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Sorgenvolle Versammlung des „Förderverein für das Volksmusikarchiv“

Bruckmühl: Dissonanzen zwischen Förderern und Bezirk

Bezirkstagspräsident Josef Mederer betonte seine hohe Wertschätzung für den Förderverein für das Volksmusikarchiv des Bezirks Oberbayern. Trotzdem wissen die Mitglieder nicht, wie die Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamtlichen in Zukunft aussehen kann.
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Bezirkstagspräsident Josef Mederer betonte seine hohe Wertschätzung für den Förderverein für das Volksmusikarchiv des Bezirks Oberbayern. Trotzdem wissen die Mitglieder nicht, wie die Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamtlichen in Zukunft aussehen kann.
  • VonJohann Baumann
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Bruckmühl. – Normalerweise verlaufen die jährlichen Mitgliederversammlungen beim Förderverein für das Volksmusikarchiv des Bezirks Oberbayern in großer Übereinstimmung.

Auf die Versammlung im Bruckmühler Bürgersaal traf dies nur bedingt zu: Vielmehr traten spürbare Dissonanzen im Verhältnis zum Bezirk Oberbayern zutage. In seinem Jahresbericht ging Franz Heinritzi, der Vorsitzende des Vereins, auf die augenblickliche Situation vor dem Hintergrund der Neuausrichtung („Zemuli“) und personellen Neubesetzung des Volksmusikarchivs (VMA) ein. Der Verein habe dem Bezirkstagspräsidenten Josef Mederer seine Vorstellungen und Wünsche für eine künftige Zusammenarbeit präsentiert.

Eigener Raumwurde abgelehnt

Dazu zählt unter anderem der Wunsch nach einem eigenen Raum für den Förderverein im Archivgebäude. Dies habe der Bezirkstagspräsident mit Hinweis auf die laufenden Umbauplanungen vorerst abgelehnt. In mehreren Gesprächen und Schreiben habe man „flankierende Maßnahmen“ des Vereins zur besseren Bewältigung der gemeinsamen musikalischen Begleitung der Bevölkerung angeboten. Zudem habe man Offenheit in allen Bereichen für Vereinbarungen zum Ausdruck gebracht und die Unterstützung der neuen Führungskräfte in deren Einarbeitungszeit angeboten. „Hierzu erwarten wir, dass wir wieder mehr Informationen aus dem Volksmusikarchiv bekommen“, forderte Heinritzi abschließend.

Aussprache offenbarte viel Unmut

In der nachfolgenden Aussprache wurde von den aus ganz Oberbayern stammenden Mitgliedern viel Unmut geäußert. Sie bezogen sich dabei unter anderem auf die seit dem Ausscheiden von Ernst Schusser als Archivleiter – „Da ist der Vorhang über das Volksmusikarchiv gefallen.“ – fehlenden Informationen (einschließlich des regelmäßig vom VMA herausgegebenen Informationsblattes) und fachlichen Beratungen, die Nichteinbeziehung des Fördervereins in die Planungen und den fehlenden Zutritt zum Archiv. Ferner wurden die bisher fehlgeschlagene Kontaktmöglichkeit zum neuen Volksmusikpfleger Bernhard Achhorner – „So kann man mit uns Volksmusikaktiven nicht umgehen“ – kritisiert sowie nicht mehr durchgeführte traditionelle Veranstaltungen und massiv rückläufige persönliche Begegnungen bemängelt.

Ausgeschiedene Archivleiter hat keinen Zugang mehr

Heinritzi monierte, dass vonseiten des Bezirks nur Lippenbekenntnisse gekommen wären, der ausgeschiedene Archivleiter keinen Zugang mehr zum VMA habe und Tausende vom Verein ehrenamtlich geleistete Stunden negiert würden. „Wir wollen das, was wir bisher gemacht haben, weiter einbringen und bitten um eine Chance auf Augenhöhe“, appellierte er unter kräftigem Beifall an den Bezirkstagspräsidenten.

In seiner Stellungnahme unterstrich Mederer die „hohe Anerkennung und Wertschätzung für den Verein als Ergänzung zum Arbeitsbereich des VMA“.

Suche nach Personal

Die zeitaufwändige Suche nach Personal und die Corona-Krise hätten die Kontakte schwierig gemacht. „Vieles ist nicht so optimal gelaufen, manches hätte man besser machen können“, räumte er ein. Er bat darum, den jetzt Verantwortlichen eine Chance zu geben, damit sie ihre Aufgabe wahrnehmen und erfüllen können. „Wir vom Bezirk reichen die Hand zum Miteinander von Haupt- und Ehrenamtlichen“, bekräftigte er am Ende und bat um Zusammenarbeit auch in der Zukunft. Der eher magere Beifall für seine Ausführungen ließ die Zweifel der Mitglieder erkennen.

Keine konkreten Infos zur Zusammenarbeit

Nicht nur Franz Heinritzi vermisste Konkretes für die weitere Zusammenarbeit, denn: „Wir haben nur erfahren, was nicht mehr geht, aber nichts, was geht.“

Die Referentin im Bezirk für Kultur-, Musik-, Trachten- und Denkmalpflege, Barbara Kuhn – „von Amts wegen“ Vorstandmitglied im Förderverein – versprach: „Ich nehme ihre Probleme und Sorgen mit in meine politische Arbeit hinein und gehe den Sachen im Bezirk nach.“ Das vorsichtig optimistische Schlusswort lieferte ein Versammlungsteilnehmer mit dem Aufruf „Wir wollen endlich wieder singen.“

(Bericht folgt)

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