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DWD hebt Unwetterwarnung der Stufe 3 für Stadt und Landkreis Rosenheim auf

Am Sonntagabend wurde vor Starkregen, Hagel und Sturmböen gewarnt

DWD hebt Unwetterwarnung der Stufe 3 für Stadt und Landkreis Rosenheim auf

Landkreis Rosenheim – Der DWD veröffentlichte am Sonntagabend (26. September) eine amtliche …
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BRUCKMÜHLER MARKTGEMEINDERAT ENTSCHEIDET SICH GEGEN NEUBAU

Bruckmühl: Aussegnungshalle auf Friedhof Hinrichssegen wird saniert

Der versteckte Charme der bestehenden Aussegnungshalle soll durch eine Sanierung sichtbar gemacht werden.
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Der versteckte Charme der bestehenden Aussegnungshalle soll durch eine Sanierung sichtbar gemacht werden.
  • VonTorsten Neuwirth
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Die Qual der Wahl hatte der Bruckmühler Marktgemeinderat in seiner jüngsten Sitzung. Gesucht war eine Lösung dafür, dass auf dem Friedhof Hinrichssegen Abschied und Beisetzungen wieder in einem würdigen Rahmen stattfinden können. Zur Wahl standen zwei Neubauprojekte für mehr als zwei Millionen Euro oder eine Sanierung für circa eine Million Euro.

Bruckmühl – Obwohl sich sowohl Bruckmühls Rathauschef Richard Richter als auch OLB-Rat Richard Linke mit viel Engagement und einer emotionalen Wortwahl für den Neubau eines Leichenhauses mit Aussegnungshalle und Verabschiedungsraum (Variante 1) in der Juni-Sitzung des Marktgemeinderates einsetzten, war die Sachlage nach 69 Minuten Beratungszeit klar: Mit einem 18:6 Entscheid lehnten die Mandatsträger das Projekt „Neubau“ ab, um dann im zweiten Schritt mit 22:2 Stimmen eine Sanierung des jetzigen Bestandes auf den Weg zu bringen.

Dringender Handlungsbedarf

Das Leichenhaus auf dem Friedhof Hinrichssegen ist mit seinen 44 Jahren ganz schön in die Jahre gekommen. Es herrscht Handlungsbedarf. Darüber war sich das Gremium zu Sitzungsbeginn einig. Dementsprechend sah sich auch die Verwaltung in der zurückliegenden Zeit immer mehr mit Nachfragen und Beschwerden von Hinterbliebenen konfrontiert. Der Tenor war immer gleich: Der Zustand des Gebäudes ist für Trauerfeierlichkeiten unwürdig, unangemessen und nicht akzeptabel.

Der jetzige Container-Standort wird in einem Neubau für Arbeitsgeräte mit einbezogen.

Zu Beginn der Beratung stellten Architekt Christian Würfel und Josef Schweinsteiger vom Büro Würfel noch einmal detailliert die drei Alternativlösungen mit ihren Vor- und Nachteilen gegenüber. Für beide Neubauvarianten war ein „Ortswechsel“ in den noch brachliegenden nordwestlichen Arealbereich – zur Sudentenstraße – vorgesehen.

Zwei Millionen Euro sind dem Rat zu viel

Für die zwei neuen Alternativen mit unterschiedlicher Gebäudestruktur – kreuz- oder ellipsenförmig – und Freiflächenansatz benannte das Architekten-Duo Kostenvolumina von 2,5 beziehungsweise 2,1 Millionen Euro. Dem gegenüber würde eine Variante „Sanierung“ das Marktgemeindesäckel mit lediglich 958 000 Eurobelasten.

Nach Aussage von Harald Höschler (CSU/PW) komme einem beim Blick hinter die Kulissen unweigerlich ein „Auweia“ über die Lippen. Nach seiner Darstellung habe sich die Bestattungskultur in den letzten Jahren „dramatisch verändert“ – weg von der Erd- hin zur Urnenbestattung. Auch habe die Anzahl der Bestattungen mit deutlich weniger Trauergästen messbar nachgelassen. „Riesen-Beerdigungen“ gebe es kaum noch. Wichtig erschien ihm vor allem eine Vordachverlängerung mit mehr Sitzgelegenheiten für die „Kernhandlung“ der Trauerfeier. „Ein Neubau ist `nice to have´, muss aber nicht sein“, brachte er seine Sichtweise auf den Punkt.

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SPD/PU-Sprecher Robert Niedermeier sah einen Grund für die „Macken am Gebäude“ in der Lagerung der Arbeitsgeräte am und im Gebäude.

Für ihn war wichtig, den finanziellen Investitionsrahmen aller Gemeindeverpflichtungen im Blick zu halten, denn: „Irgendwo muss der Rotstift angesetzt werden“. Dem Bestandsgebäude attestierte er eine gelungene Architektur, die es durch eine Sanierung zu erhalten gelte.

Das Modell für die Variante eins begutachtet Grünen-Rat Wolfgang Huber.

Ähnlich sah dies Grünen-Rat Stefan Mager. Er wollte den „Charme des Leichenhauses mit hellen Farben wecken“ und dadurch auch der geänderten Bestattungskultur Rechnung tragen. Fraktionskollege Wolfgang Huber wollte dies noch durch ein separates Nebengebäude für Arbeitsgeräte ergänzt haben.

Braucht Hinrichssegen ein würdigeres Haus?

Bürgermeister Richard Richter (CSU/PW) plädierte „beherzt“ für die Neubau-Alternative mit Aufbahrungsraum, Aussegnungshalle und überdachtem Freibereich (Variante 1): „Auch wenn der Blick in die Zukunft mit Bedarfsbewertungen samt aller finanziellen Unwägbarkeiten schwerfällt, hat unser Friedhof mit seinem parkähnlichen Charme ein würdiges Haus verdient.“ Ein gewichtiges Argument war für ihn auch die deutlich längere Nutzungsmöglichkeit eines Neubaus gegenüber einer Sanierung.

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Richard Linke (OLB) brach ebenfalls eine Lanze für einen Neubau (Variante 1). Ihm fehlte in der ganzen Diskussion „der nötige Weitblick“. Aus seiner Erfahrung heraus wollen die Bruckmühler eine „dem Anlass entsprechende Aussegnungshalle“, aber eben an ihrem Wohnort. „Ein Vertrösten auf andere Kommunen geht in so einer Situation gar nicht“, so der OLB-Rat.

Neues Gebäude wäre langlebiger

Klar war für ihn auch, dass eine Sanierung jetzt zwar einen Kostenvorteil habe, „aber auf lange Sicht gesehen, ist dies zu kurz gedacht, unserer Gemeinde steht ein adäquates Gebäude gut zu Gesicht“.

In Summe sprach sich dann das Kommunalplenum mehrheitlich gegen einen Neubau und deutlich für eine Sanierung des Bestandagebäudes mit dem Neubau eines Nebengebäudes auf dem jetzigen Containerplatz an der Nord-Ost-Ecke des Friedhofareals aus.

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