HISTORISCHE HAUSNAMEN

Bad Feilnbacher Trachtler realisieren Hoftafel-Projekt

Marinus Moser mit seiner Tochter Johanna (12) und dem Schild für den Hof ihrer Oma „Beim Lindl“.
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Marinus Moser mit seiner Tochter Johanna (12) und dem Schild für den Hof ihrer Oma „Beim Lindl“.
  • vonPeter Strim
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Historische Namen der Bad Feilnbacher Höfe sollen nicht in Vergessenheit geraten. Deshalb brachten die Trachtler das „Tafel-Projekt“ auf den Weg. Jetzt wurden die emaillierten Tafeln mit den alten Hofnamen gesegnet.

Bad Feilnbach – Wer kennt sie noch die alten Namen der Bauernhöfe in und um Bad Feilnbach, wie etwa Lerl, Kirchbeck, Feichtn, Acher, Mooslearl, Dafeicht oder „Beim Beck“? Über Jahrhunderte schrieben dort die Bewohner Geschichte. Heutzutage sind es andere Namen wie Moser, Gasteiger, Seebacher und Mayer, die sich in den Gemeinschaften einbringen.

Schriftzüge und Zeichnungen

Dass die historischen Bezeichnungen nicht in Vergessenheit geraten hat sich der Gebirgstrachten-Erhaltungs-Verein „D‘Jenbachtaler“ Bad Feilnbach zum Ziel gesetzt. Verwirklicht wurden Tafeln, die von weit sichtbar an den überlieferten Namen eines Hofes erinnern sollen. Zusätzlich bieten Zeichnungen mit Gotteshäusern auf örtliche Zuordnungen etwa, Wiechs, Lippertskirchen oder Bad Feilnbach hin. Vorerst 65 Exemplare bekamen jetzt von Pfarrer Ernst Kögler, den geistlichem Segen erteilt – ebenso ihre künftigen Besitzer.

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Ideengeber war Marinus Moser, der bis November 2019 das Amt des Trachtenvorstands inne hatte. Wichtig war ihm der Erhalt der alten Hausnamen. An seiner Seite stand sein Nachfolger Sebastian Gasteiger, der das Vorhaben in die Tat umsetzte. Unterstützt wurde er seitens der Vereinsmitglieder und Rupert Lienert, der die Hausnamen ausfindig machte.

Kirchenmalerin erhält Auftrag

Als wichtigste Säule des Tafel-Projekts erwies sich Kathi Willerer (30) vom Braunhof in Dettendorf. Die Kirchenmalerin erhielt im August den Auftrag. Zugute kam ihr ein ähnliches Projekt in Dettendorf.

Idee führt Malerin in ihre Kindheit

Die Idee, mit Tafeln auf Hof- und Hausnamen hinzuweisen, führt für Willerer in ihre Kindheit: Die gebürtige Anthollingerin (Kreis Ebersberg) war bei Gottesdienst-Besuchen faszinierten von solchen Schildern. Diese kennzeichneten in der dortigen Kirche zugeordnete Plätze. Grund für Willerer, sich am Projekt zu beteiligen, war es, alte Hofnamen durch äußerliche Darstellung wieder bekannt zu machen. Bei Bezeichnungen wie „Beim Beck“, „Steinschuster“, „Schloßbauer“, „Weberhof“ und „Draxler“ handelt es sich um Häuser mit alten Handwerksberufen. Auf alle Fälle hat ihr die Arbeit viel Freude bereitet.

Den Segen erteilte Pfarrer Ernst Kögler den vorerst 65 emaillierten Tafeln mit den traditionsreichen Bad Feilnbacher Hofnamen.

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