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Mit zwei kleinen Kindern plötzlich obdachlos

Nach Brand: Gabor und Klementina Balogh brauchen neue Bleibe – Notquartier für drei Monate in Bad Aibling

Plötzlich obdachlos: Gabor Balogh (von rechts), Sohn Hunor, seine Frau Klementina und Tochter Heike haben durch den Brand ihres Wohnhauses alles verloren. Bruckmühler Bürger brachten schon erste Spenden in den Gewerbepark, um allen 18 betroffenen Bewohnern schnell zu helfen.
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Plötzlich obdachlos: Gabor Balogh (von rechts), Sohn Hunor, seine Frau Klementina und Tochter Heike haben durch den Brand ihres Wohnhauses alles verloren. Bruckmühler Bürger brachten schon erste Spenden in den Gewerbepark, um allen 18 betroffenen Bewohnern schnell zu helfen.
  • Kathrin Gerlach
    VonKathrin Gerlach
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Familie Balogh steht vor dem Nichts. Von einem Moment auf den anderen haben Gabor (34), Klementina (29) und ihre Kinder Hunor (4) und Heike (3) alles verloren. Ihre Wohnung befand sich im zweiten Stock des Brandhauses im Bruckmühler Ortsteil Heufeldmühle.

Bruckmühl – Als am Mittwochmorgen der Nachbar aufgeregt an der Tür klopfte, waren sie zum Glück schon wach. „Wir sind einfach aus dem Haus gelaufen“, erinnert sich Klementina an den Schock. Sie hatten Glück im Unglück. „Wir haben gar nicht bemerkt, dass es brennt, auch keinen Rauch wahrgenommen. Zum Glück hat uns unser Nachbar gewarnt“, sagt die junge Mutter. So konnten sie ihr Leben retten. Und das, was sie auf dem Leib trugen. Mehr nicht.

Auch Geschenke für Weihnachten zerstört

Alle Möbel, alle Kleider, alle Erinnerungen sind zerstört. Die Weihnachtsgeschenke, die in den Schränken versteckt schon auf die Bescherung an Heiligabend warteten. Auch der Fuchs und der Elefant, die beiden Kuscheltiere, mit den die Kinder in den Schlaf finden. „Aber all das ist momentan nicht so wichtig wie ein neues Zuhause, das wir jetzt dringend brauchen“, betont Klementina. Die Baloghs wurden aufgefangen – von Kollegen, Freunden und vielen freiwilligen Helfern aus Bruckmühl. Für eine Nacht kamen sie bei ihren Freunden unter. Sie stehen ihnen zur Seite, stellen ihnen ihr Auto zur Verfügung, denn: „Wir haben gerade kein Auto, erst ab Montag wieder“, erklärt die Familie.

Lesen Sie auch: 18 Menschen in Bruckmühl verlieren bei Brand vor Weihnachten ihr Heim

Gestern konnten sie sich im Gebäude 22 des Gewerbeparkes – in unmittelbarer Nachbarschaft ihrer einstigen Wohnung – aus ersten Spenden schon einen Bruchteil des Allernötigsten aussuchen. Am Abend dann zogen die Baloghs in ihr Übergangsdomizil ein. Der Vermieter hat ihnen eine Wohnung in Bad Aibling angeboten. „Sie ist schön, alles sehr neuwertig. Es gibt zwei große Betten. Ich bin sehr dankbar für diese schnelle Hilfe“, so Klementina.

Dort werden sie das Weihnachtsfest feiern. Allein – nur mit den Kindern. Die Großeltern aus Ungarn können aufgrund der Corona-Pandemie nicht kommen. Die neue Notlage ihrer Kinder kam nun noch dazu. In der Übergangswohnung können die Baloghs bis März bleiben. Bis dahin müssen sie eine Alternative finden. Gabor arbeitet in einer Verzinkerei in Bruckmühl, Klementina ist freiberuflich als Versicherungsberaterin tätig. Wann sie wieder arbeiten können, wissen die beiden noch nicht. Zu groß ist das Chaos, das gerade in ihr Leben eingebrochen ist.

Die Kinder freuten sich jeden Tag auf ihre Spielkameraden in der Villa „Kunterbunt“. Doch ob sie nun jeden Tag von Bad Aibling nach Bruckmühl gebracht werden? „Wir wissen es noch nicht.“

Die Eltern haben ihren Kindern zwar erklärt, warum Fuchs und Elefant verschwunden sind. Doch ob sie das Ausmaß der Katastrophe wirklich schon begreifen, wird sich erst in den nächsten Tagen und Wochen zeigen.

In der Übergangswohnung können die Vier nun erst einmal zur Ruhe kommen. Dann müssen sie ein neues Zuhause finden. Die hohen Mietpreise in der Region erschweren die Suche, denn „mehr als 1000 Euro können wir uns nicht leisten“. Doch komme Zeit, komme hoffentlich Rat und ein faires Angebot.

Hoffnung auf faire Angebote

Die Marktgemeinde und der Vermieter Werndl&Partner bemühen sich um Lösungen für alle 18 betroffenen Bewohner vom Fabrikweg 1. „Wir haben Glück im Unglück“, weiß Klementina. „Anderen geht es schlechter“, sagt sie und denkt an Nachbarn, die ihr ganzes Bargeld in der Wohnung oder keine Versicherung hatten. Wer der Familie helfen möchte, kann sich an Elfriede Bengl-Kimmel vom Markt Bruckmühl wenden.

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