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First-Responder-Leiter berichtet bei Versammlung

„Skrupellose Gewaltanwendung“: Diese Ereignisse machen Bruckmühler Retter fassungslos

Jetzt muss es schnell gehen: Eine Bürgerin zeigt dem Mitarbeiter der First Responder den Weg zum Einsatzort.
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Jetzt muss es schnell gehen: Eine Bürgerin zeigt dem Mitarbeiter der First Responder den Weg zum Einsatzort. 

Dass der Einsatz der First Responder Bruckmühl viele Leben rettet, zeigte der Einsatzleiter anhand der Einsatzstatistik bei der Versammlung des Fördervereins. Doch das Verhalten einiger Bürger – wie jüngst erlebt – macht die Einsatzkräfte fassungslos.

Bruckmühl – Im Rahmen der Jahreshauptversammlung des Bruckmühler First-Responder Fördervereins präsentierte FR-Einsatzleiter Florian Kusterer mit einer Beamer-Präsentation eine beeindruckende Jahresstatistik aus der Zeit vor der Corona-Pandemie.

In dem zurückliegenden Zeitraum von 1. Januar 2018 bis 1. Januar 2019 schlugen 536 Einsätze (zum Vergleich in 2017: 563 Einsätze) zu Buche. Dabei wurden 8606 ehrenamtliche Stunden zum Wohle der Bruckmühler Bürger abgeleistet. „Damit ist erstmalig seit 2011 der stetige Anstieg der Gesamteinsatzzahlen unterbrochen. Trotz dieses leichten Rückgangs weisen wir aber immer noch mit unserem `Rot Kreuz Bruckmühl 79/1´ mit die größte Einsatzfrequenz im Bereich der Integrierten Leitstelle Rosenheim aus“, erklärte Kusterer.

Im Anschluss erläuterte er detailliert die Einsatzstatistik: Die 536 Einsatzfahrten schlüsseln sich im Einzelnen wie folgt auf: 317 (2017 waren es 319) internistische Einsätze wie Herzinfarkte, Schlaganfälle, epileptische Anfälle, allergische Reaktionen, Alkoholvergiftungen oder starke innere Schmerzen, 212 (2017: 208) chirurgische Hilfeleistungen bei Verkehrsunfällen, Stürzen, Brüchen, Schnittverletzungen oder auch Schlägereien, Arbeitsunfälle. Drei „Psychiatrische Einsätze“ rundeten das Einsatzspektrum ab. Bei den so genannten Fehlfahrten waren lediglich vier zu verzeichnen.

Neun Personen erfolgreich reanimiert

Dem schnellen Einschreiten war es zu verdanken, dass neun (2017: 2) Personen erfolgreich reanimiert werden konnten. Tragisch ist demgegenüber die Anzahl von fünf Suiziden. Darüber hinaus waren die Retter mit Sicherheitswachen und sonstige Abstellungen bei Theater- und Sportveranstaltungen sowie Märkten, der Bruckmühler Radsportnacht und dem Volksfest Bruckmühl präsent. „Es gibt fast keinen Ort in der Marktgemeinde Bruckmühl, an dem wir nicht schon waren“, berichtete der FR-Chef.

Die Bruckmühler „Schnellen Helfer vor Ort“ arbeiteten nicht nur mit dem RTW von Bad Aibling, Feldkirchen, Kolbermoor, Agatharied sowie den Maltesern Rosenheim zusammen, sondern auch noch mit den BRK-Kräften aus Hausham, Flintsbach, Fischbachau und Wasserburg und mit den Rettungs-Hubschraubern „Christoph 1“, „Christoph München und „Heli 3“ (aus Kufstein). Als „Topp“ bezeichnete er die Zusammenarbeit an Unfallstellen mit den Feuerwehren aus Bruckmühl, Götting, Holzham und Kirchdorf.

Häufige Alarmierungen in Zusammenhang mit einer Diskothek

Unter der Rubrik „Besonderheiten“ führte der Einsatzleiter aus, dass häufige Alarmierungen in Zusammenhang mit einer Diskothek standen. Hier waren vor Ort so genannte Mischintoxikationen und Zustände nach der unbeabsichtigten Einnahmen von K.O.-Tropfen zu behandeln. Zudem ist bei den „unüblichen“ Einsätzen eine steigende Tendenz zu verzeichnen. Hierzu zählen Tragehilfen bei Krankentransporten sowie diverse Materialtransporte.

Probleme bereiten den Bruckmühler First Respondern nicht nur die „steigenden und skrupellosen Gewaltanwendungen“, sondern auch die Angriffe auf den Rettungsdienst schlechthin. „Allein in der Halloween-Nacht mussten wir uns bei zwei Einsätzen gegen Angriffe zu Wehr setzen“, schüttelte Kusterer bei den Ausführungen immer noch verständnislos den Kopf und ergänzte, „die mehr als prekäre Lage musste wir dazu noch alleine Händeln, da die Polizeiinspektion Bad Aibling durch andere Einsätze gebunden war und zu uns keinen Streifenwagen schicken konnte“. Sorgenfalten bereitete ihm auch die Tatsache, dass aufgrund der hohen Auslastung, einzelne RTW teils erst nach 50 Minuten am Einsatzort eintrafen, „gesetzlich vorgeschrieben sind aber zwölf Minuten“.

Abschließend erklärte er noch, dass Interessierte am Rettungsdienst jederzeit gern gesehen sind. Zur Ausbildung führte er aus: „Sie müssen 18 Jahre alt sein und einen Autoführerschein besitzen. Die Qualifizierung besteht aus einem 80-stündigen Sanitäts-A- und B-Lehrgang mit einer zusätzlichen 16-stündigen First-Responder Fortbildung.“

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