Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Nach zahlreichen Einsätzen am Wochenende

Bergwacht Bad Feilnbach warnt davor, schneebedeckte Gipfel zu erklimmen

Nach einem gefährlichen Einsatz landet der Hubschrauber am späten Sonntagabend sicher am Bergwachthaus Bad Feilnbach. Die beiden Frauen werden gerettet.
+
Nach einem gefährlichen Einsatz landet der Hubschrauber am späten Sonntagabend sicher am Bergwachthaus Bad Feilnbach. Zwei Frauen wurden gerettet.
  • Kathrin Gerlach
    VonKathrin Gerlach
    schließen

Die Bergwacht Bad Feilnbach musste in den vergangenen Tagen zu mehreren Rettungsaktionen ausrücken. Alle sind zum Glück gut ausgegangen. Doch viele Wanderer unterschätzen die Gefahren, die der Frühling im Tal birgt, denn in den Bergen ist noch Winter.

Bad Feilnbach – In einer dramatischen Rettungsaktion bargen Einsatzkräfte der Bergwachten Bad Feilnbach und Hausham, der Feuerwehr Bad Feilnbach und der Polizei am Sonntagabend zwei Frauen aus unwegigem Gebiet am Wendelstein. In den Tagen zuvor mussten Wanderer bereits in vier Einsätzen geborgen werden. Matthias Eggersberger, Bereitschaftsleiter der Bergwacht Bad Feilnbach, erklärt im Interview, welche Gefahren Wanderer unterschätzen, und wie am Sonntagabend die Rettungsaktion und das Leben der Retter gefährdet wurden.

Das schöne Wetter lockt die Menschen in die Berge. Was sollten sie auf ihren Touren unbedingt beachten, um sich nicht zu gefährden?

Matthias Eggersberger: Viele unterschätzen, dass wir in den Bergen noch viel Schnee haben. Die Leute machen sich bei frühlingshaften Temperaturen mit leichtem Outfit und Turnschuhen aus dem Tal auf den Weg in die Berge und landen dann in Höhen ab 1500 Metern in 70 bis 80 Zentimeter tiefem Schnee. Ich kann nur warnen: In einem solchen Fall bitte unbedingt darauf verzichten, den Gipfel noch zu erklimmen, nur weil man sich das für diesen Ausflug vorgenommen hat. Vernünftig sein und unten bleiben. Ratsam ist es auch, sich vor der Wanderung via Webcam ein genaues Bild über die Wetterlage in den Bergen zu machen.

Matthias Eggersberger ist Bereitschaftsleiter der Bergwacht Bad Feilnbach.

Lesen Sie auch: Seehofer will mehr bundesweite Regeln für Pandemie-Bekämpfung: „Verfahren kann man so nicht weitermachen“

Waren die beiden Frauen aus Dachau so unvernünftig?

Matthias Eggersberger: Nein. Sie waren gut ausgerüstet und haben auch vernünftig gehandelt. Doch auch in diesem Fall war der Schnee das Problem. Der Sommerweg in Richtung Kesselalm war aufgrund tiefen Schnees nicht gangbar. Sie wollten ausweichen, haben sich verlaufen und sind in unwegsames Steilgelände des Breitensteins geraten und abgerutscht. Zum Glück haben sie unter der 112 rechtzeitig Hilfe gerufen. Gegen 21 Uhr waren sie in Sicherheit.

Waren am vergangenen Wochenende viele Menschen in den Bergen?

Matthias Eggersberger: Der Polizeihubschrauber hat mit der Wärmebildkamera gegen 21 Uhr sehr viele Wanderer wahrgenommen, die offenbar auf Vollmondtour waren. Wir beobachten leider auch, dass die Leute Tag und Nacht in den Bergen sind, dort selbst bei dieser Witterung schon ihre Zelte aufschlagen und übernachten. Grundsätzlich sollte man aber bei Einbruch der Dunkelheit eine Bergtour beendet haben und zurück im Tal sein, um sich nicht in Gefahr zu bringen.

Das könnte Sie auch interessieren: Bad Feilnbach fassungslos nach tragischem Tod von Gemeinderat Manfred Büttner

Der Rettungseinsatz am Sonntagabend wurde durch Laserpointer gefährdet?

Matthias Eggersberger: Die Piloten des Polizeihubschraubers wurden stark geblendet, das hat den Einsatz enorm erschwert. In der Dunkelheit sind Rettungsflüge von Natur aus sehr schwierig. Die Piloten müssen sich absolut konzentrieren, um die Bergretter in steiler Hanglage zwischen den Bäumen abzulassen und dann die verstiegenen Personen zu retten. Werden sie dabei geblendet, ist das lebensgefährlich – für die vier Menschen an Bord, die geretteten Personen und ihre Familien.

Verliert ein Bergretter durch solche Aktionen seine Motivation?

Matthias Eggersberger: Nein, für uns bleibt die Rettung von Menschen immer oberste Priorität.

Mehr zum Thema

Kommentare