Bruckmühl: Nach europaweiter Ausschreibung wird das Bürgerhaus ab Oktober gebaut

So soll das neue Bürger- und Kulturhaus im Frühjahr 2022 aussehen. Im Oktober beginnen dafür die Bauarbeiten. Grafik: Romstätter Architekten
+
So soll das neue Bürger- und Kulturhaus im Frühjahr 2022 aussehen. Im Oktober beginnen dafür die Bauarbeiten. Grafik: Romstätter Architekten

Der Startschuss für die nächste Etappe auf dem Weg zum neuen Bürger- und Kulturhaus ist erfolgt. Noch vor der Sommerpause beschloss der Marktgemeinderat das erste Ausschreibungspaket mit einem Volumen von etwa vier Millionen Euro einstimmig. Im Oktober beginnen die Bauarbeiten.

Von Kathrin Gerlach

Bruckmühl – Europaweit ausgeschrieben wurden bisher 63 Prozent der Bauleistungen, die zwölf Gewerke umfassen – darunter Erdarbeiten, Tief- und Hochbau, Elektroarbeiten, Heizung, Lüftung, Sanitär, Zimmerer-, Spengler- und Dachdeckerarbeiten. Die Angebote sind inzwischen eingegangen, werden gegenwärtig von den Planern geprüft und für die nichtöffentliche Sitzung des Bruckmühler Marktgemeinderates am 24. September aufbereitet. Der Rat vergibt dann voraussichtlich die Aufträge.

Anspruchsvolle Erdarbeiten beginnen

Der Abbruch der Nebengebäude ist inzwischen erfolgt (wir berichteten). Er verteuerte sich bei einem Auftragsvolumen von 108 000 um circa 21 000 Euro. Der Grund: „Der Anteil an Schadstoffen in der Abbruchsubstanz war höher als zuerst ermittelt. Er lässt sich erst während des Abbruchs mittels Haufwerkbeprobungen final ermitteln. Erst dann können die notwendigen Entsorgungswege durch Laboranalytik festgelegt werden“, erläutert Architekt Johannes Romstätter.

Im Oktober sollen die Arbeiten wieder voll losgehen. „Die Herstellung der Baugrube ist anspruchsvoll, da das Gebäude vollunterkellert wird und die Baugrube bis zur Gehweggrenze reicht. Hier müssen mit Holzbohlen ausgefachte Stahlprofile in die Erde getrieben werden, um eine senkrechte Kante zu schaffen“, so Romstätter. Der Neu- und Umbau muss vom Innenhof aus erfolgen, um die Verkehrsbehinderungen so gering wie möglich zu halten.

Lesen Sie auch:Region Rosenheim: Wie der Schulstart unter Corona-Auflagen gelingen soll

Die Baumeisterarbeiten beginnen dann im November und sollen – abhängig von der Witterung in den Wintermonaten – im April abgeschlossen sein. Parallel zum Rohbau erfolgen weitere Abrissarbeiten und Entkernungen im Bestandsgebäude.

In die Kellerräume des sanierten Altbaus sollen künftig Teile der Bücherei einziehen. Hier gab es Bedenken, ob dieser Bereich hochwassersicher sein würde. Die erste Feuertaufe erfolgte während des Augusthochwassers. Selbst in dieser kritischen Phase seien die Räume trocken geblieben, so Romstätter.

Richtfest wird Mitte nächsten Jahres gefeiert

„Den ersten Meilenstein erreichen wir im Juni oder Juli nächsten Jahres“, blickt der Architekt voraus. Dann sollte der Dachstuhl errichtet sein und Richtfest gefeiert werden können. Die Fertigstellung des neuen Bruckmühler Kulturzentrums ist für Frühjahr 2022 geplant.

Entstehen wird ein Gebäude, das den ortsbildprägenden Charakter der einstigen Bahnhofsgaststätte erhält, Alt- und Neubau in einer modernen Symbiose verschmelzen lässt. Der Neubau soll mit weiten Glasflächen den Blick ins Gebäude lenken und gleichzeitig in die Ferne öffnen. Insgesamt hat das Projekt ein Kostenvolumen von 8,5 Millionen Euro.

Das könnte Sie auch interessieren:Volkshochschule Bruckmühl startet ins Herbst-Winter-Semester

Dabei profitiert der Markt Bruckmühl von einer Änderung der Städtebau-Förderprogramme. Waren nach bisherigen Richtlinien nur 60 Prozent der Gesamtkosten förderfähig, sind es mit dem neuen Programm „Innen statt Außen“ nun 80 Prozent. Damit könnte die Marktgemeinde mit Fördermitteln in Höhe von etwa 5,4 Millionen Euro rechnen.

Was im neuen Bürger- und Kulturhaus entsteht

Im neuen Bürger- und Kulturhaus entstehen bis 2022 großzügige Räume für Bücherei, Volkshochschule und Vereine sowie ein großer Veranstaltungssaal. Das Eingangsfoyer im Erdgeschoss soll zentraler Anlauf- und Treffpunkt für die Menschen der Marktgemeinde Bruckmühl werden.

Großzügig gestaltet kann dieses künftig beispielsweise als Raum für Ausstellungen, aber auch als Treffpunkt mit Orts- und Vereinsinformationen genutzt werden. Hier entsteht auch ein „öffentliches Wohnzimmer“, das für alle Bürger offen steht und auch von einer kleinen Kücheneinheit oder mit Catering bespielt werden kann.

Mehr Platz für Bruckmühler Vereine

Die Bücherei der Marktgemeinde zieht in Erdgeschoss und Keller des sanierten Altbaus ein. Angedacht ist auch ein geschützter Leseraum im Lichthof.

Im Untergeschoss wird zudem ein Schützenbereich mit acht Ständen gebaut. Außerdem sind hier Mehrzweckräume für Musikvereine geplant.

Kulturzentrum wird barrierefrei

Das Obergeschoss wird das neue Kulturzentrum beherbergen. Ein großer Saal für etwa 300 Personen mit versenkbarer Bühne bietet allen Vereinen Auftrittsmöglichkeiten sowie perspektivisch auch die Chance, große Konzerte nach Bruckmühl zu holen. Auch hier wird es ein großes Foyer und Räume für Catering geben.

Barrierefreie und behindertengerechte Sanitäranlagen sollen im Untergeschoss und im Bereich des Saales entstehen. Alle Ebenen werden über einen Aufzug miteinander verbunden. Damit sind das neue Gebäude und auch der sanierte Altbestand künftig komplett barrierefrei.

Weitestgehende Baufreiheit wurde an der Bahnhofstraße 10 mit dem Abriss der Nebengebäude bereits geschaffen.

Kommentare