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VORSORGEGRENZWERT FESTGELEGT

Bad Feilnbacher Mobilfunk-Konzept setzt weit unter allgemeinem Grenzwert an

Ein Gutachten über die Mobilfunkmasten in der Gemeinde Bad Feilnbach und ihre Immissionen ist die Grundlage für das Vorsorgekonzept, das jetzt für die Gemeinde erstellt wird.
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Ein Gutachten über die Mobilfunkmasten in der Gemeinde Bad Feilnbach und ihre Immissionen ist die Grundlage für das Vorsorgekonzept, das jetzt für die Gemeinde erstellt wird.
  • Kathrin Gerlach
    VonKathrin Gerlach
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Auf Basis eines Vorsorgegrenzwertes von einem Milliwatt pro Quadratmeter will die Gemeinde Bad Feilnbach ihr Mobilfunk-Vorsorgekonzept erarbeiten. Darauf einigte sich der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung ohne Abstimmung. Die Räte bekundeten ihre Zustimmung in der Diskussion.

Bad Feilnbach – Ein Blick zurück: Das Thema Mobilfunk und 5G beschäftigt dieBad Feilnbacherschon seit einigen Monaten. Im November gründete sich die Bürgerinitiative „Gesundheit vor 5G“. Mit 1145 Unterschriften wurde von einer weiteren Bürgerinitiative ein Bürgerbegehren zum 5G-Ausbau-Stopp angeregt, das aus rechtlichen Gründen abgelehnt werden musste. Die Gemeinde gab ein Vorsorgekonzept in Auftrag. In allen Ortsteilen stand das Thema beim Bürgerdialog im Freien zur Debatte.

5G Mobilfunk wurde ausführlich diskutiert

Schließlich fand am Mittwoch eine vierstündige Hybrid-Bürgerversammlung statt, auf der die Ergebnisse einer ersten Feldstudie vorgestellt wurden. Fragen waren: Welche Mobilfunkanlagen befinden sich in der Gemeinde? Wie hoch ist deren Strahlung und daraus resultierende mögliche gesundheitliche Beeinträchtigung der Bürger? Gibt es im Gemeindebereich überhaupt geeignete Standorte für Mobilfunkmasten?

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Ziel der Gemeinde ist eine transparente und für alle Bürger verständliche Kommunalpolitik. Das Resümee in der Ratssitzung am Donnerstag war viel Lob für die Veranstaltung. Die Erläuterungen seien verständlich und nachvollziehbar gewesen (Ein ausführlicher Bericht folgt). Allerdings waren die Räte überrascht, dass die Teilnehmerzahl im Vergleich zu den vorab emotional geführten Debatten sehr gering war.

Ronald Fabian und Dr. Michael Oestreicher von der Techcom Consulting GmbH Bad Feilnbach, die das Gutachten erarbeiteten, fassten in der Gemeinderatssitzung die wesentlichen Ergebnisse noch einmal zusammen. Empfohlen hatten sie einen Vorsorgewert von einem Milliwatt pro Quadratmeter als Basis für das Vorsorgekonzept. Der allgemein gültige Grenzwert liegt bei einem Watt, ist also tausendmal höher als der von den Gutachtern empfohlene Wert.

Immissionen an Hotspots werden gesenkt

Nach ihren Untersuchungen der Gemeinde gibt es drei Hotspots, an denen die Strahlungsimmission den von der Gemeinde nominierten Vorsorgewert derzeit überschreite – allerdings nur im Freien, nicht in den Gebäuden. In Dettendorf betrifft das Bereiche entlang der Autobahn, dort seien allerdings keine Wohngebiete betroffen. Anders sieht es an der Hauptstraße 7 in Au und am Haidholz 18 in Bad Feilnbach aus. Hier werde im Umkreis der Basistationen von etwa 300 Metern der selbst auferlegte Grenzwert überschritten. „Wir werden versuchen, die Werte an diesen Hotspots zu senken“, kündigte Fabian an.

Berechnungen für alternative Standorte hat das Unternehmen bereits gemacht. „Wir haben einen Algorithmus gefunden, wie wir die Funkabdeckung im gesamten Gemeindegebiet sichern und unseren nominierten Grenzwert einhalten können“, betonte Fabian.

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Er machte auch eines klar: „Der von der Bürgerinitiative gewünschte Grenzwert von 0,1 Milliwatt pro Quadratmeter ist technisch nicht umsetzbar. Er hätte eine Nichtversorgung der Gemeinde mit Mobilfunk zur Folge.“

Dabei gebe es im Gemeindebereich schon jetzt zahlreiche Funklöcher, wie Oestreicher verdeutlichte. Betroffen seien vor allem der Südosten, Norden und Nordwesten der Gemeinde und damit Bereiche zwischen Au und Dettendorf, auch Litzldorf und das an die Gemeinde angrenzende Fischbachau.

Litzldorf brauche dringend einen Mobilfunkstandort. Bei der Analyse des Ist-Zustandes der Gemeinde entdeckten die Experten bereits erste Optimierungsmöglichkeiten an bestehenden Standorten und mögliche neue Standorte, die die Wohngebiete nicht beinträchtigen, dafür aber für eine stabile Mobilfunkversorgung im Gemeindegebiet sorgen könnten.

Vorsorgekonzept wird jetzt erarbeitet

Nachdem der Gemeinderat sich darauf einigte, den Grenzwert auf ein Milliwatt pro Quadratmeter festzulegen, geht es nun wie folgt weiter: „Wir gehen mit dieser Zahl in die Diskussion mit der Bürgerinitiative“, kündigte der Bürgermeister an. „Wir stimmen unsere Vorschläge mit den Netzbetreibern ab und erarbeiten mit ihnen ein Vorsorgekonzept für die Gemeinde.“ Dieses wird dem Gemeinderat zur Abstimmung vorgelegt.

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