Fit für den Beruf: «Das Wollen ist wichtig»

Heufeld - «Fit für die Ausbildung?» - Unter diesem Motto lud der Arbeitskreis «Schule-Beruf» der Justus-von-Liebig-Schule die Schüler der Jahrgangsstufen acht bis zehn mit ihren Eltern zu einer Informationsveranstaltung ein, bei der

Referenten aus der regionalen Wirtschaft und «Personal-Profis» Tipps über die Anforderungen des Ausbildungsmarktes an seine künftigen Azubis gaben.

Moderiert wurde der Info-Abend von Nicole Dixon (Leiterin Arbeitskreis «Schule-Beruf»). Elisabeth Zinsberger, Berufsberaterin bei der «Agentur für Arbeit», wies auf die im Dezember 2008 mit 3,5 Prozent niedrigste Arbeitslosenrate im Bereich des Agentur-Bezirkes Rosenheim seit 17 Jahren hin und setzte sich kritisch mit bestimmten «Horrormeldungen» in der Presse auseinander. Das Lehrstellenangebot in der Region sei gut, «jeder, der will und kann», habe gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz. Für die, «die nicht können», gäbe es verschiedene Förderprogramme, um sie für die Ausbildung fit zu machen. All jenen, «die den Ernst der Lage bis jetzt noch nicht erkannt haben», empfahl sie dringend, in der verbleibenden Schulzeit ihre Noten wenigstens noch zu verbessern. Sie lud alle interessierten Schüler zu Berufsberatungsgesprächen ein und sprach auch Anmeldefristen bei Schulen und Behörden an.

Florian Kunze, Ausbildungsleiter für Industriekaufleute bei der «Höhenrainer Delikatessen GmbH» und Dozent an der IHK-Akademie Rosenheim, schilderte seinen eigenen beruflichen Werdegang sowie die Ausbildungsmöglichkeiten im Unternehmen und gab wertvolle Tipps für die Gestaltung von Bewerbungsunterlagen («bewerben heißt für sich werben») und interessante Ratschläge für ein erfolgreiches Bewerbungsgespräch.

Beate Goldmann, in deren Bruckmühler Handwerksbäckerei regelmäßig Bäcker und Verkaufsfachkräfte ausgebildet werden und auch Möglichkeiten für Praktika bestehen, nannte «Motivation und Leidenschaft» als wichtigste Voraussetzungen für eine Ausbildung in den beiden Berufen, die auch gute Weiterbildungs- und Aufstiegschancen böten. Von den Bewerbern erwarte sie ferner die Beherrschung der Grundrechenarten sowie persönliche Eigenschaften wie Freundlichkeit, Höflichkeit und Pünktlichkeit.

Petra Müller, selbstständig im Ausbildungsmanagement tätig und vormals Ausbildungsleiterin bei Gabor, bezeichnete die «Freude am Beruf» als wesentlichen Faktor für eine erfolgreiche Ausbildung. «Das Wollen ist wichtig», unterstrich sie und hob auch die Begriffe «Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit» hervor, zu den weiteren Schlüsseleigenschaften zähle vor allem auch der Respekt vor den Vorgesetzten und Mitarbeitern und vor dem Eigentum des Unternehmens. Die Schulnoten seien natürlich wichtig, aber auch der persönliche Eindruck bei den Bewerbungen. «Das Ende der Schule heißt nicht Ende des Lernens», mahnte sie, in der Ausbildung und im Beruf sei heute ständige Lernbereitschaft gefordert.

Nach den Referaten der «Profis» berichteten Stefan und Sebastian Lehmann als ehemalige Schüler der Justus-von-Liebig-Schule von ihren Erfahrungen bei Bewerbungen und Ausbildungsstellen. Auch wenn sich anfangs nicht alles nach Wunsch entwickelt hätte, stünden sie durch Flexibilität und Zielstrebigkeit heute beide in einem interessanten Ausbildungsverhältnis. Als sehr hilfreich erwies sich nach ihrer Einschätzung das Üben von Vorstellungsgesprächen an der Schule.

Eröffnet wurde die Veranstaltung von Rektorin Veronika Käferle, die neben den schulischen Leistungen die Förderung der Persönlichkeitsbildung unterstrich und Tugenden und Werte wie Zielstrebigkeit, Ausdauer, Sorgfalt und Pünktlichkeit herausstellte. Sie appellierte an die Eltern, ihre Kinder bei der Vorbereitung auf den Beruf zu unterstützen und dankte den Referenten für ihre Beiträge sowie allen ausbildenden Unternehmen der Region für die Bereitstellung von Ausbildungsplätzen. bjn

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