Baumfällaktion im Bruckmühler Auwald: Vom Pilz befallene Eschen müssen weg

Drastisch, aber alternativlos: Im Auwald mussten Eschen gefällt werden, weil sie krank sind und die Sicherheit von Anwohnern und Spaziergängern gefährden. Neuwirth

Große Empörung in Bruckmühl: Die Bayerische Staatsforsten lässt im Auwald entlang der Mangfall und des Triftbaches im Bereich Heufeld und Waldheim zahlreiche Bäume fällen. Doch was verbirgt sich hinter dem Eingriff in den Auwald? Warum müssen die Bäume weg?

Bruckmühl – „Es handelt sich um einen dringend erforderlichen Verkehrssicherheitshieb“, erklärt Stephan Breit, stellvertretender Leiter des Forstbetriebes Schliersee der Bayerischen Staatsforsten.

Eschentriebsterben schreitet voran

Mehrere Eschen müssen im Auwald gefällt werden. Sie sind vom Eschentriebsterben befallen. Erreger der Krankheit ist ein Pilz – das „falsche weiße Stengelbecherchen“. Er greift rasant um sich. Die Krankheit hat sich in den vergangenen Jahren über ganz Bayern ausgebreitet.

Bäume jeden Alters betroffen

„Sie ruft bei Eschen jeden Alters schwere Schäden hervor, führt zu einem langsamen Absterben der betroffenen Bäume von außen nach innen“, beschreibt Breit den Krankheitsverlauf. „Leider sind auch die Eschenbestände an der Mangfall großflächig betroffen.“

Verkehrssicherungspflicht

Die Staatsforsten kommt mit der Fällung ihrer Verkehrssicherungspflicht nach. Angrenzende Grundstücke und öffentliche Wege, Anwohner und Spaziergänger müssen geschützt werden. Breit: „Von den erkrankten Bäumen geht eine große Gefahr aus. Sie sind instabil. Tote Äste können abbrechen und zu Boden stürzen. Zudem ist ihre Standsicherheit nicht mehr gewährleistet. Der nächste Sturm könnte sie umwerfen.“

Förster hat Bäume begutachtet

Schon im Herbst wurden die betreffenden Bäume markiert. Felix Hermann, der Revierleiter des Forstrevieres Rott am Inn, hat den Bestand gesichtet und die kranken Bäume gekennzeichnet. „Man erkennt den Grad der Schädigung an der Krone“, erklärt Breit. Je stärker sich die Krone zurückgebildet hat, desto stärker sind die Bäume geschädigt.

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Allerdings werde es zu keinem Eschen-Kahlschlag kommen. Gesunde und wenig befallene Eschen bleiben stehen.

Stürme verwehen Zeitplan

Der Hieb sollte wegen der Vogelbrutzeit schon im Februar abgeschlossen sein. Bedingt durch Starkregenfälle und die Stürme „Sabine“, „Julia“ und „Bianca“ der vergangenen Wochen mussten die Fällarbeiten jedoch immer wieder unterbrochen werden.

Da der ursprüngliche Zeitplan nicht eingehalten werden konnte, werden die Baumfällarbeiten erst in der nächsten Woche abgeschlossen werden.

Lebensgefährliche Arbeiten

Der Auftrag wurde an ein ortsansässiges Unternehmen übergeben. „Selbst die Fällungen sind lebensgefährlich, weshalb wir den Menschen aus der Gefahrenzone nehmen und Forstmaschinen einsetzen müssen“, erläutert Breit. In den Fahrerkabinen der Harvester sind die Waldarbeiter geschützt.

Naturverjüngung ist bereits da

Nach der Pflegemaßnahme wird der Auwald von den Forstwirten erneut begutachtet. „Eine Naturverjüngung ist bereits da“, sagt Breit. Man könne nun erst einmal abwarten, was von selbst heranwachse. Berg- und Spitzahorn, Buche, Eiche, Erle oder Weide hätten guten Chancen. Auch kleine Eschen sind unter den jungen Bäumen. Bleibt zu hoffen, dass wenigstens einige von ihnen der Krankheit widerstehen können.

Lücken werden neu bepflanzt

„Sollten sich größere Lücken ergeben, helfen wir der Natur etwas nach und pflanzen neu“, sagt Breit. Flatterulme oder Edellaubhölzer würden sich für die Au gut eignen. Eschen allerdings werden nicht angepflanzt, da es noch keine resistenten Sorten gibt, die dem Eschentriebsterben widerstehen.

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