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Dritter Bruckmühler Traditionsverein binnen kurzer Zeit

Vereinssterben geht weiter: Darum hat sich die Sudetendeutsche Landsmannschaft aufgelöst

Das Kreuz auf dem Vorderen Auerberg wird als Erinnerung an die nun aufgelöste Bruckmühler Ortsgruppe der Sudetendeutschen Landsmannschaft erhalten bleiben. Hier hatten (von links) Hermann Tutschka, Klaus Prochazka und Josef Elster von der Bruckmühler Ortsgruppe gemeinsam mit der Rosenheimer Kreisgruppen-Vorsitzenden Ingrid Kröff dem Wahrzeichen einen Besuch abgestattet.
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Das Kreuz auf dem Vorderen Auerberg wird als Erinnerung an die nun aufgelöste Bruckmühler Ortsgruppe der Sudetendeutschen Landsmannschaft erhalten bleiben. Hier hatten (von links) Hermann Tutschka, Klaus Prochazka und Josef Elster von der Bruckmühler Ortsgruppe gemeinsam mit der Rosenheimer Kreisgruppen-Vorsitzenden Ingrid Kröff (Zweite von rechts) dem Wahrzeichen einen Besuch abgestattet.
  • VonJohann Baumann
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Sterben die Traditionsvereine in Bruckmühl aus? Fakt ist: Die Sudetendeutsche Landsmannschaft ist der dritte Verein, der Jahrzehnte existiert hat und nun Geschichte ist. Das sind die Gründe für das Aus.

Bruckmühl – Nach der Auflösung des ältesten Ortsvereins, des 1883 gegründeten „Allgemeinen Krankenunterstützungsvereins“, und des 1922 gegründeten „Rauchclub und Sterbekassenvereins“ kam jetzt auch das Aus für die Bruckmühler Ortsgruppe der Sudetendeutschen Landsmannschaft. Die 1949 ins Leben gerufene Vertriebenen-Organisation hat sich zum 31. Dezember 2022 aufgelöst.

Sie hatte zuletzt nur noch fünf Mitglieder. Vorsitzender Josef Elster, der das Amt 2018 von Manfred Maier übernommen hatte, war 2021 aus familiären Gründen zurückgetreten. „Ein Nachfolger konnte nicht gefunden werden und so war die Auflösung des Vereins unausweichlich“, erklärte Klaus Prochazka gegenüber den OVB-Heimatzeitungen. In seiner Funktion als Kassier wickelte er die Auflösung ab und überwies das restliche Vereinsvermögen satzungsgemäß an die Kreisgruppe Rosenheim.

Diese Inschrift ist auf einer Tafel am Kreuz am Vorderen Auerberg verewigt.

Sein Vater Herbert Prochazka, ehemaliger Landtags- und Bundestagsabgeordneter, hatte zusammen mit Emil Kühnel die Ortsgruppe Bruckmühl seinerzeit gegründet – mit damals sage und schreibe 490 Mitgliedern. Der Mitgliederstand sank jedoch im Laufe der folgenden Jahrzehnte sukzessive durch Tod der Mitglieder oder Austritte, Neumitglieder kamen nicht dazu. Die regelmäßigen Aktivitäten der Ortsgruppe bestanden aus einem jährlichen Ausflug, gelegentlichen Treffen bei Kaffee und Kuchen, der Beteiligung am Volkstrauertag in Bruckmühl und der Weihnachtsfeier.

Zu den Meilensteinen in der Geschichte der Ortsgruppe zählt zweifellos die Errichtung des sieben Meter hohen Kreuzes auf dem Vorderen Auerberg neben der Rastkapelle bei Au. Gestiftet hat dieses Wahrzeichen Herbert Prochazka, das Grundstück dafür stellte Landwirt Franz Kirchberger („beim Altenburger“) zur Verfügung. Es wurde von den Vereinigten Landsmannschaften des Kreises Bad Aibling am „Tag der Heimat“ am 8. September 1957 eingeweiht.

„An der damaligen Einweihung nahmen über 1000 Menschen teil“, erinnert sich Josef Elster. Das Kreuz trägt die Inschrift: „Heimat, Du meine Erde, Du Mutter = einziger Ort! Heimat, Du wundervolles, Du starkes gutes Wort.“ Es ist nach Nord-Nord-Ost ausgerichtet und schaut somit in die frühere Heimat der Sudetenländer. „An klaren Tagen kann man von hier aus den bayerischen Wald und den Böhmerwald erkennen“, berichtet Klaus Prochazka.

Diese Gedenktafel erinnert an den Vereinsgründer Herbert Prochazka.

Für den in Bruckmühl wohnhaften und 2007 dort verstorbenen, engagierten Vertriebenenvertreter Herbert Prochazka wurde 2018 eine kleine Gedenktafel angebracht. Bis 2015 fanden jährlich Gedenkveranstaltungen vor dem aus Eichenholz gefertigten Kreuz statt, an denen unter anderem die damaligen Bürgermeister Franz Heinritzi aus Bruckmühl und Hans Hofer aus Bad Feilnbach, der Männergesangverein Au und die Auer Musi teilnahmen.

Jetzt ist die Ortsgruppe Geschichte. „Es ist traurig, dass wir den Verein auflösen mussten, aber die personelle Situation ließ uns keine andere Wahl“, stellte Klaus Prochazka betrübt fest. Auch die Vorsitzende der Sudetendeutschen Kreisgruppe Rosenheim bedauert die Auflösung: „Es ist sehr schade, dass mit Bruckmühl wieder eine Ortsgruppe aufgeben musste“, äußerte Ingrid Kröff gegenüber den OVB-Heimatzeitungen. Ein Vermächtnis der Bruckmühler Ortsgruppe bleibt jedoch erhalten: Das Kreuz auf dem Vorderen Auerberg wird in Zukunft von Auer Ortsvereinen gepflegt.

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