Bekommt Bad Aibling einen Waldkindergarten?

Draußen in der Natur mit allen Sinnen spielen: Das Gremium des Hauptverwaltungsausschusses empfahl dem Stadtrat geschlossen, die Möglichkeit eines Waldkindergartens beim künftigen Ausbau der Einrichtungen zu berücksichtigen.
+
Draußen in der Natur mit allen Sinnen spielen: Das Gremium des Hauptverwaltungsausschusses empfahl dem Stadtrat geschlossen, die Möglichkeit eines Waldkindergartens beim künftigen Ausbau der Einrichtungen zu berücksichtigen.
  • Ines Weinzierl
    vonInes Weinzierl
    schließen

Ab nach draußen! Für einem Waldkindergarten für drei bis sechsjährige Knirpse sprach sich das Gremium des Hauptverwaltungsausschusses in Bad Aibling jetzt geschlossen aus. Auch zehn mögliche Standorte wurden schon ins Auge gefasst.

Bad Aibling – Rathauschef Stephan Schlier (CSU) sagte eingangs der Diskussion, dass er es begrüße, dass die Idee behandelt wird. Aber er erklärte auch von vornherein, dass man den potenziellen Standort noch nicht behandeln wolle. Das soll zu einem späteren Zeitpunkt geschehen. Welche Standorte allerdings in Frage kommen könnten, war der Beschlussvorlage bereits beigelegt (siehe Kasten).

Lesen Sie auch: Kinderbetreuung in Bad Aibling: Plätze werden knapper - Das will die Stadt tun

Im Juni hatte Petra Keitz-Dimpflmeier, Referentin für Schule und Kindertagesstätten, die Diskussion zu einem etwaigen eingruppigen Waldkindergarten angeregt. Sie brachte auch den Vorschlag, dass die Einrichtung eventuell unter der Trägerschaft der Kita Nano, die bereits Waldkindergärten in Tuntenhausen und Großkarolinenfeld hat, eröffnet werden könnte.

Präsentation via Video

Gleich zu Beginn präsentierte Martina Hafner-Haase vom Waldkindergarten Nano dem Gremium ein kurzes Video: Gezeigt wurden spielende Kinder, ein Tipi, die Komposttoilette – alles untermalt von Hafner-Haases Erzählungen. Kinder lernten im Waldkindergarten Freiheit, Selbstständigkeit und Selbstbewusstsein, sagte sie. Obendrein erklärte sie, dass in ihren Einrichtungen bereits elf Kinder aus Bad Aibling seien. Die Nachfrage sei also vorhanden. Man war sich im Gremium einig: „Ein Waldkindergarten ist eine gute Ergänzung“, sagte beispielsweise Florian Weber (BP).

Wald-Kita braucht Schlechtwetter-Variante

Schlier erklärte, dass es zu dem Wald eine räumliche Alternative geben müsse: Schließlich könnten die Kinder bei „extremer Witterung“ nicht in den Wald – eine Auswahlmöglichkeit würde etwa 20 Mal jährlich benötigt, so Schlier. „Der Platz müsse in einem konventionellen Kindergarten gegeben sein.“

Martina Thalmayr (Grüne) sagte in puncto Ausweichmöglichkeit: „Eventuell kommen auch Pfarrsäle infrage oder auch die Räumlichkeiten des Kunstvereins.“ Sie war sich sicher: „Wir finden Wege.“

Die Inklusion übernimmt der Wald

Weber sprach noch die Inklusion an, auf die Hafner-Haase hinwies: „Uns liegt Integration und Inklusion sehr am Herzen.“ Aber wie schaut das aus, fragte Weber. „Viele Kinder zeigen drinnen Auffälligkeiten“, erklärte sie. Im Wald sei das eher nicht der Fall. Obendrein erzählte Hafner-Haase, dass ihre Tochter „lungengeschädigt“ sei – der Waldkindergarten habe ihr gut getan. Thalmayr erklärte, dass „super lebhafte Kinder“ im Wald ihren Bewegungsdrang ausleben könnten. „So ein Angebot kann richtig hilfreich sein.“

Das könnte Sie auch interessieren: Einigung bei Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst: Angestellte erhalten mehr Geld - Corona-Bonus beschlossen

Rudolf Gebhart (ÜWG) war auch begeistert ob der Option: Er selbst sei im größten Wadkindergarten der Welt aufgewachsen. In einem „richtigen Waldkindergarten war er allerdings noch nicht, sagte er. Deshalb schlug er vor, einen Waldkindergarten zu besuchen.

Bürgermeister Schlier sprach auch die Kosten eines Waldkindergartens an: Bis zu 80 000 Euro koste eine Hütte oder ein Bauwagen – inklusive Infrastruktur mit mindestens fünf Stellplätzen. Die Erstausstattung belaufe sich auf rund 10 000 Euro.

Potenzielle Grundstücke

Über einen Standort des Waldkindergarten wurde in der Sitzung im Rathaus noch nicht gesprochen – das solle erst einer der nächsten Schritte sein, so Rathauschef Stephan Schlier: Zehn potenzielle Grundstücke führte die Stadt allerdings in der Beschlussvorlage an – Eigentümerin der Flächen ist immer die Stadt Bad Aibling.

.

1. Stürzerstraße (5644 Quadratmeter),

2. Bad Aibling: Hofmühlstraße (11 438 Quadratmeter),

3. Bad Aibling: Hofmühlstraße (9 887 Quadratmeter),

4. Harthausen: Ulmenstraße (879 Quadratmeter),

5. Harthausen: Angerstraße (686 Quadratmeter),

6. Harthausen: Am Kreuth (764 Quadratmeter),

7. Bad Aibling: Schwimmbadstraße (4836 Quadratmeter),

8. Bad Aibling: Ghersburgstraße (14 020 Quadratmeter),

9. Bad Aibling: Kampenwandstraße (7184 Quadratmeter).

10. Bad Aibling: Madaustraße (1146 Quadratmeter).

Kommentare