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Die „Wiege der Demokratie“ ist gläsern

Bad Feilnbacher feilen an Gestaltung des neuen Rathauses

Die Vision vom neuen Bad Feilnbacher Rathaus nimmt immer konkretere Formen an. Ob sie allerdings Realität wird, entscheidet der Gemeinderat erst, wenn die Projektkosten feststehen.
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Die Vision vom neuen Bad Feilnbacher Rathaus nimmt immer konkretere Formen an. Ob sie allerdings Realität wird, entscheidet der Gemeinderat erst, wenn die Projektkosten feststehen.
  • Kathrin Gerlach
    VonKathrin Gerlach
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Bad Feilnbach geht seltsame Wege. Ziel ist ein neues Rathaus. Doch warum wird der zweite Schritt vor dem ersten gemacht?

Bad Feilnbach – Das gläserne Rathaus sorgt in Bad Feilnbach für absolute Transparenz. Nicht nur wegen seiner Glasfassaden. Vor allem wegen der vielen kleinen Schritte auf dem Weg zur Realisierung, von denen ein jeder ausführlich erläutert wird. Sind Kubatur und äußere Gestaltung des Neubaus durch den Architektenwettbewerb festgeschrieben, wurde nun die Aufteilung der Innenräume vorgestellt. In intensiven Beratungen hatte das „Bauherren-Team“ aus Rat, Verwaltung und Planern daran gefeilt. Albert Dembinski stellte die aktuellen Pläne in der Gemeinderatssitzung vor.

Erst die Planung, dann der Entscheid

Die Bad Feilnbacher gehen einen ungewöhnlichen Weg. Zwar bekundete der Rat im April vergangenen Jahres seinen Willen, an der Ostseite des bestehenden Rathauses ein neues Gebäude zu planen. Die Entscheidung für den Bau steht aber noch aus. Sie soll erst erfolgen, wenn klar ist, wie viel das Projekt tatsächlich kostet. Deshalb werden die Vorplanungen jetzt bis zu einer vertieften Kostenberechnung vorangetrieben. Die detaillierten Entwurfsplanungen können erst nach einem weiteren, positiven Beschluss des Gemeinderates erfolgen.

Was ist bisher geplant? Das Herzstück des neuen Rathauses wird direkt vom Rathausplatz erreichbar sein: Die Bad Feilnbacher gelangen direkt ins Bürgerbüro, werden an Theken empfangen und bedient. Für sensible persönliche Gespräche sind Diskretionsbüros vorgesehen. Im Erdgeschoss befindet sich auch die „Wiege der Demokratie“, wie Bürgermeister Anton Wallner (CSU) den neuen Sitzungssaal bezeichnet: „Die Demokratie ist in den Kommunen zu Hause. Wenn unser Gemeinderat tagt, werden die Bürger das künftig vom Rathausplatz und von der Kufsteiner Straße aus sehen können.“ Ebenso eignet sich der Sitzungssaal natürlich auch als Veranstaltungsraum.

Auf gleicher Ebene befinden sich Trauzimmer, Standesamt, Foyer und Ausstellungsbereiche. Das „Headquarter“ der Gemeinde Bad Feilnbach befindet sich im Obergeschoss. Hier wurden Büros und Besprechungsräume angeordnet. Im Souterrain ist ein Parkgeschoss geplant, dessen bodentiefe Fenster und Terrassenbereiche sich gen Westen zur Bahnhofstraße öffnen. Hier soll künftig die Finanzverwaltung der Gemeinde ihr Domizil finden.

Projektsteuerer Dembinski gab den Gemeinderäten für die weiterführenden Detailplanungen einige Anregungen: So schlug er vor, eine PV-Anlage auf dem Dach des Rathauses zu installieren. „Diese Frage hat die Zeit schon beantwortet. Die Gemeinde muss in der Energiewende Vorbild sein“, begrüßte Dr. Balthasar Spann (CSU) diesen Impuls. Sieglinde Angermauer (Grüne) fragte nach, ob nicht sowieso jedes öffentliche Gebäude per Gesetz mit einer PV-Anlage ausgestattet werden müsse. Dazu erläuterte der Planer, dass das von der großen Politik zwar diskutiert worden sei, es dafür in Bayern aber bislang keine gesetzliche Grundlage gebe.

Dembinski wies zudem darauf hin, dass bei den Planungen auch der jährliche Unterhalt des Rathauses mitbetrachtet werden müsse. Ob der Neubau also ein Holz- oder vielleicht doch ein Ziegeldach erhalte, sollte noch einmal auf den Prüfstand. Zudem müsse die Planung den ausgewiesenen Überflutungsflächen eines hundertjährlichen Hochwassers Rechnung tragen – entweder durch bauliche Veränderungen im Parkgeschoss oder durch zusätzliche Retentionsflächen.

Stephan Oberprieler (Grüne) und Konrad Schwaiger (SPD/PF) fragten nach den konkreten Kosten für das Rathaus, da im Haushaltsplan bereits vorsorglich 6,3 Millionen Euro eingestellt wurden, aber der Gemeinderat dem Bau noch gar nicht zugestimmt habe.

Wann gebaut wird, steht noch nicht fest

Bürgermeister Wallner erläuterte, dass nicht klar sei, wann gebaut werden könne. Aktuell sei noch nicht einmal die erforderliche Planungstiefe erreicht, um die konkreten Kosten definieren zu können. Es bestehe kein Grund zur Eile. Wichtig sei es, die Planungen seriös voranzutreiben, um das Projekt beschlussfähig zu machen. Der Projektsteuerer geht davon aus, dass im Sommer belastbare Zahlen vorliegen.

Die Planungen stießen im Rat auf positive Resonanz und wurden mit 17:0-Stimmen zur Kenntnis genommen.

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