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„RSB Bob“ rollt an den Start

Robotiker mit 13 Jahren - Wie Bruckmühler Schüler die Meisterschaft Oberbayern-Ost gewinnen wollen

Bereiten sich mit Begeisterung auf die Robotik-Meisterschaft vor: (von links) Leonhard Fuchs, Benedikt Grünäugl und ihr Lehrer Andreas Ziegler.
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Bereiten sich mit Begeisterung auf die Robotik-Meisterschaft vor: (von links) Leonhard Fuchs, Benedikt Grünäugl und ihr Lehrer Andreas Ziegler.
  • Kathrin Gerlach
    VonKathrin Gerlach
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Können 13-Jährige heute schon Roboter bauen? Bruckmühler Schüler zeigen, dass es geht. Sie haben ihrem Wettkämpfer „RSB Bob“ für die Meisterschaft besonders viel Schlagkraft einprogrammiert.

Bruckmühl – Was in Mathe, Physik oder Informatik auf dem Zeugnis steht, ist zweitrangig. Entscheidend für die jungen Robotiker der Staatlichen Realschule Bruckmühl sind logisches Denken, Freude am Experimentieren und Kreativität– kurzum: geniale Ideen. Denn auch wenn in den Lego-Technikbaukästen Bauteile, Motoren, Sensoren und Bordcomputer enthalten sind: Dass aus den Elementen am Ende wirklich ein Roboter wird, liegt allein in den Händen der Jugendlichen.

Realschule vertritt Landkreis Rosenheim

Jetzt zeigen sie zum ersten Mal, was sie auf dem Kasten haben: Am Dienstag, 24. Mai, nehmen sie an der Regionalen Robotik-Meisterschaft Oberbayern-Ost teil. Die Organisation liegt in den Händen des Bruckmühler Pädagogen Andreas Ziegler: „Acht Teams – sieben Einsteiger- und ein Fortgeschritten-Team aus vier Schulen der Region Oberbayern-Ost nehmen daran teil. Den Landkreis Rosenheim vertreten nur unsere drei Bruckmühler Teams“, informiert er – nicht ganz ohne Stolz. Denn auch wenn es die Arbeitsgemeinschaft an der Realschule schon seit 2015 gibt. Richtig in Schwung gekommen ist sie nach langen Monaten des Corona-Homeschoolings erst im September wieder.

Sechs Monate für Lösung der Aufgabe

Nur wenige Monate später stehen die frisch gebackenen Robotiker schon vor ihrer ersten Herausforderung. Im November haben sie die Aufgabe für die Meisterschaft bekommen. „Der Roboter muss entlang einer schwarzen Linie fahren, einen Holzklotz als Hindernis erkennen und großräumig umfahren, zurück auf die schwarze Linie kommen und in grün markierten Felder jeweils ein Lego-Paket ablegen,“ erklärt Ziegler.

Wie der Bordcomputer programmiert wird und was er dabei beachten muss, zeigt Benedikt.

Doch wie kriegt man Lego-Bausteine dazu, das auch zu tun? Leonhard Fuchs (14) aus Feldkirchen und Benedikt Grünäugl (13) aus Großhöhenrain tüfteln gemeinsam an ihrem Roboter. Sie haben aus den Elementen eine Raupe gebaut. „Bei den Getrieben kommt es auf das Zusammenspiel der Zahnräder an, denn sie entscheiden über die Geschwindigkeit des Fahrzeuges und der Abwurfeinrichtung“, beschreibt Benedikt.

Die Raupe fährt auf Ketten. „Die mussten wir anpassen, mit roten Noppen versehen, damit die Übersetzung stimmt, der Roboter nicht durchdreht und rutscht“, erklärt Leonhard. Jetzt bauen sie an den Aufzug noch einen Förderschacht an, damit das Lego-Paket punktgenau abgelegt werden kann.

Am Computer haben sie den Bordcomputer so programmiert, dass er die Informationen aus den Abstands- und Lichtsensoren richtig verarbeitet.

Trotzdem ist ihr Roboter noch nicht perfekt, denn: „Wir müssen Geschwindigkeit und Distanz noch optimieren, die Ketten fester machen und die Abwurfweite der Pakete verkürzen“, sagt Leonhard. Benedikt erklärt, woher der Roboter weiß, wie lange er geradeaus und wann um die Kurve fahren muss: „Die Lichtsensoren sind der Knackpunkt. Manchmal sind sie zu langsam. Daher müssen wir die Strecke sekundengenau am Computer programmieren und testen, wie es funktioniert. Oder wir stoppen die ideale Zeit für eine Strecke im Versuch und bessern im Programm nach. Oder wir verändern die Größe der Zahnräder nochmal, um die Geschwindigkeit zu beeinflussen“, erklärt der 13-Jährige.

Tüfteln für das beste Ergebnis

Zwei Roboter haben sie für die Regionalmeisterschaft schon gebaut. Der erste gefiel ihnen nicht. Der zweite war mit zwei Computern und vier Motoren nicht für den Wettbewerb zugelassen, weil nur das Material aus einem Baukasten verwendet werden darf.

Nun gehen sie mit „RSB Bob“, ihrem dritten Modell, an den Start. Viel Zeit haben die beiden Tüftler nicht mehr, um ihren Roboter auf den Wettbewerb vorzubereiten, auch wenn sie freiwillig öfter in der Arbeitsgemeinschaft „trainieren“. In wenigen Tagen steht „Bob“ am Start und tritt in Geschicklichkeit, Genauigkeit und Tempo gegen sieben andere Roboter an. „Es wäre schon toll, zu gewinnen oder wenigstens Zweiter zu werden“, ist Leonhard motiviert.

Mit am Start ist auch „RSB Tanja“, das Modell von Veronika Neureither, die seit drei Jahren Robotikerin ist.

Das beste Team qualifiziert sich für bayerische Meisterschaften

„Es gibt einen Testlauf, eine Anpassungsphase und einen zweiten Lauf“, erklärt Ziegler. Die Teams mit der besten Punktzahl qualifizieren sich für die Bayerischen Robotik-Meisterschaften im Juli.

Ob die beiden Robotiker aus der Klasse 8 a ihr spannendes Hobby künftig auch zum Beruf machen wollen, wissen sie noch nicht genau. „Ich bin ganz unvoreingenommen, werde ein Praktikum im Handwerk und eines an der Grundschule machen“, sagt Leonhard. Auch Benedikt gefällt das „Handwerkliche, das Technische und an der Robotik vor allem das Kreative“.

„konstruktiv, technisch und kreativ“

Doch ganz egal, was sie später für eine Ausbildung machen werden. Eines haben sie in der Arbeitsgemeinschaft auf jeden Fall für die Zukunft gelernt: „Problemstellungen konstruktiv, technisch und kreativ zu lösen“, so ihr AG-Leiter Andreas Ziegler.

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