Bruckmühl und Tuntenhausen: Mangfall bleibt ruhig, Bäche fluten Straßen und Grundstücke

  • vonKathrin Gerlach
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Auch wenn die Mangfall wie eine tobende Walze durch das Mangfalltal donnert. Sie ist nicht das Problem. In den Gemeinden Bruckmühl und Tuntenhausen waren es vor allem die kleinen Bäche, die sich in reißende Flüsse verwandelten, Wiesen, Straßen und Keller überfluteten. Die Feuerwehren waren im Dauereinsatz.

Bruckmühl/Tuntenhausen – Bis in den Abend kämpften die Feuerwehren in der Gemeinde Tuntenhausen gestern gegen das Hochwasser. Vor allem die Moosach sorgte für massive Probleme. In Thal mussten die Hohenthanner Kameraden die Mühle und das angrenzende Wohnhaus mit Sandsäcken sichern und die Keller auspumpen.

An der Mangfall bei Götting mussten die Radwege gesperrt werden, da die Mangfall hier über die Ufer stieg. Gerlach

Sie wurden seit Montagabend aber gleichzeitig aufgrund vollgelaufener Keller im Hohenthanner Bereich zur zahlreichen gerufen. „In dieser Nacht gab es keine Pumpen mehr. Wir konnten leider nicht allen helfen“, bilanziert Kommandant Josef Feichtner den 14-stündigen Einsatz. Auch den Schönauer bereitete der Dauerregen einen Dauereinsatz. Hier war es vor allem das Oberflächenwasser, das sich auf Feldern und Wiesen gesammelt hatte und in die Keller floss.

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Staatsstraße in Weiching gesperrt

Die Moosach sorgte auch in Weiching für überflutete Straßen und Wiesen. Da hier die Überflutung der Behelfsbrücke drohte, wurde die Staatsstraße 2080 vorsorglich gesperrt.

Land unter in Weiching in der Gemeinde Tuntenhausen: Die Staatsstraße musste gesperrt werden.

Die Wiesen rund um den Ort glichen einer Wasserlandschaft. An der Baustelle zur Behelfsbücke mussten Baucontainer mit Kränen geborgen werden.

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Bis in den späten Nachmittag versuchten die Ostermünchener Kameraden einen überfluteten Bauernhof zu retten. „Wir haben hier vor allem Probleme im Bereich Moosmühle“, informierte Bürgermeister Georg Weigl am späten Nachmittag, als er dorthin unterwegs war.

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„An der Moosach ist die Situation am prekärsten“, bilanzierte er das Hochwassergeschehen in der Gemeinde. Noch am Nachmittag stieg ihr Wasserpegel im Bereich Moosmühle.

Beyharting von zwei Seiten eingekesselt

Gleich von zwei Seiten kroch das Hochwasser aus Braunau und Glonn auf Beyharting zu. Während die Wiesen rund um den Ort unter Wasser standen, blieb die Ortschaft verschont. „Hier mussten nur zwei Keller ausgepumpt werden“, informiert Kommandant Florian Huber, der mit seiner Wehr in die Nachbarorte eilte. „Schönau und Hohenthann waren schlimmer betroffen. Wir waren von 1 bis 12 Uhr in Biberg im Einsatz, um zu verhindern, dass die Keller volllaufen“, so Huber.

Die Wiesen rund um Beyharting gleichen einer Wasserlandschaft. Glonn und Braunau breiteten sich von beiden Seiten auf den Ort zu aus. Stache

Durch die Marktgemeinde Bruckmühl donnerte die Mangfall gestern wie eine tobende Walze. Teilweise schluckte sie die angrenzenden Radwege, doch über den Damm kam sie nicht. Die Feuerwehren in Waith und Götting sicherten den Mangfalldamm. Auch die Einsatzleitung in Bruckmühl fuhr hier regelmäßige Kontrollen.

Mangfalldamm hält Hochwasserwalze aus

„Unsere Deiche wurden erst komplett saniert, die halten stand, für Bruckmühl sehe ich von der Mangfall aus keine Gefahr“, versicherte Kreisbrandmeister Werner Meier-Matheke. Auch in der Marktgemeinde waren es gestern vor allem die kleineren Gewässer, die den Feuerwehren Sorgen bereiteten.

Wildwasser an der Mangfallbrücke in Bruckmühl. Die Feuerwehr kontrollierte die Dämme.

So führte der erste Einsatz gegen 1.30 Uhr an den Berghamer Bach. Hier wurden Verklausungen entfernt, damit das Wasser wieder abfließen konnte.

Auch der Hainerbach wurde kritisch beobachtet und vorsorglich mit Sandbarrieren gesichert.

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In Kirchdorf halfen die Kameraden aus der Nachbargemeinde schon am Morgen dabei, den Kirchdorfer Bach mit Sandsäcken im Zaum zu halten. Auch der Moosbach trat über seine Ufer und dehnte sich auf den Wiesen in Weihenlinden und Högling aus. Die Feuerwehr sperrte in diesem bereich vorsorglich Brücken.

Ab Bruckmühl musste gestern auch die Staatsstraße 2078 gesperrt werden, da im wenige Kilometer entfernten Ort Ast die Straße überflutet war. Fast alle Bruckmühler Ortswehren waren im Einsatz, doch die „Lage in unserer Gemeinde war in keinem Moment dramatisch“, bilanziert Meier-Matheke den Einsatz.

Die Leitzach führt viel Treibholz mit. Zum Glück konnte der Treibholzrechen bei Feldolling das meiste auffangen.

Ähnlich schätzt es der Bruckmühler BRK-Bereitschaftsleiter Maximilian Weiß ein: „Verletzte gab es durch das Hochwasser zum Glück nicht, allerdings sorgten die vielen gesperrten Straßen im Gemeindebereich bei uns für längere Anfahrtswege.“

Abgeschnitten:ein Privatgrundstück am Lauser Weiher in der Gemeinde Fedlkirchen-Westerham. Merk Das Mangfallwehr in Vagen: ein tobender Fluss scheint über die Ufer treten zu wollen.

Rubriklistenbild: © Schmuck

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