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Gutachter sind im Einsatz

Bodenproben sollen Altlasten in Bad Aibling klären

Nach der Beprobung wurden die Erdhügel auf der Baustelle an der Dieselstraße abgedeckt. Mittlerweile sollen sie bereits entfernt sein. MIt den Ergebnissen aus den Proben ist kommende Woche zu rechnen.
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Nach der Beprobung wurden die Erdhügel auf der Baustelle an der Dieselstraße abgedeckt. Mittlerweile sollen sie bereits entfernt sein. MIt den Ergebnissen aus den Proben ist kommende Woche zu rechnen.
  • Silvia Mischi
    VonSilvia Mischi
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Früher hatte fast jede Kommune eine eigene Hausmülldeponie. Ein legaler Hausmüll-Ablageort war auch in Bad Aibling – an der Thürhamer- beziehungsweise Ellmosener Straße und Dieselstraße, wie sich Aiblinger erinnern. Dort gibt es jetzt Probleme.

Bad Aibling – Den Dreck aus den Deponien sieht man nicht mehr. Bebauung ist stattdessen darauf im Laufe der Jahre entstanden. In den 70er-Jahren war die Gefahr durch etwaige Verschmutzungen des Bodens oder gar des Grundwassers nicht so präsent wie heutzutage. Deshalb ist die Aufregung um eine Baustelle an der Dieselstraße, dortiges etwaiges contaminiertes Material sowie weiterreichende Verschmutzungen im nördlichen Stadtgebiet bei Anwohnern und Aiblinger Bürgern groß.

Ergebnisse bis Ende Oktober erwartet

Bei Bautätigkeiten waren Auffälligkeiten am Boden entdeckt worden. Es wurden Bodenproben genommen, und die Ergebnisse der zuständigen Stelle für Altlasten im Landratsamt Rosenheim übermittelt. Daraus ergab sich der Verdacht, dass hier möglicherweise Altlasten zu finden sein könnten.

Wenn es einen Verdacht auf Altlasten gibt, ist der nächste Schritt eine sogenannte orientierende Untersuchung. Federführend ist hier das Wasserwirtschaftsamt. Auf jedem der betroffenen Grundstücke wird aktuell eine Bodenprobe genommen und untersucht.

Gutachten soll bis Ende 2021/Anfang 2022 vorliegen

Dies dauert voraussichtlich bis Ende Oktober. Im Anschluss wird von dem beauftragten Unternehmen ein Gutachten erstellt. „Wir gehen derzeit davon aus, dass uns dieses bis Ende 2021/Anfang 2022 vorliegt“, so Ina Krug, Sprecherin des Landratsamtes Rosenheim auf Nachfrage unserer Zeitung. Man könne verstehen, dass dies für die betroffenen Grundstückseigentümer sehr nervenaufreibend ist. Aber jetzt gelte es, Ruhe zu bewahren und die Ergebnisse der Proben und des Gutachtens abzuwarten.

Aus Erkenntnissen werden nächste Schritte erarbeitet

Gewonnene Erkenntnisse aus den Bodenproben würden ergeben, ob es Altlasten gibt und falls ja, wie stark die Belastung sei, und wie umfänglich die Altlastensanierung im Anschluss erfolgen müsse. „Es besteht die Möglichkeit, dass die Kosten der Altlastensanierung über einen Fonds getragen werden“, so Krug. Die mögliche Übernahme der Kosten befinde sich derzeit noch in der Prüfung. „Es dauert aber, bis die Untersuchungen abgeschlossen sind, und die Ergebnisse vorliegen“, betont Krug.

Bürgermeister Stephan Schlier hatte seit bekanntwerden der Problematik regelmäßige Informationen im Stadtrat dazu und Prüfung der Sachlage angekündigt. Passend dazu auch ein Antrag von Andreas Winhart (AfD): Neben den Nachforschungen des Landratsamtes Rosenheim, welche – wie berichtet – aktuell laufen, „soll die Verwaltung aufgrund des Vorfalls von möglichen Altlasten in der Thürhamerstraße/Dieselstraße nach weiteren belasteten Gebieten im Stadtgebiet in historischen Dokumenten recherchieren und hierzu umgehend dem Stadtrat berichten“.

Gemeindlichen Mülldeponien waren früher Usus

Ferner seien für alle Fälle von gemeindlichen Mülldeponien auf dem Stadtgebiet Bad Aiblings Gelder zur Übernahme der Haftung über den Unterstützungsfonds zur Unterstützung der Kommunen bei der Finanzierung der Erkundung und Sanierung gemeindeeigener Hausmülldeponien beim bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz zu beantragen.

