Das Gremium will ein Zeichen setzen

Bad Feilnbach: Gemeinderat findet „Lockdown light unverhältnismäßig“

Der „Lockdown light“, der ab heute gilt, ist für Julia und Robert Lindner, Pächter der Sportgaststätte „Osterboch Alm“ ein „herber Rückschlag“.
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Der „Lockdown light“, der ab heute gilt, ist für Julia und Robert Lindner, Pächter der Sportgaststätte „Osterboch Alm“ ein „herber Rückschlag“.
  • vonPeter Strim
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Gremium will ein Zeichen setzen und Solidarität mit Gastronomen bekunden: Die Gemeinderatsmitglieder stimmten dem Antrag von Sebastian Gasteiger (CSU) zu, dass der „Lockdown light“ „unangemessen und unverhältnismäßig“ sei. Welche kritischen Stimmen es gab und was ein Pächter-Ehepaar dazu sagt, lesen Sie hier.

Bad Feilnbach – Der „Lockdown light“ hat auch die Gemeinde Bad Feilnbach erreicht. Kurzfristig wurde dieses Thema samt Auswirkungen auf das öffentliche Leben auch in jüngsten Gemeinderatssitzung im Litzldorfer Dorfgemeinschaftshauses behandelt.

Gremium stimmt zu

Maßgebend war ein Sonderantrag von Sebastian Gasteiger (CSU): Der Gemeinderat solle beschließen, dass die Mehrheit des Gremiums den „Lockdowns light“ als „unangemessen und unverhältnismäßig kritisiert und die Bundes- und Staatsregierung zum Kurswechsel im Umgang mit dem Virus auffordert“. Für den Beschluss entschieden sich 13 der 21 Ratsmitglieder.

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Die Gemeinde habe eine große Dichte an Gastronomie- und Beherbergungsbetriebe, die nun erneut vor Herausforderungen gestellt würden. Seit Ende des ersten „Lockdowns“ im Frühjahr hätten Bad Feilnbachs Gaststätten, Cafés, Restaurants und Hotels unter anderem mit persönlichen und finanziellen Anstrengungen, alle Möglichkeiten ausgeschöpft, um Gästen einen unbeschwerten Aufenthalt zu ermöglichen.

„Lockdown light nicht nachvollziehbar“

Deshalb, so der Antragsteller, sei der „Lockdown light“ unverhältnismäßig und aufgrund der „offensichtlichen Unwirksamkeit und absehbar großen finanziellen und wirtschaftlichen Schäden nicht mehr nachvollziehbar“.

Solidarische Verbundenheit

Mit der Zustimmung zum Antrag wollte der Gemeinderat nach eigenen Angaben ein Zeichen der solidarischen Verbundenheit mit der örtlichen Gastronomie setzen. Vor allem für Angestellte wie Köche und Bedienungen würden die kommenden Wochen erneute Kurzarbeit bedeuten.

Allerdings sei die gegenwärtige Entwicklung der Infektionszahlen und damit verbundene Ängste auch kritisch zu bewerten, wie sich Gremiumsmitglieder äußerten und eine komplette Ablehnung eines „Lockdown light“ ablehnten.

Pandemie darf nicht außer Kontrolle geraten

Die Corona-Pandemie dürfe nicht außer Kontrolle geraten, sagte Bürgermeister Anton Wallner (CSU). In erster Linie, so die Einschätzung einiger Gemeinderatsmitglieder, würden die Signale den heimischen Gastronomiebetriebe gelten. Von ihnen wollen einige jetzt bis voraussichtlich Ende November auf Abhol- und Lieferdienste setzen.

Gastronome fühlen sich „ungerecht behandelt“

Unter den Gastronomen der Gemeinde sind auch Julia (47) und Robert (54) Lindner, Pächter der „Osterboch Alm“. Beide hatten die Sportlergaststätte des SV Bad Feilnbach an die Vorschriften und Regeln angepasst. So verlief, ihren Angaben zur Folge, die Sommersaison verhältnismäßig gut. Sorgfältig wurden Abstände eingehalten und Namens-Listen geführt. Angesichts des aktuellen Lockdowns fühlen sie sich „von der Politik ungerecht behandelt“. Das Leben durch die Pandemie zum Schutz der Bürger runterfahren akzeptieren Julia und Robert Lindner. Jedoch verstehen beide „die beschlossenen Einschränkungen bei all den getroffenen Investitionen zum Schutz der Gäste gegen Corona nicht“.

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