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ALTERNATIVE ZU BÜRGERVERSAMMLUNGEN

Bad Feilnbacher Bürgergespräch unter freiem Himmel: So funktionieren Versammlungen in Corona-Zeiten

Groß war das Interesse am offenen Austausch auf dem Litzldorfer Dorfplatz. Bürgermeister Anton Wallner hatte dieses Angebot vorgeschlagen, weil für Bürgerversammlungen derzeit die Räume fehlen.
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Groß war das Interesse am offenen Austausch auf dem Litzldorfer Dorfplatz. Bürgermeister Anton Wallner hatte dieses Angebot vorgeschlagen, weil für Bürgerversammlungen derzeit die Räume fehlen.
  • VonPeter Strim
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Weil Bürgerversammlungen nach einem Jahr Pandemie noch immer nicht wieder stattfinden dürfen, hat der Bürgermeister der Gemeinde Bad Feilnbach jetzt eine unkonventionelle, aber coronakonforme Alternative gefunden. Anton Wallner lud zum offenen Austausch am Litzldorfer Dorfplatz ein.

Bad Feilnbach – Die Corona-Pandemie schreibt ihre eigenen Regeln und bringt das Miteinander in der Gemeinde seit einem Jahr zum Erliegen. Betroffen davon ist auch das Versammlungswesen. Personell überschaubare Gemeinderatssitzungen finden statt.

Wichtige Bürgerversammlungen dagegen werden immer wieder verschoben, weil es schwer ist, für viele Interessenten passende Räumlichkeiten zu finden. „Trotzdem sollte Präsenz mit den Bürgern auch in schwierigen Zeiten möglich sein“, meint Bad Feilnbachs Bürgermeister Anton Wallner und schlug deshalb ein Bürgergespräch unter freiem Himmel vor.

Wunsch der Bürger coronakonform erfüllt

Die Idee fand die Zustimmung des Gemeinderates. Die Wahl des Austragungsortes für die Pilotveranstaltung fiel auf den Dorfplatz in Litzldorf. Er ist in Form eines Atriums angelegt – daher sind Dialoge auch ohne Verstärker und Mikrofone möglich.

Für den coronakonformen offenen Austausch mit den Bürgern bekam Bürgermeister Wallner in Litzldorf hilfreiche Unterstützung von den Gemeinderäten Andreas Henfling (CSU und Dritter Bürgermeister), Kathi Angermaier (ÜW), Petra Eirainer (Bündnis90/Die Grünen) und Christian Bergener (ÜW).

Bürgermeister Anton Wallner steht den Bürgern Rede und Antwort. Diesem grundsätzlichen Wunsch darf er derzeit nur im Freien oder mit individuellen Bürgersprechstunden nachkommen.

Für aufgeheizte Gemüter, vor allem unter den Vertretern der Bürgerinitiative „Gesundheit vor 5G“ sorgte das aktuelle Reizthema „Mobilfunk in der Gemeinde Bad Feilnbach“. Diesen Tagesordnungspunkt hatte Bürgermeister Anton Wallner an die Spitze des Bürgeraustauschs auf dem Litzldorfer Dorfplatz gestellt. Er wollte über den aktuellen Sachstand informieren.

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Demnach sei „5G“ noch kein Thema in der Gemeinde. Innerhalb des Gemeindegebiets existierten seit 15 Jahren acht Basisstationen der gängiger Mobilfunkanbieter und -techniken. Allerdings nach wie vor ohne „5G“, wie der Rathauschef mit Verweis auf grassierende falsche Behauptungen betonte.

Die bisher durchgeführte Strahlenmessung der bestehenden Anlagen liege mit 1mW Sendeleistung weit unter den Grenzwerten.

Eine weitere Analyse habe laut Wallner eine drastische Unterversorgung mit Mobilfunk ergeben – vor allem in den Ortschaften zwischen Bad Feilnbach und Litzldorf. Die Tatsache bestätigten auch Bürger, die in diesen Bereichen wohnen und ihrem Gewerbe nachkommen wollen.

Probleme im Homeoffice oder Homeschooling

Als ebenso schlecht bemängelt wurde die vernünftige Nutzung von WLAN – vor allem von Bürgern, die im Homeoffice arbeiten müssen, oder deren Kinder auf Homeschooling angewiesen sind. Besser geworden sei das Breitbandnetz, bilanzierte Wallner. Eine Nutzung der 100-MB-Rate sei auch in Litzldorf inzwischen möglich.

In diesem Zusammenhang bat er um Verständnis dafür, dass Glasfaser-Netze oder 100-MB-Anschlüsse aus Kostengründen nicht jeden Bürger erreichen könnten.

Ein weiteres Thema des offenen AustauscheS von Bürgermeister, Räten und Bürgern in Litzldorf war das Dorfgemeinschaftshaus: Von den Bürgern mit viel Eigenleistung erstellt und lieb gewonnen, muss es entsprechend geltender Bestimmungen nun brandschutztechnisch ertüchtigt werden.

Die Aufwendungen für Sicherheitsbeleuchtung und notwendige Versiegelungen werden mit 65 000 Euro beziffert.

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In der offenen Diskussion mit dem Bürgermeister machten die Litzldorfer auch ihren Sorgen Luft. Dazu gehören nach wie vor die angespannte Parkplatzsituation im Ort und zunehmende Staubbelastung durch den zunehmenden Tagestourismus.

„Ein Parkplatzkonzept für Litzldorf und die Sterntaler Filze ist in Prüfung“, versicherte der Bürgermeister. Auch die Corona-Beschränkungen im Alltag waren ein Thema.

Gegen eine Nutzung des Dorfplatzes für Gottesdienste im Freien bestünden von Seiten der Gemeinde keine Einwände, so die Antwort auf Anfrage eines Bürgers, der die traditionelle Palmweihe vorm Passionskreuz in diesem Jahr vermisste.

Corona-Tourismus bleibt weiter Thema

Ein weiteres Thema war der Zustand der Gemeindestraßen. Die Moosstraße, so informierte der Bürgermeister, sei ins Programm zur Sanierung gemeindlicher Straßen aufgenommen worden. Die Nutzung als Umleitung im Zuge der Sanierung der Staatsstraße 2098 habe dem Belag arg zugesetzt. Mit der Ausführung werde im Juni gerechnet.

Mehr gegenseitige Rücksicht und Toleranz fordern Landwirte von Radltouristen. Die befahren derzeit die von den Grundstücksbesitzern selbst hergestellten Feldstraßen. Leider seien darunter auch „uneinsichtige und flegelhafte Zeitgenossen, die die Landwirte bei ihrer behindern und dazu noch beleidigen“, wie ein ein betroffener Landwirt bedauerte.

Weitere Themen beim „Ratsch“ auf dem Litzldorfer Dorfplatz waren die Bachbrücken, die Situation am Zementwerk, Jugend und Kindergarten, der Spielplatz am Kindergarten, die Schwimmbadsanierung, die Planungen fürs neue Rathaus und das Ärztehaus in Bad Feilnbach, das Wohnen in Bad Feilnbach und das Gut Eulenau.

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