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Marktausschuss stimmt Kita-Standort unter „Protest“ zu

Neue Kindertagesstätte in Bruckmühl: Standort Götting nur ein Notnagel

Dieser Bereich am Sportplatz Götting ist momentan der einzige Standort in der Marktgemeinde für eine zusätzliche, dringend erforderliche Kindertageseinrichtung.
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Dieser Bereich am Sportplatz Götting ist momentan der einzige Standort in der Marktgemeinde für eine zusätzliche, dringend erforderliche Kindertageseinrichtung.
  • Kathrin Gerlach
    VonKathrin Gerlach
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Neun Kindereinrichtungen gibt es in der Marktgemeinde Bruckmühl – außerdem zwei Großtagespflegestellen. Trotzdem kann der Bedarf an Kinderkrippen- und Kindergartenplätzen nicht gedeckt werden. Für 25 Kinder gibt es aktuell keinen Platz. Lösungen sind dringend gefragt. Eine gebe es am Sportplatz in Götting.

Bruckmühl – Die Geburtenraten steigen. Zudem zieht es junge Familien in die Marktgemeinde Bruckmühl. Das Ergebnis: „Im Moment können wir 25 Kindern leider keinen Platz anbieten“, informierte Bürgermeister Richard Richter (CSU/PW) jüngst den Marktausschuss. Zudem werde mit einer weiteren deutlichen Zunahme des Bedarfs gerechnet. Zwar entstehe an der Rösnerwiese eine sechsgruppige Kindertagesstätte, doch werde diese erst im Jahr 2024 bezugsfertig sein.

2000 Quadratmeter für Kindereinrichtung

Schon im November 2019 hatte der Marktgemeinderat die gemeindlichen Grundstücke nördlich des Sportplatzes Götting – an der Ecke Schul- und Eichenstraße – als möglichen Standort für einen Kindergarten ins Auge gefasst. Nun ploppt das Thema wieder auf, da die Anmeldung für das neue Kita-Betreuungsjahr gezeigt hat, dass Plätze fehlen.

„Adhoc eine Fläche für einen Kindergarten zu finden, ist sehr schwer. Wir sollten jeglichen Zeitdruck vermeiden und diese Fläche für eine viergruppige Kindereinrichtung vorbereiten, indem wir Baurecht schaffen“, erläuterte der Bürgermeister.

Änderung des Bebauungsplans befürwortet

Dafür war eine Änderung des Bebauungsplanes für Götting-Nord erforderlich, die der Marktausschuss mit 9:2 Stimmen auch befürwortete. Allerdings mit dem sprichwörtlichen „Zähneknirschen“. Zufrieden mit der Lösung ist auch Bürgermeister Richter nicht.

Trotzdem stellten er und Thomas Brückner von der Bauverwaltung ihre Vorzüge dar: So seien die gemeindlichen Grundstücke mit 2000 Quadratmetern ausreichend groß, um ein zweigeschossiges Gebäude mit einer Größe von 16 mal 41 Metern zu errichten. Auch Platz für zwölf erforderliche Stellplätze sei vorhanden.

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Straßenmäßig werde das Grundstück über die Eichen- und Schulstraße erschlossen. Die Anbindung an die zentrale Wasserversorgung und Abwasserentsorgung sei gegeben. Zudem grenze der avisierte Bereich an den Sportplatz – ebenfalls ein gemeindliches Grundstück. Mit der Unteren Naturschutzbehörde habe bereits ein Vor-Ort-Termin stattgefunden. Diese habe der Planung unter der Bedingung zugestimmt, dass Bäume und Sträucher im Süden erhalten bleiben, was kein Problem sei.

Baurecht schaffen und weiter suchen?

Dass es auch zwei Gegenstimmen gab, lag daran, dass sich die Marktgemeinderäte ein großzügigeres Grundstück für eine Kindertageseinrichtung wünschen. Doch momentan gibt es das eben nicht. „Wir sollten das Grundstück vorbereiten und trotzdem weiter nach Alternativen suchen“, empfahl Michael Stahuber (CSU/PW). Er sieht die Vagener Au trotz der eigentumsrechtlichen Hürden noch immer als idealen Bereich für eine Kindereinrichtung an.

