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Schulleiter wollen „Anpassung“ ignorieren

„Katastrophaler Unsinn“ - Bruckmühler Schulleiter kritisiert Quarantäne-Bestimmung scharf

Kritisiert die Vorgehensweise als bürokratisch.: Schulleiter Walter Baier aus Bruckmühl.
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Kritisiert die Vorgehensweise als bürokratisch.: Schulleiter Walter Baier aus Bruckmühl.

Eine Anpassung der Quarantäne-Regel für Schulen sorgt für hitzige Diskussionen. Warum der Chef der Bayerischen Direktorenvereinigung, Walter Baier aus Bruckmühl, diese nicht umsetzen will.

München/Bruckmühl – „Gut gemeint, aber de facto katastrophaler Unsinn“ – der Chef der Bayerischen Direktorenvereinigung, Walter Baier aus Bruckmühl, kritisiert scharf eine neue Quarantäne-Bestimmung des bayerischen Kultusministeriums.

In einem Schreiben hat der Amtsleiter des Ministeriums, Stefan Graf, vergangene Woche eine „Anpassung“ der Quarantäne-Regelung angeordnet. Demnach sind im Fall eines positiv getesteten Schülers nicht mehr die Schulleiter, sondern die Gesundheitsämter für eine Quarantäne-Anordnung zuständig.

Schulleiter sollen Kontaktpersonen an Gesundheitsamt melden

Die Schulleiter sollen enge Kontaktpersonen, Banknachbarn etwa, des betroffenen Schülers mit Name und Adresse an das Gesundheitsamt melden und auf Antwort warten. Das indes kann dauern – die Ämter sind überlastet. Bis dahin bleiben die Kontaktpersonen in der Schule. Das gilt selbst dann, wenn in einer Klasse mehrere positive Fälle auftreten und man von einem „Ausbruchsgeschehen“ sprechen muss.

Wörtlich heißt es in dem Schreiben vom 20. Januar: „Bis zu einer möglichen Quarantäneanordnung durch das Gesundheitsamt besuchen die übrigen Schülerinnen und Schüler der Klasse weiter den Unterricht. Nach einem Infektionsfall wird sicherheitshalber die Häufigkeit der Testungen in der Klasse erhöht.“ Falls Luftfilteranlagen im Klassenraum vorhanden seien, könne eventuell auf Quarantäne ganz verzichtet werden (wir berichteten) – auch darüber entscheide aber das Amt.

Baier kritisiert die Vorgehensweise als bürokratisch

Baier kritisiert die Vorgehensweise als bürokratisch. „Unser Gesundheitsamt hat uns gleich geschrieben, dass es das ganz sicher nicht umsetzen wird.“ Von anderen Schulen habe er Ähnliches gehört. An einigen Schulen wurden nach Informationen unserer Zeitung aufgrund mehrerer Positiv-Fälle schon ganze Klassen auf Distanzunterricht umgestellt – auf die offizielle Erlaubnis des Gesundheitsamts hat man lieber nicht gewartet.

Vermutlich habe das Ministerium die Schulen entlasten wollen – aber nicht bedacht, dass es damit die Gesundheitsämter überfordere, meint Baier. „Die alte Regelung war eigentlich vernünftig, jetzt ist nur neue Unruhe entstanden.“

Baier will alte Regel beibehalten

An Baiers Schule, dem Gymnasium Bruckmühl (Kreis Rosenheim), sind derzeit zehn Schüler positiv getestet, weitere 15, zumeist Geschwister der infizierten Schüler, seien in Quarantäne. Die Zahlen steigen bayernweit. Stand gestern waren knapp fünf Prozent der Schüler – rund 80 000 Personen – Corona-bedingt nicht in der Schule: 36 800 waren positiv getestet, weitere 43 200 als Kontaktpersonen in Quarantäne.

Baier hat angekündigt, an seiner Schule indes bei der alten Regelung zu bleiben. „In den allermeisten Fällen schicken wir den positiv getesteten Schüler sofort nach Hause – mehr nicht.“

dw

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