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Marktausschuss hinterfragt Kosten

Bruckmühl: Ärger am Rübezahlweg 13

Das gemeindliche Wohnhaus am Rübezahlweg 13: Auch die innenliegenden offenen Treppenhäuser mit den Eingängen zu den Wohnungen wurden vom Marktausschuss diskutiert.
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Das gemeindliche Wohnhaus am Rübezahlweg 13: Auch die innenliegenden offenen Treppenhäuser mit den Eingängen zu den Wohnungen wurden vom Marktausschuss diskutiert.

Fehlende Kontinuität und Mehrkosten – der Bau der gemeindlichen Wohnanlage am Rübezahlweg 13 verlief bislang eher suboptimal. Trotzdem sollen die 17 Sozialwohnungen – darunter neun Notunterkünfte – im Sommer fertig sein. Zudem versprach der Architekt, dass die Mehrkosten nicht auf die Marktgemeinde zurückfallen.

von Torsten Neuwirth

Bruckmühl – „Wir werden unter dem Finanzvolumen von vier Millionen Euro bleiben, dafür stehe ich hier mit meinem Wort.“ Diese Klarstellung von Christof Lampadius, Geschäftsführer des LSA-Architekturbüros München, war die entscheidende und abschließende Kernaussage im Bruckmühler Marktausschuss. Hier wurden der Stand der Arbeiten an der Wohnanlage Rübezahlweg 13 und die Kosten kritisch hinterfragt.

Der vom Bruckmühler Marktgemeinderat im September 2019 freigegebene Kostenrahmen für das Wohnbau-Projekt beträgt vier Millionen Euro. Nach Darstellung von Bernd Krist, Sachbearbeiter Hochbau, liegen die bisherigen Gesamtkosten bei 3,98 Millionen Euro. Unter Einbeziehung aller Mehrkosten liege die Bilanz damit sogar um 37 000 Euro unter den Finanzvorgaben von 2019. Trotzdem sorgten innerhalb dieses Rahmens entstandene Mehrkosten für Klärungsbedarf bei den Mitgliedern des Marktausschusses.

Ambitioniertes Projekt der Gemeinde

Bürgermeister Richard Richter (CSU/PW) bezeichnete die Wohnanlage „als ambitioniertes Projekt“, das gut auf Kurs liege und bis zum Sommer erfolgreich abgeschlossen werden könne. Trotzdem forderte er, „die Nachberechnungen intensiv auf Fehlerquellen und Verantwortlichkeiten abzuklopfen“. Auch müsse die Frage geklärt werden, wer was zu verantworten und die Mehrkosten zu tragen habe.

Lampadius betonte. „Wir erledigen unsere Arbeit immer nach besten Wissen und Gewissen und haben versucht, dass Bestmögliche für die Gemeinde umzusetzen.“ Doch räumte er auch ein, dass sich das in Einzelbereichen nicht wie gewünscht realisieren ließ. Mit seiner Kollegin Nicole Jendges, Sachbearbeiterin und Angebotsprüferin, erläuterte er die aufgelaufenen Mehrausgaben bei diversen Gewerken.

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Die mit 107 536 Euro größte Position fiel auf Detail-, Planänderungen und Plananpassungen. Für Vergaben, Massenänderungen und fehlende Positionen soll die Gemeinde 127 898 Euro zahlen, für „Statik“ 16 758 Euro. Ausgaben für Gas schlagen mit 27 629 Euro und für Brandschutz mit 9820 Euro zu Buche. Als Gründe für diese zusätzlichen Ausgaben führte Nicole Jendges unter anderem notwendige Änderungen an, die bei der Leistungsvergabe noch nicht absehbar waren.

Als Beispiel nannte sie die Wärmepuppe: „Aufgrund unbekannter geologischer Grundwasser-Besonderheiten auf dem Baugrundstück mussten wir umplanen.“ Für CSU/PW-Rat Hubert Maier waren einige Begründungen nur schwer nachvollziehbar: „Mit Sachverstand hätte man einiges schon im Vorfeld abklären können.“

Markt muss keine Mehrkosten zahlen

Rathauschef Richter fragte nach, wie sicher das nun vorliegende Zahlenkonstrukt sei, ob es noch weitere Unwägbarkeiten gebe und wie es mit der Vier-Millionen-Grenze aussehe. Nicole Jendges versicherte: „Nach dem vorliegenden Zahlen- und Datenmaterial, das auch eine finanzielle Sicherheitsspanne einbezieht, steht eine Drei am Anfang der Abschlussrechnung.“

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Zudem versprach Christof Lampadius, dass die aufgelaufenen Mehrkosten in bilateralen Gesprächen mit den beteiligten Firmen so aufgeteilt würden, dass auf die Gemeinde nichts zurückfalle.

Einen idyllischen Blick über die Mangfall eröffnen die großen Fensterfronten in Richtung Süden.

Abschließend bedauerte Richter, dass er sich persönlich von der „Idee Holzbau“ ein Stück weit verabschieden müsse: „Unser Projekt sollte auch eine Referenz für andere Kommunen sein, doch dieser Idealismus ist bei mir deutlich geschwunden. Dazu tragen auch die fehlende Kontinuität in der Bauphase und der dreimalige Wechsel in der Bauleitung bei.“ Ohne weiteren Beratungsbedarf nahm das Gremium die Stellungnahme des Architekturbüros zur Kenntnis.

Insgesamt 17 Wohnungen entstehen

• Am Rübezahlweg 13 werden 17 Wohnungen über das Programm „Geförderter Wohnungsbau“ errichtet. Bis zum Sommer sollen sie bezugsfertig sein.

• Es entstehen neun Einraumwohnungen mit je 25 Quadratmetern – sogenannte Notunterkünfte.

• Zudem sind zwei Fünf-Zimmer-Appartments mit jeweils etwa 104 Quadratmetern, vier Vier-Zimmer-Wohnungen von einer Größe von je 88 Quadratemetern und zwei Drei-Zimmer-Domizile mit je 59 Quadratmetern geplant.

• Für diese acht zu vergebenen Wohnungen haben bisher 91 Antragsteller Interesse angemeldet, informiert Agnes Seibeck vom gemeindlichen Gebäudemanagement.

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