Auch Hubert Maier (CSU/PW) machte keinen Hehl daraus, dass ihm der Standort nicht gefällt, denn „das ist kein Platz für ein solches Vorhaben“. Richard Linke (OLB) hält Götting ebenfalls für einen Notnagel, weil es „dort zu eng ist“. „Dürften wir frei wählen, gebe es viele bessere Standorte mit mehr Sternen“, betonte Bürgermeister Richter. Doch die Gemeinde sucht schon seit Jahren nach geeigneten Grundstücken. Ohne Erfolg.

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Wo auch immer ein Grundstück perfekt erschien, standen entweder die Eigentumsverhältnisse oder die Bedenken der Nachbarn wegen des Lärms sowie des Hol- und Bring-Verkehrs im Wege. Erinnert sei an das Scheitern eines Kindergarten-Neubaus an der Troppauer Straße. Als Übergangslösung wurden die Pavillons am Haus für Kinder „Vergissmeinnicht“ in der Gottlob-Weiler-Straße errichtet, die im Handumdrehen ausgebucht waren.

Götting ist die einzige Alternative

Im November 2019 musste sich der Marktgemeinderat aus fünf Varianten mit schwer umsetzbaren oder scheinbar unmöglichen gemeindlichen Kaufinteressen für eine entscheiden: Die Wahl fiel (nichtöffentlich) mehrheitlich auf die machbarste Variante – das Grundstück in Götting. Und auch wenn dieser Standort zwei Jahre später noch immer nicht das perfekte Terrain für Kinder sein mag: Es gibt keine Alternative.

Ab 2026 werde die Situation noch schwieriger, machte der Bürgermeister klar, denn dann werde durch das Recht auf Ganztagsbetreuung auch an den Grundschulen mehr Platz gebraucht. „Deshalb sollten wir die Weichen für den Bereich in Götting auf jeden Fall stellen“, schlug Stefan Mager (Grüne) vor. Vorbereiten heiße ja nicht gleich umsetzen. Perspektivisch habe man dort damit auch eine Alternative, wenn das Schulhaus Götting der Holnstainer Grundschule zu eng werde, weil Ganztagsplätze gebraucht würden.

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Der Marktausschuss stimmte der Änderung des Bebauungsplanes für Götting-Nord zu, allerdings mit dem Zusatz, dass der Marktgemeinderat „zu gegebener Zeit“ die Entscheidung trifft, „wann eine Einrichtung mit welcher Gruppenzahl, in welcher Bauart und -qualität für einen noch nicht definierten Zeitraum“ errichtet werde.

Lange dürfte es bis zu diesem Beschluss allerdings nicht mehr dauern. In vier Monaten wird Baurecht geschaffen sein. Und so wird sich der Marktgemeinderat spätestens im September damit beschäftigen müssen, wie und wo er das Recht der Familien auf einen Kita-Platz umsetzen kann.

Per Gesetz verbriefte Rechte der Familien

• Seit dem 1. August 2013 haben Kinder ab ihrem ersten Geburtstag bis zum Schuleintritt einen Rechtsanspruch auf frühkindliche Förderung in einer Kindertageseinrichtung oder in der Kindertagespflege.

• Ab dem 1. August 2026 besteht ein Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Kinder im Grundschulalter. Er gilt zunächst für die Kinder der ersten Klassenstufe und wird in den Folgejahren um je eine Klassenstufe ausgeweitet. Das heißt: Ab 2029 muss allen Familien, die ihre Kinder in der Ganztagsschule betreuen lassen wollen, ein Angebot gemacht werden. Der Vorteil gegenüber dem Hort ist, dass die Ganztagsschule kostenlos, der Hort aber mit einem Elternbeitrag zu bezahlen ist.

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