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Am 24. April Demonstration geplant

Tuntenhausen wird laut: Bürgermeister Georg Weigl ruft zur Protestwelle gegen Brenner-Vorzugstrasse auf

Der Sportplatz des SV Ostermünchen im Jahr 2040: Nach den Plänen der Bahn könnte die Brenner-Trasse direkt über die Fußballfelder führen. Erhalten blieben nur die Gebäude und der Tennisplatz (oberhalb der Trasse) und das Haus der Stockschützen (am Beginn der Brücke). Der Bahnweg soll über eine Brücke von Berg (unten rechts) nach Tuntenhausen führen. Stetten (oben rechts) läge künftig direkt an der Trasse.
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Der Sportplatz des SV Ostermünchen im Jahr 2040: Nach den Plänen der Bahn könnte die Brenner-Trasse direkt über die Fußballfelder führen. Erhalten blieben nur die Gebäude und der Tennisplatz (oberhalb der Trasse) und das Haus der Stockschützen (am Beginn der Brücke). Der Bahnweg soll über eine Brücke von Berg (unten rechts) nach Tuntenhausen führen. Stetten (oben rechts) läge künftig direkt an der Trasse.
  • Kathrin Gerlach
    VonKathrin Gerlach
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„Wir müssen lauter werden, und jetzt werden wir lauter“, sagt Bürgermeister Georg Weigl (CSU/FWG). Er ruft die Bürger der Gemeinde Tuntenhausen auf, sich an den Protesten gegen die Vorzugstrasse des Brenner-Nordzulaufs am Samstag (24. April) ab 14 Uhr zu beteiligen.

Tuntenhausen – Die Gemeinde ist auf einer Länge von etwa sechs Kilometern von Aubenhausen über Brettschleipfen, Berg, Stetten und Ostermünchen bis nach Weiching von einer geplanten fünfgleisigen Verknüpfungsstelle enorm betroffen. Die Auswirkungen für die Menschen in der Region waren Thema in der Gemeinderatssitzung am Donnerstag, an der zahlreiche betroffene Bürger teilnahmen.

In Weiching soll die Verknüpfungsstelle beginnen. Sie ist fünfgleisig geplant und führt bis nach Aubenhausen.

„Sind einfach übergangen worden“

Bürgermeister Weigl legte noch einmal dar, wie konstruktiv die Gemeinde in den vergangenen Jahren in den Brenner-Foren und im Raumordnungsverfahren (ROV) mitgearbeitet habe. Allein aus der Gemeinde mit circa 7300 Einwohnern seien 4000 Zuarbeiten ins ROV eingeflossen.

„Aber wir sind einfach übergangen worden“, kritisierte er. „Die Ergebnisse der landesplanerischen Beurteilung sind nicht in die Planungen eingeflossen.“ So sei unter anderem für den Inn eine Unterquerung gefordert worden. Es habe sogar Berechnungen für eine bergmännische Unterquerung des Inns bei Pfaffenhofen gegeben. Der Tunnel hätte bis nach Weiching oder Aßling geführt.

Das Aus für den SV Ostermünchen?

Nun aber seien kilometerlange Brücken geplant. Die Landschaft in der Gemeinde Tuntenhausen werde durch die Trasse in unverantwortlichem Maße zerstört. „Es ist eine Katastrophe für die Landwirtschaft“, betonte Josef Bodmaier, Kreisobmann des Bauernverbandes und Gemeinderat der WG Hohenthann.

Er machte darauf aufmerksam, dass die bestehende Bahnstrecke zwar stillgelegt werden solle, aber nur eine Eingrünung geplant sei. „Damit stehen der Landwirtschaft also auch in diesem Bereich keine gleichwertigen Ersatzflächen zur Verfügung.“

Lesen Sie auch: Tuntenhausens Bürgermeister Georg Weigl kritisiert Trassenverlauf: „Eine Katastrophe“ (Plus-Artikel)

„Der Trassenverlauf ist ein katastrophales Ergebnis für den Sportverein Ostermünchen. Damit steht seine Existenz auf dem Spiel“, verwies Stefan Hofbauer (Unabhängige Wähler Ostermünchen und Umgebung) auf die Zerstörung der Freizeitangebote in der Gemeinde. Er ist Vorstandsmitglied des SV Ostermünchen und machte klar: „Die Sportplätze müssten den Trassen weichen. Dann bräuchten wir Ersatzflächen.“ Er regte an, das in der aktuellen Neuaufstellung des Flächennutzungsplanes zu bedenken.

