GEMEINSAM ANBAUEN UND ERNTEN

Zwei Bruckmühler gründen die solidarische Landwirtschaft „Auwald-SoLawi“

Ein beherztes Öko-Projekt wollen Martin Kast und Hans Niedermeier (von links) aus der Taufe heben. Jetzt fehlen nur noch ein paar engagierte Mitstreiter.
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Ein beherztes Öko-Projekt wollen Martin Kast und Hans Niedermeier (von links) aus der Taufe heben. Jetzt fehlen nur noch ein paar engagierte Mitstreiter.
  • vonThorsten Neuwirth
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In der Erntesaison soll es für jeden ein gesundes Gemüsekistl geben. Zuvor aber muss angebaut, gehegt und geerntet werden. Die beiden Bruckmühler Martin Kast und Hans Niedermeier wollen eine solidarische Landwirtschaft gründen und suchen dafür Mitstreiter.

Bruckmühl – Den beiden „gstandnen Bruckmühlern“ liegt schon seit Jahren ein respektvoller Umgang mit Tieren, der Natur und der Umwelt am Herzen. Das leben die beiden in ihrem privaten und beruflichen Alltag – soweit es möglich ist – aus. Jetzt möchten sie mit Gleichgesinnten ein wegweisendes Öko-Projekt anpacken und mit idealistischem Engagement umsetzen: die Gründung einer solidarischen Landwirtschaft mit Schwerpunkt Gemüseanbau unter dem Namen „Auwald-SoLawi“.

Mit Gemüse selbst versorgen

„Die Eigen-Versorgung mit gesunden Nahrungsmitteln gewinnt immer mehr an Bedeutung, und aus dieser Überzeugung heraus wollen wir quasi vor unserer eigenen Haustür dieses Thema aktiv umsetzen“, bringt Niedermeier die Beweggründe für das Projekt auf den Punkt. So sollen auf einer 2200 Quadratmeter großen Bewirtschaftungsfläche an der Otto-von-Steinbeiß-Straße – in der Nähe der Neenah-Gessner-Papierfabrik – in Eigenregie unter ökologischen Gesichtspunkten saisonale und regionale Nahrungsmittel (nur samenechte Sorten) in Handarbeit, ohne Verwendung von chemischen oder synthetischen Dünge- und Spritzmitteln in der Gemeinschaft angebaut und geerntet werden.

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Für diese interessante und sicherlich auch herausfordernde Arbeit sucht das Duo nun noch Gleichgesinnte – egal ob Frau oder Mann, Jung oder Alt, Anwältin oder Schichtarbeiter. „Je bunter die Gemeinschaft wird, umso besser. Wir freuen uns über Jede und Jeden, die Lust und Leidenschaft für diese gute Sache mitbringen“, freut sich Kast auf die ersten Kontakte.

Schön wäre es, wenn sich dafür auch Interessenten mit fachlichem Hintergrund aus den Bereichen Gärtnerei oder Gemüseanbau begeistern könnten. „Alle, die mit anpacken wollen, sind bei uns willkommen“, ergänzt der Sonnenwiechser Holztechniker Niedermeier.

Ist der Frost aus dem Boden, geht’s los

Wichtig ist den beiden Bruckmühlern bei ihrem Projekt auch ein Fakt: „Wir sind keine durchgeknallten Öko-Freaks, die irgendein besonderes Ding drehen und sich damit wichtig machen wollen. Uns geht es einzig um die natürliche Sache und einen solidarischen Grundgedanken.“

Sobald es die Witterung zulässt, soll der Startschuss zum Öko-Projekt erfolgen. Ein 80 Quadratmeter großer Gemüsetunnel ist schon aufgestellt. Ein kleiner Traktor, allgemeines Werkzeug und ein erster kleiner finanzieller Grundstock stehen bereit. Interessenten können sich unter der E-Mail Auwald-SoLawi@gmx.de oder unter der 01 51/56 18 78 73 jederzeit an die Initiatoren wenden.

Drei Fragen an Martin Kast und Hans Niedermeier

Wie funktioniert eine solidarische Landwirtschaft?

Martin Kast und Hand Niedereier:Grundvoraussetzung ist natürlich, ein gemeinsamen Ziel zu verfolgen, an dessen Umsetzung sich alle aktiv beteiligen. Wichtig ist uns, das Ganze ohne ein großes Vertragswerk mit vielen Regulativen umzusetzen. Man braucht sicher auch zwei bis drei Leute, die sich gegen ein Entgelt dem Projekt in besonderem Maße annehmen. Top wäre es, wenn wir dafür jemanden finden würden, der Fachwissen mitbringt, um beispielsweise Anbaupläne und Fruchtfolgen zu erarbeiten.

Mit welchen Kosten muss man rechnen?

Martin Kast und Hand Niedereier:Ohne ein Finanz-Budget lässt sich so ein Projekt nicht stemmen, das ist klar. Wir denken an eine Art Monatsbeitrag, den die Beteiligten entrichten.

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Wie wird die Arbeit eingeteilt?

Martin Kast und Hand Niedereier:Das gemeinschaftliche Erlebnis steht für uns ganz klar an erster Stelle. Wir wollen ja etwas gemeinsam bewegen. Dabei kann sich jeder nach seinen persönlichen Fähigkeiten, Fertigkeiten und Freizeitmöglichkeiten einbringen. Klar ist auch, dass es Jahreszeiten mit intensiven Arbeitsumfängen und welche mit geringeren gibt. Wir glauben aber, dass sich das im Laufe der Zeit gut einpegeln wird.

Wie wird die Ernte aufgeteilt?

Martin Kast und Hand Niedereier:Im Vordergrund steht der saisonale Anbau. In Erntezeiten erhält jedes Projektmitglied wöchentlich ein Gemüsekistl, dessen Inhalt sich natürlich nach dem saisonalen Angebot und dem Ertrag richtet.

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