Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Rosige Zeiten gehen zu Ende

Blumenladen Kefer in der Bahnhofstraße in Bad Aibling schließt nach 55 Jahren

Die letzten Töpfe: Michael Kefer bringt sie in die familieneigne Gärtnerei. Foto: Weinzierl
+
Die letzten Töpfe: Michael Kefer bringt sie in die familieneigne Gärtnerei.
  • Ines Weinzierl
    VonInes Weinzierl
    schließen

Seit 55 Jahren gibt es den Blumenladen Kefer an der Bahnhofstraße. Jetzt ist Schluss, die Familie Kefer gibt das Geschäft nach 55 Jahren auf. Mit den Heimatzeitungen sprach sie über die Gründe für die Schließung, darüber, wie es der Familie geht und ob es schon einen Nachmieter gibt.

Bad Aibling – Familie Kefer schließt Ende des Monats ihr Blumengeschäft in der Bahnhofstraße. Am 31. Januar wird die Tür des traditionsreichen Ladens für immer geschlossen. 55 Jahre lang hat die Familie Kefer das Geschäft in der Bahnhofstraße geführt. Gegründet haben es Mitte der 60er-Jahre Inge und Josef Kefer, die Großeltern des heutigen Chefs Michael Kefer (44). Er hat 2008 von Papa Josef (69) übernommen.

Entscheidung fiel im Herbst

Leicht fällt der Abschied der Familie nicht: „Es ist mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, erzählt Michael Kefer und wischt mit der Hnad über den alten Holztisch im Hinterraum des Ladens, an dem unzählige Blumensträuße gebunden wurden. „Wir haben uns im Herbst dazu entschieden.“

Die Gründe seien zum einen langwierige Krankheiten zweier Floristinnen, die im Laden standen und Träume aus Rosen, Tulpen und Nelken zauberten. Zum anderen die vergebliche Suche nach neuen Floristen. Mittlerweile sind die beiden Floristen wieder gesund und sind nun in der großen Gärtnerei an der Staatsstraße beschäftigt. „Die Gärtnerei bleibt natürlich“, sagt Michael Kefer.

Ausbildung zum Gärtner

Er ist mit dem Blumenladen an der Bahnhofstraße aufgewachsen: „Als kleiner Bub habe ich mit meinem Vater von hier aus die Blumen ausgefahren.“ Und da er quasi die Liebe zu den Pflanzen mit der Muttermilch aufgesogen hat, war klar, dass er nach der Schule eine Ausbildung zum Gärtner macht.

Michael Kefer vor dem Blumengeschäft in der Bahnhofstraße. 55 Jahre lang hat die Familie dort ihren Laden geführt.

Genau wie sein Vater Josef: „Ich war 14“, erinnert sich Josef Kefer, „als ich mit der Lehre in München begonnen habe.“ Mitte der 60er-Jahre beschlossen seine Eltern Josef und Inge, den Blumenladen in der Bahnhofstraße aufzubauen. Parallel dazu hatten sie die große Gärtnerei nahe des Krankenhauses – Josef Kefer realisierte dann die große Gärtnerei an der Staatsstraße im Jahr 2000.

Vorher gab es dort ein Bekleidungsgeschäft

„in der Bahnhofstraße war vorher ein Bekleidungsgeschäft“, erinnert er sich. Gemeinsam habe die Familie damals die Räume geweißelt und alles eingerichtet, erzählt er. Und dann ging es los mit dem Verkauf der vielen Blumen. Vor etwa 30 Jahren kam der Schriftzug „Blumen Kefer“ an der Außenfassade dazu. Ob die bleiben wird, ist noch ungewiss (siehe unten).

Biele Kunden haben bei Familie Kefer angerufen, als sie die Schilder im Schaufenster des Blumengeschäftes gelesen haben: „Wegen Krankheit geschlossen.“ „Einige sind traurig“, sagt Josef Kefer und hofft, dass die Kunden ihnen auch an der Staatsstraße treu bleiben.

Familie ist wehmütig

Ist es eine Ära, die da zu Ende geht? Nein, das würde er nicht sagen, zeigt sich Josef Kefer bescheiden. Und sein Sohn sagt: „Wir schauen nach vorne.“ Das tut die Familie gemeinsam – Seite an Seite. Aber wenn er daran denkt, dass am 31. Januar in der Bahnhofstraße für immer Schluss sein soll, wird Josef Kefer dann nicht wehmutig? „Ja, ein bisserl scho.“

Hausverwaltung in Gesprächen mit neuem Mieter

Das Gebäude an der Bahnhofstraße 14 gehört der Bad Aiblingerin Annemarie Feile. „Auch sie bedauert den Auszug der Familie Kefer. Sie hat die Familie sehr geschätzt“, sagt Hausverwalter Georg Steinsdorfer von Steinsdorfer Immobilien auf Anfrage des Mangfall-Boten. Das tut auch die Familie Steinsdorfer. „Wir kennen uns lange und waren Kunden“, sagt er. Und das werden er und Feile auch weiterhin bleiben. Aber wie geht es weiter mit dem Haus? „Wir sind in konkreten Gesprächen“, sagt er.

Wer der etwaige neue Mieter ist und welchen zeitlichen Rahmen es für einen Einzug gibt, dazu kann er noch nichts sagen. Bleibt denn der Schriftzug „Blumen Kefer“ erhalten? „Wir lassen ihn erst einmal dran“, sagt Steinsdorfer. Irgendwann soll das Gebäude generalsaniert werden. Wie es dann mit dem Schriftzug weitergeht, steht noch nicht fest.

Mehr zum Thema

Kommentare