Mangfall zum Düker wurde mittels Horizontalspülbohrverfahren erstellt, da dadurch eine entsprechend lange Aufgrabung vermieden wird.

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