Herbert Prechtl (Liste 83104) sprach vielen Gemeinderäten aus der Seele: „Wir müssen lauter werden. Es ist immer nur die Rede vom Innthal, und wir Menschen hier im Norden der Trasse gehen völlig unter.“

Detailplanungen optimieren

Bürgermeister Weigl versprach: „Ihr könnt Euch auf mich verlassen. Ich werde dafür kämpfen, dass wir die bestmögliche Lösung für unsere Gemeinde erzielen.“ Gemeinsam mit der Bürgerinitiative gegen den Brenner-Nordzulauf werde er sich starkmachen, um „unsere Landschaft, unsere Landwirtschaft, unsere Freizeiteinrichtungen und unsere Menschen zu schützen.“

Wie geht es weiter? „Jetzt beginnen die Detailplanungen“, erläuterte Weigl. „Die müssen wir optimieren.“ So könne man beispielsweise die Verknüpfungsstelle verschieben: „Nördlich von Weiching sind die Böden nicht so hochwertig wie im Bereich der geplanten Verknüpfungsstelle. Zudem werden wir immer wieder Tunnel fordern.“ Bodmaier sicherte die Unterstützung des Bauernverbandes zu.

Für Protestwelle bei Bürgerinitiative jetzt anmelden

Am Samstag, 24. April, wird es das erste Mal richtig laut in der Gemeinde Tuntenhausen. Von 15 bis 16 Uhr soll entlang der geplanten Strecke mit Töpfen, Trillerpfeifen, Kuhglocken und anderen lauten „Instrumenten“ ein akustisches Signal gegen die Zerstörung der Landschaft gesetzt werden.

Die Organisation der Protestwelle von Oberaudorf bis Ostermünchen nimmt im Abschnitt von Aubenhausen bis Weiching die Bürgerinitiative gegen den Brenner-Nordzulauf Tuntenhausen-Ostermünchen in die Hand.

Mit Plakaten in der Gemeinde ruft die Bürgerinitiative gegen den Brenner-Nordzulauf zu einer lautstarken Aktion am 24. April auf.

„Wir wollen ein starkes Signal für den Erhalt unserer Heimat setzen. Es geht um unsere Landschaft, um den Erhalt der bäuerlichen Landwirtschaft, um den Schutz von Natur, Umwelt und Freizeiteinrichtungen“, ruft BI-Chef Hans Baumgartner zur Teilnahme auf. Aufgrund der Pandemie ist die Ak tion eine logistische Herausforderung.

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Teilnehmer melden sich daher bitte bei Margit Kraus per E-Mail unter margit_kraus@web.de oder unter der 0 80 65/10 11 an. Am Donnerstag wird die Einteilung vorgenommen. Die Menschenkette wird im Abstand von drei Metern gebildet. Schwerpunkte sind der Sportplatz in Berg und der neugeplante Bahnhof in Ostermünchen.

Lärmwelle beginnt 15 Uhr

Spätestens am Freitag erfahren alle Teilnehmer, auf welchem Parkplatz sie sich am Samstag, 24. April, ab 14 Uhr einfinden, und wo sie Position beziehen können. Die Lärmwelle beginnt 15 Uhr.

Die Protestaktion geht bis 16 Uhr. Sie wurde beim Landratsamt angemeldet. Wichtig sind die Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln und das Tragen von FFP2-Masken. „Wer Zeit hat, sollte sich unbedingt daran beteiligen“, so der Aufruf von Bürgermeister Georg Weigl. Er selbst werde am Sportplatz in Berg am Protest teilnehmen.

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