Bauleitplanung für Bolkam – Tuntenhausener Bauausschuss will Familien in der Heimat halten

Bolkam in der Gemeinde Tuntenhausen: Damit junge Familien hier bauen können, empfiehlt der Bauausschuss die Aufstellung eines Bebauungsplanes. Stache
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Bolkam in der Gemeinde Tuntenhausen: Damit junge Familien hier bauen können, empfiehlt der Bauausschuss die Aufstellung eines Bebauungsplanes. Stache

Drei Familien wollen in Bolkam ein Eigenheim errichten. Damit das möglich ist, sprach sich der Bauausschuss der Gemeinde dafür aus, eine Bauleitplanung in die Wege zu leiten, um Baurecht zu schaffen. Parallel dazu sollen die Bürger nach ihren Bauplänen befragt werden, um den Bedarf zu ermitteln.

Von Kathrin Gerlach

Tuntenhausen – Das Interesse an der ersten Sitzung des neuen Bauauschusses der Gemeinde Tuntenhausen war groß. Ist mit Bernhard Kleinmaier von der Unabhängigen Liste Tuntenhausen zwar nur ein Neuling im Ausschuss, saßen im Besucherraum doch auch andere neue Gemeinderäte, die mit Interesse die ersten Entscheidungen verfolgten.

Und so nahmen sich Bürgermeister Georg Weigl (CSU/FWG), Bauamtsleiterin Karin Gnatz und die „alten Hasen“ Martin Lurz (WG Hohenthann), Franz Reil (CSU/FWG), Dionys Schweiger (FWG Beyharting), Johann Stürzer (CSU/FWG), Johannes Weigl (PF Schönau) und Maria Breuer (UWO) Zeit für die Erklärung rechtlicher Grundlagen und Tuntenhausener Gepflogenheiten.

„Wir können nur das gemeindliche Einvernehmen geben oder verweigern“, betonte der Bürgermeister. „Die Entscheidung trifft das Landratsamt.“ Fast schon ein Lehrbeispiel waren so die Anträge auf Vorbescheide zur Errichtung von drei Eigenheimen in Bolkam. Alle drei Bauvorhaben liegen im Außenbereich. Der Flächennutzungsplan weist die Bereiche als landwirtschaftliche Flächen aus, auf denen nur privilegierte Vorhaben zulässig sind. Dazu zählen beispielsweise Bauvorhaben für die Land- und Forstwirtschaft, den Gartenbau oder die Versorgung mit Elektrizität, Gas, Wärme oder Wasser.

Für Eigenheime gibt es keine Ausnahmegenehmigung. „Deshalb kann die Gemeinde ihr gemeindliches Einvernehmen hier nicht erteilen“, erläuterte der Bürgermeister und ergänzte: „Selbst mit unserem Einvernehmen würde das Landratsamt die Bauvorhaben ablehnen.“

Über Vorbescheide Weichen stellen

Die Gemeinde Tuntenhausen geht daher einen anderen Weg. Sie empfiehlt potenziellen Bauwerbern, rechtzeitig einen Vorbescheid zu beantragen. „Dann macht das Landratsamt konkrete Aussagen dazu, unter welchen Bedingungen im konkreten Bereich überhaupt eine Bebauung möglich wäre. So wissen wir, welche Weichen wir stellen könnten“, erklärt Weigl.

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In Bolkam wird sich der Gemeinderat nun mit der Grundsatzfrage beschäftigen, ob der Ort wachsen soll. Wenn das mehrheitlich gewollt ist, muss der Flächennutzungsplan geändert, ein Bebauungsplan aufgestellt und so Baurecht geschaffen werden. In allen drei Voranfragen waren sich die „Bau-Räte“ einig, dass im Interesse der Bauwerber so verfahren werden soll. Die Botschaft des ersten „neuen“ Bauausschusses: Junge Familien sollen in der Heimat bleiben und vor Ort bauen können.

Voraussichtlich in der Juni-Sitzung könnte der Gemeinderat die Weichen für eine Bauleitplanung stellen. Für die drei Bauwerber bedeutet das: Zwar wurde ihr Vorbescheid von der Gemeinde jetzt negativ beschieden. Doch wenn die Bauleitplanung erfolgt ist, und für Bolkam Baurecht besteht, können sie erneut Anlauf für ihre Eigenheime nehmen.

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