Meinung zeichnet sich ab

Baumbestattungen in Kolbermoor? Stadtrat hat noch nicht entschieden

Die Stadt will den Alten (Foto) und Neuen Friedhof in Kolbermoor attraktiver gestalten.
+
Die Stadt will den Alten (Foto) und Neuen Friedhof in Kolbermoor attraktiver gestalten.
  • Ines Weinzierl
    vonInes Weinzierl
    schließen

Der Kolbermoorer Stadtrat diskutiert über alternative Formen der Bestattung in der Stadt. Obendrein ging es um eine neue Friedhofssatzung, die im Frühjahr auf den Weg gebracht werden soll.

Kolbermoor – Sollen bald Urnenerdbestattungen und Baumbestattungen in Kolbermoor möglich sein? Darüber diskutierte jetzt der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung. Klar war: Diese alternativen Formen werden seitens des Gremiums begrüßt. Andrea Rosner (Grüne) sagte beispielsweise: „Wir sind eine moderne Stadt. Da passen auch alternative Bestattungsformen.“

Dem schloss sich Dagmar Levin (SPD) an. Allerdings waren die alternativen Bestattungsformen nur ein kleiner Nebenschauplatz bei dem Tagesordnungspunkt. Denn letztlich solle darüber erst im kommenden Jahr entschieden werden.

Areal als Begegnungsststätte

Fest steht, dass die Kolbermoorer Friedhöfe attraktiver gestaltet werden sollen, sagt Thomas Rothmayer. Sie sollen eine Begegnungsstätte werden, so der Leiter des Ordnungsamtes. Und so habe man eben auch über alternative Bestattungsformen nachgedacht. Mehr kann er dazu noch nicht sagen.

Lesen Sie auch:

Trauer im Kloster Gars: Pater Leonhard Behr an Corona-Infektion verstorben

Zunächst ging es darum, dass im Frühjahr eine neue Friedhofsgebührensatzung und eine neue Friedhofssatzung auf den Weg gebracht werden sollen – darüber wurde der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung informiert. Rothmayer erklärte auf Anfrage der OVB-Heimatzeigen, dass es auch möglich sein könnte, dass die Kosten für die Grabgebühren steigen. „Aber: „Es soll erträglich sein.“

Vergabe auf den Weg gebracht

Zunächst wurde allerdings mit 22:1 Stimmen entschieden, die sogenannten „hoheitlichen Aufgaben“ neu zu vergeben. Dazu zählen beispielsweise die Arbeiten auf dem Friedhof, wie die Öffnung und Schließung der Gräber. Diese Tätigkeiten übernimmt eine externe Firma.

Eine neue Vergabe solle eigentlich alle zwei bis fünf Jahre vonstattengehen. In Kolbermoor war das vor acht Jahren das letzte Mal der Fall. Ziel sei es, „hohe Kostensprünge zu vermeiden“, sagte Rathauschef Peter Kloo (SPD). Im Frühjahr solle die Kostensituation bewertet werden.

Pflegeleichte Gräber: Nachfrage steigt

Derzeit kalkuliert die Kämmerei die Friedhofsgebühren, so Rothmayer – im Zuge dessen sollen jetzt eben auch die neue Vergabe der „hoheitlichen Aufgaben“ auf den Weg gebracht werden. Und wenn man schon mal dabei sei, könne auch gleich über alternative Bestattungsformen nachgedacht werden. Denn: Auf dem Alten Friedhof zeigen sich mehrere freie Plätze zwischen den Gräbern. Die Bestattungskultur habe sich verändert. Die Nachfrage nach „pflegeleichten Gräbern“ wie Urnengräber steige.

Lesen Sie auch:

Am Alten und Neuen Friedhof - Kolbermoorer Stadtrat beschließt weitere Fotovoltaik-Anlagen

Das sind die aktuellen Grabgebühren auf den beiden Friedhöfen

Die Grabgebühren am Friedhof an der Von-Bippen-Straße betragen pro Jahr für Einzelgräber: Randgrab 50 Euro, Reihengrab I 38 Euro, Reihengrab II 37 Euro, Kindergrab 17 Euro; Familiengräber: Wandgrab 165 Euro, Randgrab 95 Euro, Reihengrab I 65 Euro, Reihengrab II 55 Euro; Urnengräber: zweistellige Grabstätte 30 Euro, vierstellige Grabstätte 35 Euiro, Urnenwandnische 60 Euro,

Die Grabgebühren im Friedhof „Am Rothbachl“ betragen pro Jahr für ein Einzelgrab 43 Euro, Familiengrab 70 Euro, Kindergrab 17 Euro und für ein Urnengrab 43 Euro.

Kommentare