Bruckmühl: Gemeinde geht neue Wege am Friedhof

Bei den Erdarbeiten werden unter anderem ein Bagger (mit Baggerführer Benedikt Wierl) und ein Dumper (gefahren von Matthias Danner) eingesetzt.  Baumann
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Bei den Erdarbeiten werden unter anderem ein Bagger (mit Baggerführer Benedikt Wierl) und ein Dumper (gefahren von Matthias Danner) eingesetzt. Baumann

Noch vor wenigen Jahrzehnten endete hierzulande der „letzte irdische Weg“ überwiegend in einer konventionellen Sargbestattung. Doch die Bestattungskultur hat sich insbesondere in den letzten Jahren spürbar verändert.

Bruckmühl – Während nach Aussage von Elfriede Bengl-Kimmel (im Rathaus als Fachbereichs-Leiterin unter anderem auch für die Friedhofsverwaltung verantwortlich) der Anteil der Urnenbestattungen in der Marktgemeinde im Jahr 2013 noch 48 Prozent der Gesamtbestattungen betrug, schnellte die Zahl 2019 bereits auf 68 und im ersten Halbjahr 2020 auf 73 Prozent. Diese Entwicklung führte auf den Friedhöfen zu einer Erweiterung der unterschiedlichen Urnenbestattungsstätten, während gleichzeitig die traditionellen Familiengräber zunehmend aufgelöst werden.

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Für die Friedhöfe bedeutet dies eine Zunahme an Freiflächen, deren Pflege enorm aufwändig ist „Auf dem Kirchdorfer Friedhof sind derzeit von 637 vorhandenen Grabstätten 174 Gräber frei“, berichtet Elfriede Bengl-Kimmel. Versuchsweise wird dort jetzt im östlichen Teil auf einer Fläche von rund 200 Quadratmetern ein Pilotprojekt durchgeführt. Dabei werden zunächst die vorhandenen Riesel zwischen den Gräbern von einem Bagger entfernt. Anschließend wird dort und auf den Freiflächen ein Schotterrasen eingebracht, der aus einem Humus-Schottergemisch im Verhältnis 10:90 besteht.

Einsaat des Rasens kommt am Schluss

Nach dessen Verdichtung erfolgt schließlich die Einsaat des Rasens. „Das Ganze ist „a saubere Sach‘“, erklärt vor Ort Matthias Danner vom Bauhof und ergänzt: „Auf dem festen neuen Rasenboden können sich auch ältere Menschen gut bewegen und die Grünflächen sind für das Auge schöner als die Riesel.“

In zwei bis drei Monaten wird eine Zwischenbilanz gezogen. Sollte sich diese Vorgehensweise bewähren, sollen alle Freiflächen auf dem Friedhof entsprechend umgestaltet werden.

Franz Kurz (links) bedient das Verdichtungsgerät, unterstützt von Vigil Ranner für die „Nacharbeit“.

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