Im Ortsteil Heufeldmühle

Bruckmühl: Rund 60 kranke Eschen gefällt – zwei Tage Sperre an der Gottlob Weiler-Straße

Von der am Mobilkran befestigten Kanzel aus schlingt Baumexperte Hubert Ronge eine Schlaufe um die Baumkrone.
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Von der am Mobilkran befestigten Kanzel aus schlingt Baumexperte Hubert Ronge eine Schlaufe um die Baumkrone.
  • vonJohann Baumann
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Auf gemeindeeigenem Waldstück in Heufeldmühlen waren zahlreiche Bäume massiv vom Eschentriebsterben befallen. Deshalb mussten sie jetzt gefällt werden.

Bruckmühl – Eine umfangreiche Baumfäll-Aktion sorgte jetzt für eine zweitägige Sperre der Gottlob Weiler-Straße an der Einmündung in die Hinrich-Pferdmenges-Straße im Ortsteil Heufeldmühle. Aus dem dort gelegenen, gemeindeeigenen Waldstück wurden rund 60 Eschen gefällt. „Die Eschen sind massiv vom Eschentriebsterben – einer schweren Baumkrankheit – befallen. Dabei sterben die Bäume von oben ab und können eines Tages unvermittelt umfallen“, erklärt Walter Führmann, im Rathaus zuständig für Natur- und Umweltschutz.

Experte arbeitet von Kanzel aus

Der Fäll-Aktion vorausgegangen war eine Ortsbesichtigung mit einem Vertreter der beim Landratsamt angesiedelten Unteren Naturschutzbehörde. Durchgeführt wurde die „moderne Holzknecht-Aktion“ vom Raublinger Baumpflege-Fachbetrieb Hubert Ronge in Zusammenarbeit mit dem Bauhof der Marktgemeinde.

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Durch das bodenschonende Fäll-Verfahren wurde der Unterwuchs des Waldstücks nicht in Mitleidenschaft gezogen. Vor dem Fällen befestigte der Baum-Experte von einer per Mobilkran hochgezogenen Kanzel aus eine Schlaufe am oberen Ende des betreffenden Baumes. Nachdem ein Mitarbeiter den Stamm knapp über dem Erdboden mit der Motorsäge abgeschnitten hatte, wurde der Baum vom Kran hochgezogen und vorsichtig auf der Straße abgelegt. Danach wurde das Geäst abgetrennt und der Stamm in Stücke geschnitten.

Bäume zur Gesunderhaltung verschnitten

Das Schnittgut wurde zu einem gemeindlichen Lagerplatz transportiert. Von dort aus wird es entweder als Brennholz oder zur Weiterverarbeitung als Hackschnitzel verkauft.

Baumexperte Hubert Ronge in der am Mobilkran befestigten „Raumkanzel“.

Im Rahmen der Maßnahmen wurden bei zahlreichen Bäumen auch „Kürzungen“ vorgenommen. Dabei wurden beispielsweise Ahornbäume zurückgeschnitten, unter anderem zur Gesunderhaltung der Bäume.

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Bei einigen der vom Eschentriebsterben befallenen Eschen wurde auf Anraten des Landratsamtes ein kurzer Stumpf zur Totholzbildung stehen gelassen. In diese „Habitatsbäume“ sollen unter anderem Vögel wie der Specht einziehen. Sollten diese Stümpfe umfallen, würden sie wegen ihrer geringen Länge keine Gefahr darstellen.

Wie die Marktgemeinde mitteilte, werden im Anschluss an die Aktion Baumpflegearbeiten vorgenommen und bei Bedarf Nachpflanzungen zur Aufwertung des übrigen Baumbestandes und des Waldgrundstückes durchgeführt.

Kritik bei Anwohnern: Auch eine Eiche musste weichen

Zu den gefällten Bäumen gehörte auch eine Eiche, deren Beseitigung bei Anwohnern Kritik hervorrief. Für die Fällung, die mit der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) abgestimmt worden war, nannte Walter Führmann mehrere Gründe. Einer ist der „Schiefstand“ des weitgehend freistehenden Baumes und die daraus resultierende Umsturzgefahr direkt an der Gottlob-Weiler-Straße. Zudem war die Wurzelsituation der Eiche problematisch.

Grundsätzlich dürfen größere Bäume nur außerhalb des Schutzzeitraums von März bis September und mit Genehmigung der UNB gefällt werden.

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