Nicht bei Sitzungen

Bruckmühler Gemeinderat der Bayernpartei wird Tagesordnungspunkt im Gremium

Daniel Reif
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Daniel Reif
  • vonJohann Baumann
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Mit zwei Räten ist die Bayernpartei im Bruckmühler Marktgemeinderat vertreten: Georg Oswald und Daniel Reif. Die beiden sind „Nachrücker“, denn bei der Kommunalwahl am 15. März wurden eigentlich Alexandra Bär und Martin Gruber für die BP ins Gremium gewählt.

Bruckmühl – Beide verzichteten aber aus persönlichen Gründen auf das Amt, also rückten gemäß Wahlliste der Bayernpartei Georg Oswald und Daniel Reif nach. Dabei ist Oswald nicht nur der Vorsitzende der Fraktion, sondern auch Mitglied des Marktausschusses, des Rechnungsprüfungsausschusses sowie der beiden Arbeitskreise Ortsentwicklung und Energie. Während er bei jeder Sitzung anwesend ist, fällt bei seinem Fraktionskollegen Reif häufige Abwesenheiten in den Sitzungen auf.

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Anfangs war er aus gesundheitlichen Gründen entschuldigt, wurde deshalb auch nachträglich vereidigt. Doch auch in den darauffolgenden Wochen blieb er den Sitzungen häufig fern. Nun widmete sich ein Tagesordnungspunkt der Marktgemeinderatssitzung vor allem ihm. Anwesend war er allerdings dazu nicht.

Antrag der Bayernpartei abgelehnt

Die Fraktion der Bayernpartei hatte den Antrag gestellt, dass Reif künftig im Arbeitskreis Energie mitwirken solle. Georg Oswald begründete das so: „Ich habe die ganzen Ämter übernommen, weil er so lange krank war. Nun möchte ich ihm Arbeit abgeben, sonst kommt er vielleicht nicht mehr.“

Hubert Maier (CSU/PW) brachte seinen Unmut über die seiner Meinung nach fehlende Sitzungsdisziplin zum Ausdruck: „Wann ist er denn mal da?“ An Oswald gerichtet betonte er: „Bleiben Sie bitte drin, sonst ist dort auch kein Vertreter der Bayernpartei mehr anwesend.“ Der Antrag auf den Wechsel im Arbeitskreis Energie wurde vom Rat mit 12:10 Stimmen abgelehnt.

Berufliche Gründe für Abwesenheiten

Bleibt die Frage, warum Daniel Reif sich erst für die Wahl zum Marktgemeinderat aufstellen, wählen und vereidigen ließ, in der Folge aber sein Ehrenamt nicht wahrnimmt? In einem Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen legte er die Gründe für sein Fernbleiben dar. „Ich wollte es machen, aber meine derzeitige Situation lässt das kaum zu“, so Reif.

Er sei aktuell bei einer kleinen Baufirma in München beschäftigt und dort beruflich sehr stark eingebunden. Die Erkrankung eines der beiden Chefs habe die Anforderungen an ihn weiter erhöht. Die Konsequenz sei, dass er täglich spät von München nach Hause käme, und es daher schwierig für ihn sei, bereits um 18 Uhr zur Sitzung zu erscheinen. Zudem müsse er derzeit auch seinen Eltern helfen, ihre vor kurzem aufgrund der Corona-Pandemie geschlossene Gaststätte „Gelis Wirtsstubn“ aufzulösen.

Wie es mit seinem Wahlauftrag im Marktgemeinderat weitergeht? „Ich habe schon überlegt, das Amt aus beruflichen Gründen niederzulegen. Listen-Nachrücker wäre mein Vater Georg Reif.“ Eine Entscheidung über seinen möglichen Rückzug ließ er aber noch gegenüber den OVB-Heimatzeitungen offen.

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