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31-jähriger Bruckmühler schon wieder vor Gericht

„Das gehört mir nicht“: Polizei findet in Tupperdose 50 Gramm Haschisch

Keine Mandarinen, sondern 50 Gramm Haschisch bewahrte ein 31-jähriger Bruckmühler in einer Tupperdose auf. Dafür musste er sich nun vor dem Schöffengericht in Rosenheim verantworten. Und das nicht zum ersten Mal.
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Keine Mandarinen, sondern 50 Gramm Haschisch bewahrte ein 31-jähriger Bruckmühler in einer Tupperdose auf. Dafür musste er sich nun vor dem Schöffengericht in Rosenheim verantworten. Und das nicht zum ersten Mal.
  • VonTheo Auer
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War es ein Freundschaftsdienst oder eine faule Ausrede? Bei einer Hausdurchsuchung in Bruckmühl fand die Polizei 50 Gramm Haschisch in einer Tupperdose. Wie sich der Angeklagte aus der Affäre ziehen will.

Bruckmühl - Erst im Mai saß ein 31-jähriger Malermeister aus Bruckmühl wegen mehrerer Drogenvergehen auf der Anklagebank. Nun stand er erneut vor dem Schöffengericht in Rosenheim. Und wieder waren es Drogen, die ihn dorthin gebracht hatten. Ende März – also kurz vor Ende eines bereits gegen ihn laufenden Verfahrens – durchsuchte die Polizei seine Wohnung und fand in einer Tupperdose etwa 50 Gramm Haschisch.

Angeklagter führt Polizei ans Ziel

Diesen Fund gestand er unumwunden ein oder besser gesagt: Er hatte die Beamten sogar noch darauf hingewiesen. Dabei erklärte er allerdings, dass es sich bei dem Haschisch nicht um seine eigenen Drogen handle. Vielmehr bewahre er diese für einen Bekannten auf. Der habe sie zurückgelassen. Er hätte ihn schon mehrmals aufgefordert, das Zeug bei ihm endlich abzuholen. Jedoch bevor das geschehen sei, habe die Durchsuchung stattgefunden.

Erst im Mai war der 31-jährige Bruckmühler wegen Drogenhandels zu zwei Jahren Haft - ausgesetzt zur Bewährung - und einer Geldbuße von 6.000 Euro verurteilt worden. Gegen die Verurteilung im Mai hatte er Berufung eingelegt. Diese soll demnächst in Traunstein verhandelt werden. Der Angeklagte befürchtet nun allerdings, dass das neue Verfahren wegen der „Drogen seines Bekannten“ den Ausgang des Berufungsverfahrens negativ beeinflussen könnte.

Zeuge bestätigt Besitz der Drogen

Als Zeugen im aktuellen Prozess hatte der 31-Jährige den vermeintlichen Eigentümer der aufgefundenen Drogen sogar mitgebracht. Und dieser bestätigte tatsächlich, dass das Haschisch in der Tupperdose sein Eigentum sei.

Der ermittelnde Beamte, der die Durchsuchung durchgeführt hatte, informierte über die näheren Umstände. So wurde die Wohnung des Angeklagten durchsucht, weil dieser im Dunstkreis einer anderen Drogenermittlung bekannt geworden sei. In diesem Zusammenhang habe sich kein Verdachtsmoment ergeben. Der Drogenfund in der Tupperdose sei eher ein Zufall gewesen. Und ja, der Angeklagte habe von sich aus auf das Haschisch hingewiesen.

Sind die „wilden Jahre“ wirklich vorbei?

Der Bruckmühler Malermeister berichtete vor dem Schöffengericht, dass er seit Mai an einem Suchthilfeprogramm teilnehme und seither überhaupt keine Drogen mehr konsumiere. Er habe inzwischen auch eine eigene Firma aufgebaut, die sehr erfolgreich laufe. Inzwischen beschäftige er vier Mitarbeiter. Seine „wilde Zeit“ habe er endgültig hinter sich gelassen und sei um ein straffreies Leben ehrlich bemüht.

Die Staatsanwältin erkannte an, dass die in der Tuppedose aufgefundene Drogenmenge nur geringfügig die strafbare, „nicht geringe Menge“ überschritten habe, und es sich wohl um einen „minderschweren Fall“ handle. Andererseits habe er diese Drogen aber aufbewahrt, obwohl ihn bereits ein Verfahren erwartet habe. Weil sie dem Angeklagten eine positive Sozialprognose stellen könne, beantrage sie eine Strafe von 14 Monaten Haft, die noch zur Bewährung ausgesetzt werden könne.

Der Verteidiger, Rechtsanwalt David Schietinger, stellte sich auf den Standpunkt, sein Mandant habe diese Drogen nie wirklich besessen oder gar genutzt. Somit habe es sich nicht um einen Besitz gehandelt. Sein Mandant sei freizusprechen.

Jetzt wird eine Gesamtstrafe gebildet

Die Vorsitzende Richterin Melanie Bartschat konnte dieser Argumentation nicht zustimmen. Jedoch räumte sie ein, dass es sich hier um einen atypischen Fall handle. Viele positive Umstände sprächen für den Angeklagten. Daher urteilte sie mit einer Haftstrafe von acht Monaten milde und setzte die Strafe zur Bewährung aus. Schwieriger werde es der 31-jährige Angeklagte allerdings vor dem Berufungsgericht haben, betonte sie. Dort werde dann eine Gesamtstrafe gebildet.

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