Basilikum für die Bienen: Blick in den Bauerngarten von Irmi Anderl in Vagen

Irmi Anderl beim Einpflanzen des neuen Salates in dem dafür vorgesehenen Beet.

Der „Tag der offenen Gartentür“ im westlichen Landkreis Rosenheim wurde coronabedingt von Kreisverband abgesagt – dennoch können die OVB-Leser einen herrlichen Blick in das grüne Reich der Vagener Hobbygärtnerin Irmi Anderl werfen.

von Jeannette Wolf

Vagen – Bei einem Rundgang durch ihren Bauerngarten spürt man, wieviel Freude sie an der Gartenarbeit hat.„Hier dürfen Blumen und Gemüse miteinander wachsen. Ich habe Zucchini, Kohlrabi und Bohnen. Die Steckzwiebeln waren leider heuer Mangelware.“ Im Hochbeet wachsen Blattsalat, Lauch, Frühlingszwiebeln, Schnittlauch, Rucola, Stangensellerie und Petersilie. Geschützt an der Hauswand die Gurken und Tomaten in Pflanzkübeln. „Bei den Blumen lege ich Wert darauf, dass sie bienenfreundlich sind“, erzählt Anderl.

Ein Herz für Bienen: Blühender Salbei und Duftrose sind eine wahre Oase für das Bienenvolk. Wolf

Im März geht es mit Ausgrasen los

So wachsen und blühen in ihrem Bauerngarten neben Lavendel, Steinkraut und Rosen auch Phlox, Schleifenblumen, Zinnien, Storchenschnabelkraut und Ringelblumen. „Und wenn dann im Sommer die Kräuter blühen, dann ist hier es eine wahre Bienenoase“, freut sich die Hobbygärtnerin.

Bereits im März fängt Irmi Anderl mit Ausgrasen an und bereitet die Beete vor. „Wenn ich Hilfe brauche, steht mir mein Mann Klaus zur Seite, aber vieles schaffe ich allein“, erzählt sie mit einem Augenzwinkern. Die Gartenarbeit ist immer schon ein großes Steckenpferd für Irmi Anderl gewesen, seit vielen Jahren engagiert sie sich mit ihrem Ehemann imObst- und Gartenbauverein (OGV) Vagen-Mittenkirchen. „Es erfreut uns einfach, wenn alles wächst und gedeiht.“ So blüht es bereits auch in den zahlreichen Balkonkästen ihres Anwesen.

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Wie jedes Jahr hat Irmi Anderl die Kästen selber bepflanzt. Heuer hat sie sich für rote Geranien und weiß-lila Petunien entschieden, die Blütenfarben stellt sie jedes Jahr neu zusammen. „Die Gemüsepflanzen oder die Blumen kaufe ich bei unserem ortsansässigen Lebensmittelgeschäft oder in einer Gärtnerei in der Region. Ich züchte selber keine Pflanzen. Die Balkonblumen werden im Herbst entsorgt, nur die Geranien in den großen Kübeln, die den Sommer über vor dem Haus stehen, werden im Stadl überwintern.“ Wenn das Gartengemüse erntebereit ist, geht es in den Kochtopf. „Ich koche dann je nach Saison und Angebot und habe ich einmal zu viel Gemüse vorrätig, dann wird es kurzerhand verschenkt.

Die Bienenkästen von Beni Kolb im Obstgarten der Anderls.

Wer freut sich nicht über eine erntefrische Zucchini oder einen frischgebrockten Salat“, schmunzelt die Hobbygärtnerin.

Ein großes Herz zeigt sie auch für die Insekten in ihrem grünen Refugium. „Ein Insektenhotel gibt es an unserem Hof und an der Vogeltränke am Brunnen sieht man täglich einige Bienen, die sich am Wasser laben“, freut sich Anderl.

Um das Wohl der Bienen als wichtige Bestäuber sorgt sie sich natürlich auch pflanztechnisch: „Bienen mögen besonders Pfefferminze, Salbei, Lavendel und Basilikum. All das finden sie hier.“ Die Bienenkästen vom Vagener Imker Beni Kolb stehen seit acht Jahren gleich gegenüber im Anderl`schen Obstgarten. Imker Kolb produziert seit vielen Jahren in Vagen regionalen Blüten- und Waldhonig.

Der Bauerngarten der Familie: eine grüne Oase mitten in Vagen.

Mit Hausmitteln gegen Blattläuse

Anderl achtet auch bei der Schädlingsbekämpfung auf altbewährte Hausmittel. „Meistens sind es Blattläuse, die besprühe ich mit einer Spülmittel-Wasser-Mischung, streife sie einfach mit der Hand ab oder sprühe mit dem Gartenschlauch einmal über die Blätter.“

Gerade in der schwierigen Corona-Zeit hat sie der Garten abgelenkt und Freude gespendet. „Bei uns führt ja auch die Straße vorbei und da blieb dann doch der eine oder andere Bekannte mit Abstand zu einem Plausch am Gartenzaun stehen.“

Für den bevorstehenden Sommer wünscht sich die Vagenerin, dass „alle von Unwetter verschont bleiben, es ausreichend regnet und alles blühen und gedeihen kann“.

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