Bruckmühl: Michaeli-Markt abgesagt

Der Michaeli-Markt auf dem Bruckmühler Volksfestplatz wurde abgesagt, dabei wurde für den Traditionsmarkt im Corona-Jahr ein Hygienekonzept mit großzügigen Abstandsegeln entwickelt.
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Der Michaeli-Markt auf dem Bruckmühler Volksfestplatz wurde abgesagt, dabei wurde für den Traditionsmarkt im Corona-Jahr ein Hygienekonzept mit großzügigen Abstandsegeln entwickelt.

Nach der Absage des Flohmarktes der SVB-Fußballerinnen haben es die meisten schon geahnt. Nun ist es amtlich: Auch der traditionelle Michaeli-Markt Anfang Oktober muss aufgrund der Entwicklung der Corona-Fallzahlen abgesagt werden. Nur am Weltladen findet am 2. Oktober ein kleiner Markt statt.

Von Kathrin Gerlach

Bruckmühl– „Wir bitten um Verständnis und hoffen, die Veranstaltung im nächsten Jahr durchführen zu können“, sagt Cornelia Ahrens vom Markt Bruckmühl.

Dabei sollte der 35. Bruckmühler Michaeli-Markt zugleich eine Premiere sein. 2019 war eine Ära zu Ende gegangen. Zum letzten Mal hatten Harald Nodes und sein Team die Fäden in der Hand. Josefi- und Michaeli-Markt sollten ab diesem Jahr von Peter Kajetan Schmid und Oliver Nowotny organisiert werden. Doch der Start stand unter keinem guten Stern. Der Josefimarkt am 15. März fiel fast auf den Tag genau mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie in der Region zusammen. Er wurde abgesagt. Sieben Monate später hat sich an der Situation noch immer nichts geändert.

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Und auch wenn Absagen für die Bruckmühler fast schon zur Normalität geworden sind– einer ist besonders enttäuscht: Peter Kajetan Schmid. „Der Rosenheimer Sommer wurde verlängert. In Augsburg findet ein dreitätiger Michaeli-Markt statt, auch in Waging am See und in Ebersberg gab es Märkte, die gut funktioniert haben“, sagt er. Doch in Bruckmühl wird es keinen Michaeli-Markt geben.

Dabei hatte der Kolbermoorer ein umfassendes Hygienekonzept entworfen. „Der gesamte Volksfestplatz am Rathaus sollte uns zur Verfügung stehen. Ich hatte mit 50 bis 60 Ständen geplant – alle mit weit mehr als dem geforderten Abstand, alle mit Desinfektionsmitteln, alle mit Mundschutz.“

Die Absage machte auch fünf Wochen intensiver Vorbereitungen zunichte, und ein letzter kleiner Funke Hoffnung im Corona-Jahr verpuffte. „Ich bin gerade dabei, allen Standbetreibern abzusagen“, sagt Schmid traurig. Dabei hat er sich mit ganzer Marktleiter-Leidenschaft in die Vorbereitungen gestürzt. „Es sind doch alles Kollegen von mir, da steckt viel Herzblut drin“, meint er.

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Mehr als 120 Standbetreiber kennt er. „Etwa 20 Prozent von ihnen haben schon aufgegeben. Ich weiß nicht, wie viele dieses Jahr überleben werden.“ Auch für ihn persönlich ist das Corona-Jahr eine existenzielle Herausforderung. Als Marktleiter hätte er sechs Märkte organisiert. Vier sind bis dato ausgefallen. Als Standbetreiber – Schmid bietet Naturkissen an – fehlen ihm in diesem Jahr 60 Veranstaltungen. „Wir werden es schon irgendwie schaffen“, bleibt der 60-Jährige optimistisch. Und doch zehrt Corona an seinen Reserven. Er lebt von seiner Rentenvorsorge. Wie lange das noch gutgehen wird? Er weiß es nicht.

Weltladen organisiert kleinen Variante

Während Schmid seinen Markt absagt, findet am 2. Oktober in der Bahnhofstraße ein kleiner Michaeli-Markt statt. Das Team des Weltladens veranstaltet ihn ab 15 Uhr auf dem Parkplatz vor dem Weltladen. Dazu gibt es Live-Musik mit der „5er Blosn“. Schon ab 10 Uhr ist ein Markttag geplant – mit Schnäppchen im Weltladen und auf Sonderständen vor dem Geschäft. Die Einhaltung der Corona-Regelungen wie Abstand und Masken ist Pflicht. Die Musi spielt allerdings nur bei schönem Wetter.

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