Noch nicht barrierefrei

Bahnhof Ostermünchen mit 31000 Euro aufgewertet: Jetzt fehlt nur noch ein Aufzug

Die neue, auffällige, schwarz-weiße Schraffur am Bahnsteigboden zeigt den Wartenden an, dass sie zu nah an der Bahnsteigkante stehen.
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Die neue, auffällige, schwarz-weiße Schraffur am Bahnsteigboden zeigt den Wartenden an, dass sie zu nah an der Bahnsteigkante stehen.
  • vonWerner Stache
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170 Bahnhöfe in Bayern profitieren vom Konjunkturprogramm des Bundes – darunter auch der in Ostermünchen. Hier wurden für 31.000 Euro der Bahnsteigbelag ausgebessert und die Schraffur am Bahnsteig erneuert. Wenn jetzt noch ein Aufzug installiert würde, wäre die Bahnstation endlich auch barrierefrei.

Tuntenhausen – 170 Bahnhöfe in Bayern profitieren vom Konjunkturprogramm des Bundes – darunter auch die Bahnstation in Ostermünchen. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und die Deutsche Bahn starteten in diesem Jahr ein Sofortprogramm für attraktivere Bahnhöfe. Das BMVI stellte dafür insgesamt 40 Millionen Euro zur Verfügung. Nach Ostermünchen flossen 31.000 Euro.

Unterstützung für regionales Handwerk

Das Konjunkturprogramm verbessert nicht nur die Sicherheit auf den Bahnhöfen, sondern unterstützt zugleich kleine und mittlere regionale Handwerksbetriebe. Von dieser Initiative profitieren Gewerke wie Maler, Maurer, Glaser, Gerüstbau, Elektro- und Heizungsinstallateure, Dachdecker und Fußbodenleger.

„Dank der zusätzlichen Mittel des Bundes werten wir gemeinsam mit dem regionalen Handwerk noch stärker unsere Bahnhöfe auf“, betont Andreas Rudolf, Leiter des Regionalbereichs Süd der Deutschen Bahn Station und Service AG. Diese Mittel sollten in den schweren Zeiten der Corona-Pandemie der Wirtschaft einen Impuls geben.

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Binnen weniger Wochen wurden Planung, Ausschreibung und Beauftragung durchgezogen, sodass ein Großteil der Bauvorhaben noch in diesem Jahr vollzogen werden kann oder sogar schon fertiggestellt wurde.

Ein Hindernis bleibt: Die Treppen zu Bahnsteig drei nach Rosenheim. Hier muss ein Aufzug her.

Bundesweit profitieren rund 170 Stationen von den Maßnahmen, in Bayern sind es insgesamt 24 Bahnhöfe. Im Freistatt liegt das Investitionsvolumen bei rund sechs Millionen Euro. Darunter sind auf der viel befahrenen Strecke zwischen München und Rosenheim die Bahnhöfe in Aßling und in Ostermünchen.

Ostermünchener Station jetzt sicherer

In Aßling wurde der Bahnsteig eins saniert. In Ostermünchen betraf es die Ausbesserung des Bahnsteigbelages und die Erneuerung der Schraffur am Bahnsteig ein. „Für Ostermünchen haben wir rund 31 000 Euro aufgewendet“, so der Bahnsprecher. Dort sticht beispielsweise die neue, auffällige, schwarz-weiße Schraffur am Bahnsteigboden sofort ins Gesicht. Diese zeigt Wartenden jetzt weitaus deutlicher an, dass sie sich in einer Gefahrenzone befinden und zu nah an der Bahnsteigkante stehen.

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Mehr Aufmerksamkeit auf die Bahnsteigkante zu lenken, hält Karl-Peter Naumann von Pro Bahn für sehr sinnvoll. Mehr Abstand zur Bahnsteigkante erhöhe die Chance, bei einem Stoß nicht direkt im Gleis zu landen, betont er. Das sehen auch viele Pendler so. „Man wird einfach schon optisch durch die Streifen auf die Gefahr aufmerksam gemacht“, meint etwa James Calmet, der täglich von Ostermünchen nach Rosenheim pendelt. Eine andere Pendlerin erachtet die Streifen besonders für Kinder als äußerst wichtig: „Sie werden dadurch gewarnt.“

„Ich freue mich über die Ausbesserungen am Bahnhof Ostermünchen, denn damit verbessert sich die Infrastruktur für unsere vielen Pendler“, lobt Georg Weigl, Bürgermeister der Gemeinde Tuntenhausen, das Projekt. Gleichzeitig fordert er weitere Maßnahmen für mehr Barrierefreiheit. „Sie müssen in den nächsten Jahren umgesetzt werden.“ So braucht der Bahnhof Ostermünchen beispielsweise dringend einen Aufzug.

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