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Bei Baumfällungen genauer hinsehen

OVB
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Baumfällungen, wie hier im Kurpark, sorgen oft für Aufregung. Künftig will sich der Stadtrat eingehend mit der Thematik befassen.

Bad Aibling - Aufgrund der zahlreichen Beschwerden aus der Bevölkerung wird künftig der Stadtrat ein Wörtchen mitreden, wenn gesunde Bäume entfernt werden sollen.

Den Bäumen in den Aiblinger Parkanlagen soll künftig ein noch genaueres Augenmerk zukommen. Nach den jüngsten Fäll-Aktionen und zahlreichen Beschwerden aus der Bevölkerung (wir berichteten) wird wohl künftig der Stadtrat ein Wörtchen mitreden, wenn gesunde Bäume entfernet werden sollen. Ob und wann jeweils ein Landschaftsgärtner beratend hinzugezogen wird, wie von der Grünen Offenen Liste (GOL) beantragt, soll noch entschieden werden.

"Bis an die Grenzen der Belastbarkeit" seien sie und ihre Ratskollegen nach den Baumfällungen am Prantseck, an der Glonn und im Kurpark von entrüsteten Bürgern angerufen und angesprochen worden, berichtete zweite Bürgermeisterin Heidi Benda (GOL).

Wie auch Vertreter anderer Fraktionen kritisierte sie, dass die Mandatsträger selbst nicht über die Maßnahmen informiert worden waren und forderte künftig wesentlich mehr Transparenz. Letztlich würden dadurch auch Verwaltung und Stadtgärtnerei entlastet, die sicher auch mit vielen Beschwerden zu tun hätten.

Unter anderem sollen, so der Antrag der GOL, künftig qualifizierte Gestaltungs- und Pflegepläne für die städtsichen Park- und Grünanlagen in Auftrag gegeben werden. Nach Diskussion, Bewertung und Beschlussfassung durch den Stadtrat will man diese dann der breiten Öffentlichkeit vorstellen. "Aus den Plänen soll auch ablesbar sein, wo etwa schattige Baumbestände oder Ufer, sonnige Wiesen, Staudenbeete, Sichtachsen und so weiter festgelegt sind, wo Fällungen oder Nachpflanzungen vorgenommen werden oder wo so genannte Ökobäume mit Bruthöhlen stehen", beschrieb GOL-Stadträtin Anita Fuchs die Intention in dem Antrag.

Während die GOL für diese "fachlich anspruchsvolle Aufgabe" die Beauftragung eines Landschaftsarchitekten für unerlässlich hält, wollte SPD-Fraktionssprecher Richard Lechner dies nur für den Einzelfall anvisieren. Schließlich sei der Leiter des Bauhofs, Peter Stefan, auch Gärtnermeister. Die jüngsten Erfahrungen mit Landschaftsarchitekten seien zudem nicht unbedingt glücklich gewesen, der Erfolg habe sich "in sehr überschaubaren Grenzen" gehalten, meinte er unter Verweis auf den Stadtpark. Lechner wünschte sich auch noch konkretere Aussagen für das künftige Procedere.

Laut Bauamtsleiter Andreas Krämer stehen Bauverwaltung und Stadtgärtnerei dem GOL-Antrag zwar grundsätzlich positiv gegenüber. Entscheidungen über das Fällen von nachweislich kranken Bäumen sollten aber weiterhin in der Zuständigkeit des Bauhofleiters bleiben. Krämer wies darauf hin, dass der Stadtgärtnermeister ohnehin bei kranken Großbäumen oft einen Sachverständigen hinzuziehe. Seit Jahren begleite ein Fachbüro die Stadt, etwa wenn es um Pflegemaßnahmen gehe oder anderweitig Rat benötigt werde. Dessen Aussagen würden künftig den politischen Gremien vorgelegt, so Krämers Vorschlag, dem sich auch Thomas Höllmüller (CSU) und Dieter Bräunlich (ÜWG) anschlossen.

Bräunlich wies zudem auf Kosten hin, die bei der Einbeziehung von externen Fachleuten anfielen. Diesbezüglich verwies Heidi Benda jedoch auf die Haushaltsstelle "Naturschutz und Landschaftspflege", in der oft Geld übrig bleibe. In diesem Fall könne man jetzt ruhig einmal etwas investierten - das sollten den Kommunalpolitikern ihre Grünanlagen wert sein, so ihre Meinung.

Stefan Roßteuscher (ÜWG) drängte auf Absprachen mit "allen anderen, die auch Bäume umschneiden, ohne dass wir etwas wissen." Hier ging die Kritik eindeutig an das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim, das im Zuge des Hochwasserschutzes großangelegte Fällungen an der Glonn durchführen ließ (wir berichteten). "Davon haben wir selber nichts gewusst", beklagte auch Bürgermeister Felix Schwaller, der aber betonte, dass die Stadt auf derartige Maßnahmen keinen Einfluss habe.

Ins Visier gerieten im Verlauf der Diskussion auch Bäume wie Fichten oder Thujen, die aus fachlicher Sicht als "nicht standortheimisch" gelten, wie Anita Fuchs auf Nachfrage Höllmüllers erklärte. "Ob wir diese Bäume künftig im Stadtbild haben wollen, ist eine politische Entscheidung", bekräftigte Schwaller. Dritter Bürgermeister Otto Steffl (CSU) forderte, künftig über geplante Fällungen gesunder Bäume "zu hundert Prozent" im Stadtrat zu entscheiden.

Letztlich stellte der Bauausschuss die Entscheidung über den GOL-Antrag zurück. Zunächst sollen die Kosten abgeklärt werden, die für die Erstellung eines Gestaltungs- und Pflegeplans anfallen, um dann in konkretere Beratungen einzusteigen.

"Bäume nicht zu retten"

Schlechte Nachricht für die Kinder in der "Villa Familia": Ihr Apfelbaum im Garten Am Klafferer 1 kann nicht gerettet werden. Wie jetzt ein Sachverständiger bestätigte, ist die Restwandstärke bei dem hohlen Baum so weit unterschritten, das die von drittem Bürgermeister Otto Steffl angeregten Sanierungs- und Sicherungsmaßnahmen nicht mehr möglich sind. Er muss gefällt werden.

Das Gleiche gilt für die Birke in der Kolbermoorer Straße, bei der im Stammbereich mehrere große Schadstellen festgestellt worden sind.

Von verschiedenen holzzerstörenden Pilzen (Brandkrusten-Pilz und Halimasch) ist die Linde in der Krankenhausstraße gegenüber der Viehhalle befallen. Am Stammfuß ist bereits ein großes Loch erkennbar. Der Sachverständige kam auch hier zu dem Ergebnis: "Der Baum ist nicht mehr standsicher, die Fällung ist unumgänglich."

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