Alternativen im Gemeinderat abgelehnt

Bad Feilnbach: Keine Kita-Plätze in Containern – Tannenhof soll zweite Gruppe bekommen

Wenig Gegenliebe im Gemeinderat fand der Vorschlag, Kinderkrippenplätze vorübergehend in Mietcontainern auf dem ehemaligen Ettig-Gelände und Minigolfplatz unterzubringen.
+
Wenig Gegenliebe im Gemeinderat fand der Vorschlag, Kinderkrippenplätze vorübergehend in Mietcontainern auf dem ehemaligen Ettig-Gelände und Minigolfplatz unterzubringen.
  • vonPeter Strim
    schließen

Es bleibt dabei: Der Gemeinderat strebt die Einrichtung einer zweigruppigen Kindertagesstätte am Standort „Tannenhof“ in der Ortsmitte an. Diskutiert und besichtigt wurden zwar auch Alternativstandorte, sie werden aber nicht näher in Erwägung gezogen.

Bad Feilnbach – Barbara Buchner vom Sachgebiet Kindergarten und Schule erklärte in der jüngsten Sitzung, dass die Nachfrage an Kitaplätzen in der Gemeinde steigt. Derzeit kann die Kommune 250 Kindergarten- und lediglich 36 Krippenplätze in den gemeindlichen und kirchlichen Einrichtungen aufweisen. Bis zum Bedarfszeitraum 2023/24 werden laut Prognose 275 Kindergarten- und 60 Kitaplätze benötigt.

Lückenschluss erst ab Herbst 2023?

Einen Lückenschluss, insbesondere bei den Krippenplätzen, bietet die zweigruppige Tannenhoflösung für die jüngsten Gemeindebürger ab dem ersten Lebensjahr bis zum Übertritt in den Kindergarten voraussichtlich erst ab dem Aufnahmejahr 2023/24. Bis dahin bedarf es einer Zwischenlösung zur Deckung des fehlenden Bedarfs für 16 Kinder im Jahr 2021/22 und 19 Kinder für 2022/23.

Nach Meinung der Fraktion „Bündnis 90/Die Grünen“, die auf die gesetzliche Verpflichtung der Gemeinde zur Bedarfsdeckung an Krippenplätzen hinwies, wäre eine Mietcontaineranlage auf einem der gemeindlichen Grundstücke oder auf anderen Flächen, die bis 2023 nicht bebaut werden, als Zwischenlösung denkbar.

Lesen Sie auch:

Ein Quartier der Zukunft – Gemeinderat stimmt Bauantrag für Tannenhof zu

Sie hält Unterbringung der beiden Kitagruppen im „Haus A“ auf dem Tannenhofgelände wegen des sehr hohen Preises, der fehlenden Erweiterungsmöglichkeit und dem damit begrenzten Platzangebot auf längere Sicht für nicht geeignet. Ebenso nachteilig seien dort die geringen Freiplätze mit ungeeigneter Anbindung an den künftigen öffentlichen Spielplatz sowie die unmittelbare und verkehrsreiche Nähe zum Einkaufsmarkt und den darüberliegenden Büro- und Wohnanlagen.

Stattdessen solle, so „Bündnis 90/Die Grünen“, das „Modell“ eines „Naturnahen Kindergartens“, wie er gerade in Kolbermoor geplant wird, herangezogen werden (Bericht folgt). Als mögliche Standorte wurden der Naturpark, der Minigolfplatz oder alternative Grundstücke auf Erbpacht, etwa an der Wendelsteinstraße, „Forst“ oder Doktorweg in Au vorgeschlagen.

Das könnte Sie auch interessieren:

166 Babys und 166 neue Bäume für Bad Aibling

Jedoch stießen diese Alternativstandorte vor allem bei den Befürwortern der Tannenhof-Lösung auf wenig Gegenliebe. Gereizt reagierte Sebastian Gasteiger (CSU) zum Standortvorschlag „Minigolfplatz“, dessen Grundstück sich im Eigentum der Gemeinde befindet. Der Minigolfclub sei ein gesunder Verein mit gewachsener Struktur, dessen Anlage eine touristische Bedeutung einnehme. Für die Kita-Lösung im Tannenhof seien die finanziellen Mittel von Seiten der Kommune vorhanden und die Unterbringung der Einrichtung planerisch sicher. Die CSU-Räte Martin Huber und Dr. Balthasar Spann betonten, die die Standortfrage „Tannenhof“ sei über einige Sitzungen hinweg mittlerweile geklärt.

„Alternativen nicht weiter verfolgen“

Eine Containerlösung auf dem ehemaligen Ettig-Gelände in unmittelbarer Nähe des Minigolfplatzes wäre, wie Peter Menhofer (ÜW) einfügte zeitnah zu realisieren. Allerdings bedürfe es hier einer zum Ort passenden Bauweise. Nachteilig sei jedoch der hohe logistische Aufwand. Zudem sei die Einrichtung auf dem kleinflächigen Gelände nicht erweiterbar und die Gemeinde müsste den Bau selbst in die Hand nehmen. Vor allem aber sei mit „nicht hinnehmbaren Kosten“ – geschätzt werden 4260 Euro im Monat – zu rechnen. Angesichts der bisherigen Planungen auf dem Tannenhofgelände plädierte Menhofer, die Alternativen nicht weiter zu verfolgen.

Containerlösung als „Zumutung“

Elisabeth Bernöcker, Leiterin des Kindergartens „Gemeindemäuse“, bat das Gremium, sich in die Lage von Kindern zu versetzen. Aus ihrer Erfahrung sind Container hinsichtlich einer guten Qualität in der kindlichen Frühförderung eine Zumutung. Aus pädagogischer Sicht sei die Installation einer Krippe in der Ortsmitte überdies bestens dazu geeignet, Kinder auch in sehr jungen Jahren an Ort und Gesellschaft zu binden.

Verwaltung bereitet Kaufvertrag vor

Der Gemeinderat beschloss mit 14:4, die notwendige Kita im Tannenhof zu errichten und beauftragte die Verwaltung den Kaufvertrag vorzubereiten. Die Fünf-Jahresplanung, die besagt, dass der Bedarf 2023 im Wesentlichen gedeckt sein werde, nahmen die Gemeinderäte mit 16:2 Stimmen zur Kenntnis.

Kommentare