LESERFORUM

„Bedrohliches Szenarium“

Zur Berichterstattung „Zur Sicherheit: Dichtwand auf Damm – Arbeiten am Hochwasserrückhaltebecken Feldolling liegen voll im Zeitplan“ im Lokalteil:

Für den integralen Hochwasserschutz an der Mangfall wurden immer drei Beiträge genannt, nämlich die Deichertüchtigung entlang der Mangfall, das Hochwasserrückhaltebecken Feldolling und die Tegernsee-Vorabsenkung.

Da ist der jetzt berichtete Verzicht auf die Tegernsee-Vorabsenkung eine sehr schlechte Nachricht für alle Mangfall-Anlieger. Eine Vorabsenkung des Tegernsees um 30 Zentimeter schafft ein Puffervolumen von drei Millionen Kubikmetern Wasser. Zum Vergleich: Das Rückhaltevolumen in Feldolling beträgt 6,6 Millionen Kubikmeter.

Das Becken in Feldolling kostet voraussichtlich zwischen 55 und 75 Millionen Euro, die Tegernsee-Vorabsenkung laut Herrn Geisenhofer nicht tragbare 14 Millionen Euro.

Die drei Millionen Kubikmeter Puffervolumen am Tegernsee sind jedoch im Vergleich zum Rückhaltebecken Feldolling geradezu preiswert, sodass das angeführte Kostenargument kaum greifen kann.

Unabhängig davon sollte aber ausschlaggebend sein, dass ohne Tegernsee-Vorabsenkung im Vergleich zum ursprünglich zugesagten Hochwasserschutz bei entsprechender Wetterlage in der Hochwassersituation drei Millionen Kubikmeter Wasser zusätzlich die Mangfall hinunter donnern.

Nachdem schon seinerzeit bei der Deichertüchtigung der Klimazuschlag zulasten einer rechnerischen Volumenerhöhung in Feldolling entfallen ist, dürfte dieses Mehr an Wasser für sämtliche Mangfall-Anlieger ein bedrohliches Szenarium darstellen. Da sollte doch jetzt die Stunde der Bürgermeister der Städte und Gemeinden entlang der Mangfall gekommen sein, sich in einer konzertierten Aktion nachdrücklich für eine wirksame Tegernsee-Vorabsenkung einzusetzen.

Dr. Burghardt Schallenberger

Feldolling

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