Bruckmühlerin bekommt immer wieder Post, die gar nicht an sie adressiert ist

Bevor sich die Postboten am Morgen auf ihre Zustelltour durch die Marktgemeinde begeben, werden die im Briefzentrum in Rosenheim schon maschinell vorsortierten Sendungen entsprechend der Zustellrouten sortiert. Dabei können auch Fehler passieren.
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Bevor sich die Postboten am Morgen auf ihre Zustelltour durch die Marktgemeinde begeben, werden die im Briefzentrum in Rosenheim schon maschinell vorsortierten Sendungen entsprechend der Zustellrouten sortiert. Dabei können auch Fehler passieren.
  • vonKathrin Gerlach
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Über die Postzustellung in Bruckmühl ärgert sich Dr. Karoline Meurer. „Ich bekomme immer wieder Briefe, die nicht an mich adressiert sind und auch nicht an einen Nachbarn, sondern teilweise in ganz andere Ortsteile gehören“, berichtet sie. Wir haben bei der Deutschen Post DHL Group nachgefragt.

Bruckmühl– Erst ist nicht nur einmal passiert, dass Dr. Karoline Meurer Post an andere Menschen in ihrem Briefkasten fand. Verantwortungsbewusst warf sie diese wieder in den gelben Postbriefkasten oder gab sie auf der Post ab. Zudem beschwerte sich die Bruckmühlerin bei der DHL. „Es wurde Besserung gelobt, die trat aber nicht ein.“ Ihre Sorge: „In Briefen können sensible Daten enthalten sein, ganz zu schweigen von Rechnungen, für die dann eine Mahnung mit Gebühr kommt, weil der erste Brief gar nicht zugestellt wurde.“

Wie die Post Zustellfehler prüft

„Wir bedauern sehr, dass die Kundin mit unseren Leistungen nicht zufrieden ist“, sagt Dieter Nawrath von der Pressestelle Süd der Deutsche Post DHL Group. Die Brief- und Paketzusteller der Post lieferten jeden Werktag rund 55 Millionen Briefe und mehr als 5,2 Millionen Pakete aus.

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92 Prozent der Briefe und 80 Prozent der Pakete erreichten ihre Empfänger bereits am nächsten Werktag. „Das hat ein unabhängiges Unternehmen ermittelt und der TÜV bestätigt“, betont Nawrath und räumt ein: „Natürlich können wir als flächendeckender Postdienstleister Unregelmäßigkeiten nicht gänzlich ausschließen.“

So gebe es immer wieder Fälle, in denen es aus unterschiedlichen Gründen zu betrieblichen Problemen kommen könne, seien es kurzfristige Erkrankungen oder Witterungseinbrüche.

Post geht Beschwerden nach

„Wir nehmen jede einzelne Beschwerde unserer Kunden ernst und sind immer bereit, den konkreten Fällen nachzugehen“, betont der Pressesprecher. Den Kunden stünden dafür zahlreiche Kontaktmöglichkeiten zur Verfügung.

Eine davon ist der klassische Telefonanruf auf der Kunden-Hotline 02 28/4 33 31 12. Um eine konkrete Beschwerde und die Ursachen einer Falschzustellung prüfen zu können, seien zudem die Anschrift des Betreffenden und Informationen darüber erforderlich, wann genau die falsche Post zugestellt worden sei.

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Auch auf die Beschwerde von Dr. Meurer reagierte die Post: „Ihre Reklamation liegt schon seit längerem vor. Die zuständige Postbotin wurde informiert und entsprechend nachgeschult“, informiert Nawrath. „Die reibungslose und korrekte Briefzustellung dürfte damit sichergestellt sein.“

Darf ein falsch zugestellter Brief in den Müll?

Doch was passiert eigentlich mit einem „falschen“ Brief? Kann man den einfach wegwerfen? Nawrath: „Nein. Einen falsch erhaltenen Brief muss der Kunde entweder – sofern bekannt – dem richtigen Empfänger geben oder in dessen Briefkasten werden. Er kann ihn aber auch bei der Post wieder einliefern, also in einen gelben Briefkasten einwerfen oder dem Postboten mitgeben.“

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Dr. Karoline Meurer hat das schon mehr als einmal getan. Trotzdem bleibt die Frage: „Was ist mit dem Briefgeheimnis? Das ist nicht geschützt, wenn Briefe einfach falsch zugestellt werden.“ An dieser Stelle aber ist die Post aus der Verantwortung. Denn nach Paragraph 202 des Strafgesetzbuches wird das Briefgeheimnis tatsächlich erst von demjenigen verletzt, der „einen verschlossenen Brief oder ein anderes verschlossenes Schriftstück, die nicht zu seiner Kenntnis bestimmt sind, öffnet“.

Geahndet wird die Verletzung des Briefgeheimnisses übrigens mit einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafen.

Briefgeheimnis liegt beim Empfänger

Das heißt also: Auch wenn die Post einen Brief falsch zustellt, liegt die Verantwortung beim Empfänger. Er muss sich vergewissern, dass die Postsendung, die er öffnet, auch wirklich an ihn adressiert ist. Falls er versehentlich einen Brief für einen anderen Adressaten öffnet, verletzt er das Briefgeheimnis und kann dafür belangt werden. „Allerdings nur, wenn er vorsätzlich handelt“, erklärt Nawrath. „Und wer ein Schriftstück versehentlich öffnet, handelt ohne Vorsatz.“

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