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Pläne für die Zukunft

Bad Feilnbacher St. Lukas-Heim verkauft: Ziehen dort jetzt ukrainische Flüchtlinge ein?

Das leerstehende ehemalige Senioren- und Pflegeheim St. Lukas in Bad Feilnbach soll umgenutzt und umgebaut werden. Nach einer vorübergehenden Unterbringung von ukrainischen Flüchtlingen und Sanierungsmaßnahmen plant der neue Besitzer, die 40 Zimmer in 16 Appartements umzubauen.
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Das leerstehende ehemalige Senioren- und Pflegeheim St. Lukas in Bad Feilnbach soll umgenutzt und umgebaut werden. Nach einer vorübergehenden Unterbringung von ukrainischen Flüchtlingen und Sanierungsmaßnahmen plant der neue Besitzer, die 40 Zimmer in 16 Appartements umzubauen.
  • Eva Lagler
    VonEva Lagler
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Was passiert mit dem leer stehenden Senioren- und Pflegeheim St. Lukas in Bad Feilnbach? Der neue Besitzer hat schon konkrete Vorstellungen, wie die Nutzung aussehen soll. Wie diese Pläne aussehen und ob es stimmt, dass dort ukrainische Flüchtlinge einziehen, verrät er hier im Gespräch.

Bad Feilnbach – Plötzlich steht es leer, das Senioren- und Pflegeheim St. Lukas am Ortsausgang von Bad Feilnbach. Die Besitzer haben den Komplex verkauft. Die Bewohner der rund 40 Zimmer wurden in andere Heime verlegt, wissen Bürgermeister Anton Wallner und Robert Schlamp, Geschäftsführer der Unternehmensgruppe Schlamp aus Bruckmühl, die das Gebäude erworben hat.

Die Fragen, was aus dem Anwesen werden soll, ob es stimmt, dass eine Flüchtlingsunterkunft daraus wird oder ob es ganz andere Pläne gibt, beschäftigt derzeit den Ort. Im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen erläutert Robert Schlamp seine Pläne, die in der Tat die Unterbringung von ukrainischen Flüchtlingen vorsieht. Allerdings als Übergangslösung. „Etwa für ein halbes bis ein dreiviertel Jahr“, sagt Schlamp.

Platz für Bewohner auf Zeit

Denn letztlich sollen in dem Gebäude – nach aufwendigen Sanierungsarbeiten – 16 Appartements entstehen. Zunächst aber habe man von den Möbeln über Bäder bis zur Küche alles an Innenausstattung behalten, was für die Interimsbewohner nützlich sein könnte.

Gerade eben habe er den Antrag auf Nutzungsänderung auf Unterbringung von Flüchtlingen unterschrieben, erklärt Schlamp. Dieser geht an den Gemeinderat und schließlich an das Landratsamt Rosenheim. Dort weiß man, dass es bereits Gespräche in dieser Angelegenheit gibt. Konkretes dazu könne man allerdings noch nicht sagen; vieles sei noch unklar, so Pressesprecher Michael Fischer.

Unterdessen plant man in Bruckmühl die erforderlichen Sanierungsschritte für die „Zeit danach“. Denn: Die Substanz ist laut dem Bauherrn zwar noch „extrem gut“, doch vieles andere befinde sich in recht desolatem Zustand. So müsse unter anderem die Gebäudetechnik komplett erneuert und in den Brandschutz investiert werden. Das Innere werde für die Appartements umstrukturiert. „Gerade solche kleineren Wohneinheiten gehen ab, habe ich in der Gemeinde gehört. Beispielsweise für Pflegekräfte in den Kliniken“, so Schlamp.

Gibt es eigentlich, ein paar Hausnummern weiter, auch beim Senioren- und Pflegeheim St. Martin, das den selben Besitzern gehörte, Pläne? „Hier stehen aktuell keine Änderungen an“, versichert Schlamp.

Der Fokus liegt jetzt auf dem früheren „St. Lukas“ Einst wurde an diesem Standort „Am Heilholz“ das Kur- und Sporthotel Schwarz betrieben, bevor es in das Senioren- und Pflegeheim umfunktioniert wurde. Die Besitzer des Heims waren für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. „Die Schließung und der Verkauf gehen ihnen sehr nahe“, berichtet Schlamp.

Sei die Situation vor der Pandemie schon schwierig gewesen, so habe diese letztlich zu dem Zusammenbruch geführt. Aus finanziellen, personellen und kräftemäßigen Gründen sei der Betrieb nicht mehr aufrecht zu erhalten gewesen.

„Wir bedauern diese Schließung“, betont Bad Feilnbachs Bürgermeister Anton Wallner. Für viele Bürger des Ortes – Heimbewohner wie auch Angehörige – sei das Heim eine gute Anlaufstelle gewesen. Über die Jahre hinweg hätten im Schnitt meist zwischen 20 und 25 der insgesamt rund 40 Heimbewohner aus Bad Feilnbach gestammt. Derartige Einrichtungen seien ein wichtiger Teil der Daseinsfürsorge in einer Kommune, doch nun könne man den Bürgern keine Plätze mehr wohnortnah anbieten. Zumindest im Moment, denn die Gemeinde denke bereits über mögliche Lösungen nach, schiebt er hinterher.

Was die Flüchtlinge aus der Ukraine angeht, so habe man mit den derzeit etwa 50 bis 60 Personen, die über das Gemeindegebiet von Bad Feilnbach verteilt untergebracht sind, gute Erfahrungen gemacht.

Not der Betroffenen ist groß

Für sie wurde im Ort ein Helferkreis aufgestellt. Die Not der Betroffenen sei groß, sie seien nur mit dem Nötigsten an Körper und Geld aus den durch den Krieg zerstörten Dörfern und Städten hier hergekommen, wissen Zweiter Bürgermeister Josef Rauscher und Eugen Thierauf. Die beiden koordinieren das Wirken des Organisationsteams der „Ukraine Hilfe Bad Feilnbach“.

„Die ehrenamtlich engagierten Bürger leisten auf diesem Gebiet Hervorragendes“, bescheinigt ihnen Wallner. Nichtsdestotrotz werde die Ankunft weiterer Flüchtlinge eine Herausforderung. „Aber wir können es stemmen“, ist sich der Bürgermeister sicher. Weitere Helfer würden aber dringend noch gesucht.

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