„Barrierefrei sieht anders aus“

Mit Kinderwagenoder Rollator hat man ein Problem.

Tuntenhausen – Am Rande der letzten Gemeinderatssitzung sprach Herbert Prechtl (SPD/B90/Die Grünen/FWS) die fehlende Barrierefreiheit am Bahnhof Ostermünchen an.

„In der Unterführung fehlt ein Aufzug“, monierte er; Menschen mit Rollator und Frauen mit Kinderwagen sei es nahezu unmöglich, ohne fremde Hilfe auf Gleis 3 zu kommen. Und selbst dann sei es problematisch.

Prechtl berief sich dabei auch auf die Aussagen des ehemaligen Ministerpräsidenten Horst Seehofer mit seinem Programm „Bayern barrierefrei“. Demzufolge soll Bayern bis 2023 auch im öffentlichen Personennahverkehr barrierefrei sein. Zuständig hierfür sei die Deutsche Bahn, wie Bürgermeister Georg Weigl betonte. Doch: „Die Bahn wird bei so kleinen Bahnhöfen wie Ostermünchen nichts tun, der ist zu wenig frequentiert.“

Genau das bestätigte auch ein Bahnsprecher auf Nachfrage: Die Deutsche Bahn setze das Gesetz zur Gleichstellung behinderter Menschen (BGG) aus dem Jahr 2002 um, indem sie „Programme zur Gestaltung von Bahnanlagen und Fahrzeugen erstellt, mit dem Ziel, eine möglichst weitreichende Barrierefreiheit für deren Nutzung zu erreichen“.

Im Laufe der letzten Jahre seien zwar schon viele Bahnhöfe barrierefrei ausgebaut und neue barrierefreie Züge angeschafft oder vorhandene Züge mit Einstiegshilfen nachgerüstet worden. Der Bahnhof Ostermünchen sei aktuell allerdings noch in keinem dieser Programme bei der Deutschen Bahn enthalten.

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