Tuntenhausen

Baugebiet Biberg-Süd kommt 2021: Sechs Parzellen können bebaut werden

In dieser Form wird es das Baugebiet Biberg-Süd nicht geben. Ein Bebauungsplan kann nur für die sechs Parzellen (oben im Bild) aufgestellt werden. Für die Bebauung des vereinzelten Grundstücks im Süden (unten im Bild) wird nach Lösungen gesucht.  RE
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In dieser Form wird es das Baugebiet Biberg-Süd nicht geben. Ein Bebauungsplan kann nur für die sechs Parzellen (oben im Bild) aufgestellt werden. Für die Bebauung des vereinzelten Grundstücks im Süden (unten im Bild) wird nach Lösungen gesucht. RE

Die Aufstellung eines Bebauungsplanes für Biberg-Süd in Tuntenhausen gestaltet sich komplizierter als gedacht. Jetzt wurde er zwar als Satzung beschlossen, allerdings in abgespeckter Form: Sechs Bauparzellen sind möglich, ein freistehendes Wohngebäude und ein landwirtschaftliches Nebengebäude

Tuntenhausen – Die Aufstellung eines Bebauungsplanes für Biberg-Süd gestaltet sich komplizierter als gedacht. Schon seit zwei Jahren beschäftigt sich der Tuntenhausener Gemeinderat damit. Zweimal schon lag der Bebauungsplan öffentlich aus, konnten Behörden und Träger öffentlicher Belange ihre Meinung kundtun.

Nur sechs Parzellen sind rechtlich möglich

In Biberg-Süd sollen sechs Bauparzellen entstehen. Dafür wurde ein Bebauungsplan entworfen, den der Gemeinderat schon im November 2019 billigte. Um einem weiteren Bauwunsch zu entsprechen und in Verbindung mit der Verlagerung eines Stadels die Errichtung eines Wohngebäudes (Flurnummer 2561 – im Foto links unten) zu ermöglichen, wurde der Geltungsbereich des Bebauungsplanes erweitert.

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Bei der öffentlichen Auslegung dieses geänderten Bebauungsplanes stellte sich nun aber heraus, dass eine Erweiterung des Planungsgebietes rechtlich nicht möglich ist. Das Landratsamt Rosenheim machte darauf aufmerksam, dass die geplante Erweiterung des Bebauungsgebietes die Rechtmäßigkeit des gesamten Bebauungsplanes infragestelle.

Eine Nachfrage bei der Rechtsberatung der Gemeinde bestätigte das. Nach Paragraph 13 b Satz 1 des Baugesetzbuches seien Wohnnutzungen im Außenbereich nur auf Flächen zulässig, die sich an im Zusammenhang bebaute Ortsteile anschließen, heißt es in der rechtlichen Bewertung. Dafür allerdings sei besagtes Grundstück zu weit vom bestehenden Siedlungsbereich entfernt.

Bebauungsplan auf den Weg gebracht

Um den Bebauungsplan nach zwei Jahren endlich auf den Weg zu bringen, beschloss der Gemeinderat daher einstimmig, den südlichen Erweiterungsbereich des Bebauungsplanes Biberg-Süd mit einem freistehenden Wohngebäude und einem landwirtschaftlichen Nebengebäude wieder aus dem Planungsgebiet herauszunehmen. Nicht aber, ohne zu betonen, dass man zumindest versucht habe, „einem Einheimischen die Möglichkeit zu geben, auf seinem Grundstück zu bauen“, wie Martin Lurz (WG Hohenthann) mit Bedauern feststellte.

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Der Bebauungsplan für Biberg-Süd für die sechs Parzellen (im oberen Bereich des Bildes) wurde einstimmig als Satzung beschlossen. Nach der öffentlichen Bekanntmachung tritt er in Kraft. Im nächsten Schritt wird die Erschließung des Bereiches von der Gemeinde ausgeschrieben. Bürgermeister Georg Weigl (CSU/FWG) schätzt ein, dass in Biberg-Süd bereits 2021 gebaut werden könne. Ein ortsansässiger Bauwerber bleibt auf der Strecke.

Gemeinde bemüht sich um Lösung

Zumindest für den Moment. Nach der rechtlichen Bewertung besteht für die südliche Erweiterung derzeit „keine städtebauliche Rechtfertigung“. Trotzdem kündigte der Bürgermeister an, nach anderen Möglichkeiten zu suchen, um das Grundstück an die Bebauung anzuschließen. Eine davon wäre, auch für die Flurstücke 3270 und 3181/2 einen Bebauungsplan aufzustellen, um das Flurstück 2561 an die Bebauung anzubinden. Der Vorschlag wurde vom Gemeinderat wohlwollend aufgenommen. Eine Entscheidung dazu gibt es aber noch nicht.

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