Bruckmühl kehrt den Goldbach ab – Hier wird das Prozedere erklärt

Die Ufer des Goldbachs werden ab 7. September gemäht. Ab dem 19. September wird der Bach „abgekehrt“, von Einträgen und Verwucherungen befreit. Ziel ist die Gewährleistung des Hochwasserschutzes.
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Die Ufer des Goldbachs werden ab 7. September gemäht. Ab dem 19. September wird der Bach „abgekehrt“, von Einträgen und Verwucherungen befreit. Ziel ist die Gewährleistung des Hochwasserschutzes.

Im September steht in der Marktgemeinde Bruckmühl die Goldbachabkehr auf der Tagesordnung – ein aufwendiges Unterfangen, für das schon am 7. September die Vorbereitungen beginnen. Im Interview erklärt Anna Heimgartner von der Gemeindeverwaltung das aufwendige Prozedere.

Von Kathrin Gerlach

Bruckmühl/Feldkirchen-Westerham – Vom 19. September, 7 Uhr, bis zum 25. September, 17 Uhr, wird der Goldbach in seinem gesamten Lauf – ausgehend von Vagen in der Gemeinde Feldkirchen-Westerham bis zu seinem Zusammenfluss mit dem Feldbach im Bereich von Willing „abgekehrt“.

Für den Bachabschnitt zwischen Mittenkirchen und Weidach ist bis auf einige Ausnahmen der Markt Bruckmühl zuständig. Was das bedeutet, erklärt Anna Heimgartner, in der Verwaltung des Marktes Bruckmühl unter anderem für Wasserrecht zuständig, im Interview.

Was genau ist eine Bachabkehr?

Anna Heimgartner: Das Bachbett wird von Einträgen und Unrat befreit, also sozusagen ausgeräumt. Zudem werden notwendige Reparaturen an den Bachdämmen und -ufern getätigt. Die Triebwerksbetreiber nutzen die Zeit für die Unterhaltung ihrer Anlagen.

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Bisher fand die Abkehr im Rhythmus von zwei Jahren statt. Ziel ist es, die ursprüngliche Wasseraufnahmekapazität des Baches zu erhalten sowie die Standfestigkeit der Dämme zu sichern, damit es zu keinen Überschwemmungen kommt.

Welche Vorbereitungen sind dafür erforderlich?

Heimgartner:Zuerst werden die Uferbereiche entlang des Goldbaches gemäht, damit der genaue Bachlauf sowie eventuelle Schäden und Schwerpunkte der Abkehr erkennbar werden. Diese Arbeiten beginnen schon am Montag, 7. September. Zur Erleichterung und Unterstützung der Arbeiten bitten wir die Anlieger, die Ufer entsprechend zugänglich zu halten. Am 19. September erfolgt dann die Fischrettung.

Wie läuft die ab?

Heimgartner: Zunächst wird der Goldbach vom Wasser getrennt. Dazu wird das Wasser ab Vagen in den Kotbach abgeleitet. Zurück bleibt eine Restwasserhöhe von etwa 15 bis 20 Zentimetern. Für die Zwischenlagerung der Fische wird „Originalwasser“ in Wasserbehälter gepumpt. Danach werden die Fische abgefischt, mit Keschern entnommen und in die Wasserbehälter gebracht. Nach der Bachabkehr werden sie wieder eingesetzt.

Wer übernimmt die Fischrettung?

Heimgartner:Der Markt Bruckmühl hat damit den Kreisfischereiverein Bad Aibling, den Anglerbund Rosenheim und Privatpersonen mit staatlichem Fischereischein beauftragt. Wir bitten die Anlieger, die ehrenamtlichen Helfer bei der Fischrettung zu unterstützen und ihnen den Zugang zum Bachlauf zu gewähren.

Die eigentliche Bachabkehr kann erst nach der Fischrettung beginnen?

Heimgartner: Ja, und es ist auch ganz wichtig, dass alle, die am und im Bach Unterhaltungsarbeiten vornehmen, mit diesen wirklich erst nach Beendigung der Fischrettung beginnen. Diese wird am 19. September voraussichtlich gegen 16 Uhr abgeschlossen sein. Unser Mitarbeiter Martin Göhly ist an diesem Tag ab 8 Uhr für Fragen unter Telefon 01 72/2 42 82 04 erreichbar.

Wer ist für die Bachabkehr zuständig?

Heimgartner: Da es sich um ein Gewässer dritter Ordnung handelt, ist zum größten Teil die Marktgemeinde Bruckmühl verantwortlich. Die Arbeiten werden von beauftragten Firmen und teilweise auch vom Bauhof ausgeführt – abhängig von den jeweiligen örtlichen Gegebenheiten maschinell, wo notwendig auch per Hand.

Am Lauf des Goldbaches gibt es aber auch Triebwerksbetreiber und Anwohner, die durch Veränderungen am Bachlauf wie private Brücken oder Überfahrten unterhaltspflichtig sind. Auch sie sind verpflichtet, das Bett des Goldbachs gründlich und umfassend zu beräumen. Falls es erforderlich ist, werden auch Uferbefestigungen instandgesetzt.

Was passiert mit den Kleinlebenwesen?

Heimgartner: Um diese zu schonen, verbleibt während der Bachabkehr eine wasserrechtlich vorgeschriebene Restwassermenge von etwa 15 Zentimetern im Bachbett. Zudem wird eine Bachabkehr künftig auch nicht mehr alle zwei Jahre, sondern nur noch im Bedarfsfall in Abstimmung mit dem Landratsamt und dem Wasserwirtschaftsamt Rosenheim stattfinden.

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Der Markt Bruckmühl möchte sich schon vorab für die Unterstützung der Anlieger und Beteiligten bedanken und hofft auf eine erfolgreiche Bachabkehr.

Weitere Informationen finden sich auf der Homepage der Marktgemeinde Bruckmühl. Technische und organisatorische Fragen beantwortet in Vorbereitung der Bachabkehr Martin Göhly vom Markt Bruckmühl unter Telefon 0 80 62/5 94 30 und während der Aktion unter Telefon 01 72/2 42 81 04.

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