+++ Eilmeldung +++

Britische Medien: Premierminister Johnson tritt zurück

Nach mehrfacher Aufforderung

Britische Medien: Premierminister Johnson tritt zurück

Boris Johnson knickt ein: Der britische Premierminister will noch heute sein Amt als Parteichef …
Britische Medien: Premierminister Johnson tritt zurück
Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Festakt am Samstag, 14. Mai

Bedeutendes Jubiläum – Bad Aiblinger Veteranenverein blickt auf 150 bewegende Jahre zurück

Der Vorsitzende des Bad Aiblinger Veteranenvereins Udo Sebastian zeigt Bilder der Kaserneneinweihung aus dem Jahre 1980. Bettinger
+
Der Vorsitzende des Bad Aiblinger Veteranenvereins Udo Sebastian zeigt Bilder der Kaserneneinweihung aus dem Jahre 1980.
  • VonNicolas Bettinger
    schließen

Am Samstag, 14. Mai, feiert der Veteranenverein Bad Aibling sein 150-jähriges Bestehen. Im Vorfeld blickt der Verein auf diese lange Zeit zurück. Doch welche Bedeutung hat ein solcher Verein eigentlich heute noch?

Bad Aibling – Am Samstag, 14. Mai, feiert der Veteranenverein Bad Aibling sein 150-jähriges Bestehen. Ein bemerkenswertes Jubiläum, für dessen Feierlichkeiten Vorsitzender Udo Sebastian eigentlich schon im vergangenen Jahr geplant hatte. Coronabedingt musste der Festakt verschoben werden. Am Samstag ist es nun soweit und Sebastian rechnet mit zahlreichen Besuchern. Doch welche Bedeutung hat ein Veteranenverein heute überhaupt noch?

Laut Udo Sebastian, der seit 1988 mit mehreren Unterbrechungen Vorsitzender des Vereins ist, liegt die Hauptaufgabe des Vereins in der Pflege der Kriegsdenkmäler. Es sei auch weiterhin wichtig, die gedienten Soldaten und deren Verwandte nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. „Wir müssen immer wieder daran erinnern, dass es Soldaten gab und gibt, die gerne nach wie vor eine Verbindung zur Bundeswehr aufbauen“, betonte Sebastian zuletzt im Gespräch mit dem Mangfall-Boten.

Die Mitglieder werden langsam weniger

Darüber hinaus veranstalte der Verein übers Jahr verteilt Veranstaltungen für seine Mitglieder. Doch auch wenn der 76-Jährige die Wichtigkeit des Vereines betont, weiß auch er, dass die Mitglieder immer weniger werden. „Als ich anfing, hatten wir um die 400 Mitglieder.“ Heute sind es noch 138, von denen die meisten zwischen 50 und 60 Jahren alt sind.

Vorsitzender Udo Sebastian stöbert durch die Historie des Veteranenvereins.

Auch deshalb, so Sebastian, sei das Erinnern an die Verdienste der Bundeswehr sowie der Wehrdienstleistenden auch heute noch elementar. Nun blickt der Veteranen-Verein auf 150 Jahre zurück. Dass dies ein bedeutendes Jubiläum ist, machte nicht zuletzt Stadtrat Erwin Kühnel (CSU) deutlich, als er kürzlich während einer Sitzung für die Veranstaltung warb und seine Stadtratskollegen einlud.

Laut Angaben des Vereins stehen die 150 Jahre nicht nur für die Existenz einer Organisation. Sie stünden auch für gelebte Kameradschaft unter ehemaligen und aktiven Soldaten und für das Gedenken an die Opfer der Kriege. Die Geschichte der deutschen Soldatenkameradschaften kann demnach bis zum Jahr 1786 zurückverfolgt werden. Damals wurde in Aying im damaligen Landgericht Aibling die zweitälteste Soldatenvereinigung Deutschlands gegründet.

Öffentlicher Aufruf zur Gründung in Bad Aibling 1871

In der Folgezeit kam es auch in anderen deutschen Ländern zu weiteren Gründungen. Der öffentliche Aufruf zur Gründung in Bad Aibling war erfolgreich, am 3. September 1871 kam es zur „Constituirung“. Bereits sechs Jahre nach der Gründung konnte unter großer Anteilnahme der Aiblinger Bevölkerung und von 24 Brudervereinen aus der Region das für 1700 Mark beschaffte Kriegerdenkmal zur Erinnerung an die Gefallenen des Krieges 1870/1871 enthüllt und geweiht werden. Das Denkmal, das ursprünglich „an der Bleiche“ zwischen Glonn und Mühlbach stand, befindet sich heute am Eingang des Aiblinger Friedhofs.

Am Ende des Ersten Weltkriegs beklagte die Marktgemeinde Aibling 122 Gefallene. Für diese Opfer wurde auf Initiative der Kameradschaft am 5. August 1923 die aus rotem Marmor klassizistisch gearbeitete Löwenskulptur im Herzen der Stadt als Mahn- und Gedenkstätte enthüllt und geweiht. Am 2. November 1924 wurde das erneuerte große Friedhofskreuz mit den Gedenktafeln für die Gefallenen des Weltkriegs geweiht. Mit großem Aufwand wurden zwischen den Weltkriegen die Gründungsfeste gefeiert. So vermerkt Altbürgermeister Dr. Werner Keitz in seiner Vereinschronik für das mit einer Fahnenweihe verbundene 54. Gründungsfest am 3. Mai 1925 die Beteiligung von 54 Kriegervereinen des bayerischen Oberlandes.

Im Dritten Reich verlor der altehrwürdige Veteranenverein seine Selbstständigkeit

Im Dritten Reich verlor der altehrwürdige Veteranenverein seine Selbstständigkeit und wurde als „Kriegerkameradschaft Bad Aibling“ dem Reichskriegerbund eingegliedert.

Der Luftwaffenstandort belebte zunächst das Vereinsleben. Allerdings beeinflusste der Krieg dieses und forderte zivile und militärische Opfer. Die Stadt beklagte den Tod von 157 Bürgern, deren Namen auf fünf Marmortafeln an der Ehrenmauer am Friedhofskreuz verewigt sind. Aus Bad Aibling waren 307 Soldaten in Kriegsgefangenschaft geraten oder wurden vermisst.

Das Kriegerdenkmal am Friedhof.

Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm die Kameradschaft ihre Vereinstätigkeit wieder auf und konstituierte sich als „Krieger- und Veteranenverein Bad Aibling“. Nachdem Bad Aibling im Jahre 1980 wieder Luftwaffenstandort wurde und der Verein eine zunehmende Zahl von Soldaten und Reservisten in der Mitgliedschaft hatte, benannte man sich 1990 um in „Veteranen-, Soldaten- und Reservistenkameradschaft“. In besagtem Jahr erreichte die Kameradschaft mit 419 Mitgliedern ihren höchsten Mitgliederstand.

Seither nimmt die Mitgliederzahl stetig ab. Der Verlust des Luftwaffenstandorts und die Aussetzung der Wehrpflicht wirken sich aus.

Mehr zum Thema