Für Fälle wie in Bad Aibling gibt es beispielsweise die Gesellschaft zur Altlastensanierung in Bayern mbH (GAB). Das vom Freistaat und den kommunalen Spitzenverbänden getragene Unternehmen unterstützt seit 1989 Gemeinden und Landkreise fachlich wie finanziell bei der Altlastenbeseitigung.

Die Frage ist dann aber noch, in welchem Umfang – komplett ausheben, Oberflächenabdichtung, Abspundung oder sonstige Sicherheitsmaßnahmen. Die geeignetste und angemessenste Maßnahme wird laut dem Unternehmen umgesetzt.

„Wenn zum Beispiel jemand bauen will, kann er im Rahmen der Baumaßnahme direkt auch eine komplette Altlastensanierung durchführen“, ergänzt Krug. Das mache Sinn, wenn zum Beispiel sowieso eine Tiefgarage gebaut werden soll. Dann hebe der Bauherr nicht nur die Grube für die Tiefgarage aus, sondern für den kompletten Bereich und entsorge den Boden fachgerecht. Dafür müssten auch entsprechende Entsorgungsnachweise vorgelegt werden.

Engmaschige Berichterstattung an Landratsamt

Der Bauherr könne zwar gleich loslegen, zahle aber die Kosten für die Altlastensanierung komplett aus der eigenen Tasche. „Dazu muss ebenfalls auf eigene Kosten ein vom Landesamt für Umwelt bestellter Gutachter beauftragt werden, der diese Baumaßnahme und die parallel stattfindende Altlastensanierung begleitet und dem Landratsamt Rosenheim engmaschig Bericht erstattet über das, was gefunden wird und wie etwas entsorgt wird“, so die Pressesprecherin der Behörde.

Bauherr in engem Kontakt mit Behörde

In vorliegenden Fall gehe es um eine solche Altlastensanierung im Zuge einer geplanten Baumaßnahme. „Leider wurde es versäumt, uns mitzuteilen, dass die Arbeiten jetzt begonnen haben. Eine Kollegin war jüngst vor Ort und hat sich alles angeschaut. Es wurde vereinbart, dass die dort offenbar von anderen Baustellen angefahrenen Haufen weggefahren, beprobt und entsorgt werden“, so Krug. Zum anderen wurde festgelegt, dass der beteiligte Gutachter in einer Woche einen Bericht vorlegen muss, was bisher auf der Baustelle passiert ist und in Zukunft, wie vorgeschrieben engmaschig an das Landratsamt Rosenheim Bericht erstatten muss.

Hilfe über die Gesellschaft zur Altlastensanierung in Bayern mbH (GAB)?

Seit über 30 Jahren fördert die Gesellschaft zur Altlastensanierung in Bayern mbH (GAB) die Erkundung und Sanierung von Altlasten in Bayern. Zentrale Aufgabe der GAB ist gemäß Satzung die finanzielle und fachliche Unterstützung der bayerischen Gemeinden, Städte und Landkreise bei der Altlastensanierung. Daneben erbringt die GAB Beratungsleistungen, übernimmt Projektsteuerungen und bietet eine Plattform für alle Aktivitäten rund um die Altlastensanierung. Die GAB unterstützt die Landkreise und kreisfreien Städte bei der Untersuchung und Sanierung industriell-gewerblicher Altlasten, für die eine Kostendeckung durch Verpflichtete nicht erreichbar ist. Bei der Erkundung und Sanierung gemeindeeigener Hausmülldeponien ist die GAB Partner der kreisangehörigen Gemeinden und Städte.

Die GAB kennt die im Einzelfall zielführenden Sanierungstechnologien und die aktuelle Gesetzgebung und hat Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Fachbehörden und qualifizierten Fachfirmen. Dies alles gewährleistet einen effizienten Sanierungsablauf und macht die GAB zu einem wertvollen Partner. Ziele der GAB: Die Finanzierungsproblematik der Altlastenbewältigung für die bayerischen Gemeinden, Städte und Landkreise entschärfen. Raumplanerische Entwicklungshemmnisse durch Untersuchung und Sanierung von Altlasten beseitigen. Flächenrecycling von vormals altlastenbehafteten Grundstücken ermöglichen und dadurch den Verbrauch neuer Flächen reduzieren.

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