Viele Stammkunden rund um Bruckmühl

Brezn-Alm mit Kultstatus in Hinrichssegen: Moni Pecher (77) hat für alle ein gutes Wort

Moni Pecher versüßt dem dreijährigen Lorenz seinen Nachhauseweg mit Schoko-Nikoläusen. Er ist unterwegs mit Bruder Vincent und Mama Christine Stacheder .
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Moni Pecher versüßt dem dreijährigen Lorenz seinen Nachhauseweg mit Schoko-Nikoläusen. Er ist unterwegs mit Bruder Vincent und Mama Christine Stacheder .
  • vonThorsten Neuwirth
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„Moni`s Brez`n Alm“ genießt Kultstatus. Sie ist die wohl kleinste stationäre Backwarenverkaufsstelle im Landkreis Rosenheim und steht im Bruckmühler Ortsteil Hinrichssegen. Nicht allein die Größe der Alm – 6,96 Quadratmeter – ist rekordverdächtig, sondern auch ihre Inhaberin: Moni Pecher, 77 Jahre alt.

Bruckmühl – Ihre Alm hat sie mit 73 Jahren eröffnet, also eigentlich im besten Rentenalter. Moni, wie sie von ihren Bekannten, Freunden und Stammkunden genannt wird, ist nicht nur Inhaberin, Finanzchefin und Fachverkäuferin ihres „Mini-Gewerbes“, sondern auch Logistikerin, Lieferantin und Reinigungskraft. Selbstverständlich werden bei ihr auch alle behördlichen Auflagen umgesetzt. „Bei einer Kontrolle vor wenigen Tagen war wieder alles Bestens“, freut sich die 77-Jährige.

Ihre Kunden schätzen sie nicht nur für ihren Semmel-Service, sondern auch als gute Zuhörerin und Ratgeberin für all die kleinen Sorgen des Lebens. Und dass sie bei den Kinder so beliebt ist, liegt garantiert nicht nur an den Süßigkeiten für den Nachhauseweg, die es bei der Moni kostenlos gibt.

„Es ist einfach mein Leben“

In ihrer kleinen Verkaufsstelle hat sie – außer an Sonn- und Montagen – das komplette Bäckerei-Sortiment. Punkt 5.50 Uhr wird es ofenfrisch am Heimatweg angeliefert. Wer will, bekommt zur Frühstückssemmel den druckfrischen Mangfall-Boten dazu. Und obendrauf gibt’s kostenfrei den beliebten nachbarschaftlichen Ratsch.

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Die kleine Holzhütte im Ortsteil Hinrichssegen hat mittlerweile Kultstatus erreicht. Nicht nur bei den Stammkunden aus der Nachbarschaft, sondern auch bei Handwerkern und Schulkindern.

Dass Moni mit 77 Jahren fünfmal in der Woche in aller Herrgottsfrühe aufsteht, um ihre „Alm“ zu öffnen, hat vor allem einen Grund: „Es ist einfach mein Leben, ich bin gern für die Menschen da. Das hier ist für mich kein Beruf, sondern meine Berufung“, erklärt die „Unruheständlerin“ ihre berufliche Passion.

Mutter von vier Kindern

Angefangen hat alles 1967. Damals zog Moni, gebürtige Landshuterin und Mutter von vier Kindern, in die Mangfalltal-Gemeinde. Nach Jahren als selbstständige Damen-Friseurmeisterin und Heimarbeit, war sie in der Höglinger Bäckerei Messerer tätig. 2002 übernahm sie schließlich einen Getränkemarkt in der Egerländerstraße, baute das Angebot mit einer Lotto-Stelle, Zeitungen und Backwaren sukzessive aus und machte ihn zu einer Institution in Hinrichssegen. 2014 – Moni war schon 71 Jahre alt und längst im Ruhestand – folgte dann der Schock. „Nach einem Haus-Eigentümerwechsel musste ich innerhalb von sechs Monaten das Geschäft auflösen, das war eine s harte Zeit“, blickt die agile Mit-Siebzigerin wehmütig zurück.

Jochen und Lilli Kloppenborg gehören zu den langjährigen Stammkunden von Moni`s Brez`n Alm.

„Doch ich bin eine Kämpfernatur, gebe so schnell nicht auf“, sagt sie. Nachdem das Wehklagen der Hinrichssegener über eine fehlende Anlaufstelle im Ort immer lauter wurde, fand Moni eine Lösung: „Ich hab‘ die Ärmel hochgekrempelt und los ging’s“, beschreibt sie. Tatkräftige Unterstützung erhielt sie dabei nicht nur vom Höglinger Bäckermeister Sepp Messerer, sondern auch von Franz-Josef Ametsbichler. Der stellte kurzerhand seine Garagenzufahrt zur Verfügung. Eine alte Holzhütte des Vagener Hufeisenclubs wurde zum ersten Lädchen umfunktioniert.

„Doch da hat es so durchgezogen, dass mir im ersten Winter bald die Finger abgefroren wären, da hat nur die Wärmflasche der alten Messererin geholfen“, beschreibt Moni mit einem Lächeln die erste „Eiszeit“ im Provisorium. Da Monis Projekt schon nach kurzer Zeit von Erfolg gekrönt war, bekam sie von ihrem Bäcker eine professionelle Verkaufsstelle aus Massivholz samt Strom- und Heizungsanschluss: Und so war der Grundstein gelegt für „Moni’s Brez’n Alm“ – die kleinste Verkaufsstelle weit und breit.

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