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Brenner-Nordzulauf: „Ostermünchen ist auf jeden Fall betroffen“

Alle fünf Trassenvarianten des Brenner-Nordzulaufbetreffen Ostermünchen. Im Gemeindeforum Rosenheim Nord vertritt Bürgermeister Georg Weigl die Interessen der Gemeinde Tuntenhausen. Gerlach

Neueste Informationen über den Planungsstand zum Brenner-Nordzulauf erhoffen sich die Teilnehmer der Gemeindeforen. Dazu gehört neben Bad Aibling, Großkarolinenfeld, Prutting, Schechen und Vogtareuth auch Tuntenhausen. Im Interview erklärt Bürgermeister Georg Weigl, woran die Planer gerade arbeiten.

Herr Weigl, nach den vielen Mahnfeuern gegen den Brenner Nordzulauf im Tuntenhausener Gemeindegebiet drängt sich aktuell die Frage auf: Gibt es etwas Neues?

Etwas wirklich Neues wird es erste Ende des Jahres geben, wenn aus fünf Trassenvarianten die eine endgültige ausgewählt wurde. Gegenwärtig werden die fünf Varianten geprüft. Ein Planungsbüro hat im Gemeindeforum jetzt genau erläutert, wie das abläuft. Die Trassenverläufe werden wirklich Meter für Meter auf ihre Machbarkeit hin untersucht. Uns wurde das am Beispiel der Untertunnelung des Inn bei Nussdorf und der Querung der A 8 bei Wasserwiesen erläutert. Sehr interessant. Auf diese Weise entsteht für jede Streckenvariante ein Kriterienkatalog, auf dessen Grundlage letztlich eine Variante ausgewählt wird.

Welche es auch immer sein wird – Ostermünchen ist betroffen, oder?

Ja. Ganz egal, ob die Trassenvarianten östlich oder westlich an Rosenheim vorbeiführen. Ostermünchen ist auf jeden Fall betroffen. Die gravierendsten Auswirkungen auf unsere Gemeinde hätten die beiden Varianten, die Verknüpfungsstellen entweder in Ostermünchen-Stetten oder in Aubenhausen vorsehen.

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Die Gemeinde hat ihre Bedenken kundgetan, aber glauben Sie, dass diese in die Planungen einfließen?

Das werden wir sehen. Wichtig ist, dass wir unsere Position klargemacht haben. Unsere entscheidende Forderung ist, dass wir eine unterirdische Neubautrasse fordern. Eine Verknüpfungsstelle in Ostermünchen lehnen wir ab. Unser Bahnhof und das Niveau des Personanennahverkehrs müssen erhalten bleiben. Zudem muss die Planung der Neubaustrecke bis Grafing vorangetrieben werden. Und das soll in diesem Jahr auch passieren.

Eine viergleisige Neubaustrecke und die Verknüpfungsstelle in Ostermünchen würden Existenzen bedrohen. Wie ist die Stimmung bei den potenziell Betroffenen?

Ich führe viele intensive Gespräche mit den betroffenen Landwirten. Ihre Sorgen sind berechtigt. Und die Betroffenheiten der Menschen sind überall anders. Der Gemeinderat und ich als Bürgermeister setzen uns dafür ein, dass die Folgen für die Landwirtschaft so gering wie möglich gehalten werden. Deshalb ja auch die Forderung nach einer Tunnelbauweise. Eine überirdische viergleisige Neubaustrecke mit Verknüpfungsstelle, Bahnhof und Parkplätzen würde in einem Ausmaß landwirtschaftliche Nutzfläche vernichten, das wir nicht akzeptieren. Es wäre ein gravierender Eingriff ins Privateigentum, also die privaten Flächen – die Existenzgrundlage unserer Landwirte. Die Flächen hier sind eh schon knapp. Und wir haben in der Gemeinde den größten Milchviehbestand des Landkreises.

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Es ist also kein Platz für den Brenner Nordzulauf.

Wir müssen uns natürlich grundsätzlich Gedanken darüber machen, wie wir den Verkehr von der Straße auf die Schiene bringen, aber es muss für alle erträglich sein. Zudem muss vor dem Bau des Brenner Nordzulauf der tatsächliche Bedarf aktuell ermittelt werden.

Können die Landwirte denn mit ihren Privatflächen heute noch planen – beispielsweise noch neue Laufställe bauen?

Auf jeden Fall. Nachdem in diesem Jahr die Trasse festgelegt werden soll, kommen die Genehmigungsphase, das Planfeststellungsverfahren, was vermutlich mit Klagen einhergeht. Das sind langwierige Prozesse. Meiner Meinung nach wird der Bau des Brenner Nordzulauf nicht vor 2035 beginnen.

Die Väter und Großväter legen heute also den Grundstein für das Leben ihrer Söhne und Enkel?

Ja, der Brenner Nordzulauf ist für die Bahn ein Jahrhundert- und für die Menschen hier ein Generationenprojekt. Die Kinder von heute werden mit dem Ergebnis umgehen müssen, das wir im Ringen um einen verträglichen Ausbau der Bahntrasse erreichen. Und deshalb wollen wir auch so weit wie möglich Einfluss nehmen.

Interview: Kathrin Gerlach

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