Da braucht’s kein Gegenmittel: „Alpaka-Fieber“ im DBBC-Campus Bad Aibling

Cäsar und Grüffelo (hinten) präsentieren gemeinsam mit ihren neuen Kameraden Mowgli und „noch namenlos“ die schnittige Sommerfrisur.

Ein relativ ungefährlicher, jedoch hoch ansteckender Virus grassiert immer noch auf dem Dietrich-Bonhoeffer-Bildungscampus (DBBC) in Bad Aibling: das Alpaka-Fieber. Die langmütigen Tiere, von und mit denen sich viel lernen lässt, haben jetzt Zuwachs bekommen.

Bad Aibling– Die neugierigen Tiere mit den großen Kulleraugen und dem treuherzigen Blick sind zu einem festen Schwerpunkt der Ganztagsschule geworden. Wenn auch coronabedingt momentan keine AGs stattfinden können, so werden die Alpakas doch liebevoll vom Personal und dessen Familienangehörigen umsorgt.

Vier Jungtiere sind hinzugekommen

Nach dem tragischen Verlust von Alpaka Groot, der bei einer Hundeakttacke so schwer verletzt wurde, dass er eingeschläfert werden musste, ist die Herde nun wieder kontinuierlich am Wachsen. Aus dem Stall des erfahrenen Alpakazüchters Heinz Kuhne-Pfaff aus Landsberg konnte das DBBC vier Jungtiere dazu erwerben. Zwei einjährige Hengste, Mowgli und ein noch Namenloser, leisten den Oldies Grüffelo (7) und Cäsar (12) auf dem B&O-Gelände Gesellschaft.

Die Wolle muss ab: Die Alpakahengste vom Dietrich-Bonhoeffer-Bildungscampus mögen‘s in den warmen Monaten lieber luftig. DBBC

Die Mädchen-WG ist ausgelagert

Da Hengste und Stuten nicht zusammen gehalten werden können, wurde zudem eine „ausgelagerte“ Mädchen-WG gegründet. Die zweijährigen Damen Cleopatra und Bella haben ihr Quartier bezogen und sollen einen weiteren Aspekt des Schwerpunkts abdecken: Fortpflanzung und Aufzucht. Mit Spannung wird erwartet, ob der Besuch des Zuchthengstes Cäsar erfolgreich war und nach 11,5 Monaten Tragzeit Nachwuchs das Licht der Welt erblickt.

Eine Schwangerschaft lässt sich bei Alpakas nämlich schwer feststellen und bleibt oft bis zur Geburt nicht erkennbar. Diese verläuft dafür in der Regel unkompliziert, was auch daran liegen mag, dass die Muttertiere immer nur mit einem Baby trächtig sind.

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Die jüngste Aufregung in der Herde war allerdings nicht dem Nachwuchs, sondern der jährlich anstehenden Schur geschuldet. Jedes Frühjahr müssen sich die Tiere von ihrem beachtlichen Pelz verabschieden, da in den heißen Sommermonaten unter dem dichten Vlies ein Hitzestau entstehen könnte. Dafür gibt es deutschlandweit einige wenige mobile Scherer, die mit speziellen Apparaten und einem eigens konstruierten Schertisch das Vlies sicher und effizient abnehmen.

Bereits zum wiederholten Mal ist deshalb Heinz-Kuhne Pfaff angereist, der neben der Alpakazucht und der Herausgabe der Alpakazeitschrift Allespaka auch noch das Scheren der Tiere professionell betreibt. Was nach einer beidseitig kräftezehrenden Prozedur aussieht, scheint den Alpakas nicht allzu viel Stress zu bereiten. Geduldig – wie es ihrem Naturell entspricht – ließen Grüffelo und Co. die Schur über sich ergehen.

Caesar nimmt‘s gelassenund lässt sich von Heinz-Kuhne Pfaff (rechts) den neuen Look verpassen. Schließlich sind mit DBBC-Geschäftsführer Markus Schmidt und Schulsozialarbeiterin Karin Loos seine Vertrauenspersonen mit dabei.

Optisch eine klare Typveränderung

Um zwei Kilo erleichtert und optisch einer Typveränderung unterzogen, gingen die Tiere schnell wieder zum Alltagsgeschäft über: fressen, schlafen und die Menschen auf ihren Spaziergängen begleiten.

Für eine Verwertung des kostbaren Vlieses gibt es im DBBC schon einige Ideen, man könnte es filzen oder zu Bettwaren verarbeiten lassen. Abnehmer gäbe es sicher genügend, denn die Wolle der Alpakas zählt neben Kaschmir und Seide zu den wertvollsten und besten Fasern der Welt.

Vorfreude auf das Wiedersehen wächst

Die momentane Ruhe im Alpakastall könnte auch bald ein Ende haben. Wenn es die Coronasituation zulässt, sollen nämlich im Schulbetrieb nach den Pfingstferien die AGs Stück für Stück wieder zum Leben erwachen. Für die auf Eis gelegten Freundschaften zwischen Schülern und Alpakas wäre das ein freudiges Wiedersehen und für alle ein langersehnter, vorsichtiger Schritt in Richtung Normalität.

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