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Gemeinderat befürwortet Solarparks

„Energie regional erzeugen und vermarkten“: So will Bad Feilnbach mehr Sonne ernten

Eine Photovoltaik-Freiflächenanlage wollen die Stadtwerke Bad Aibling an der Autobahn A 8 bauen (schwarz umrandete Fläche). Der Bad Feilnbacher Gemeinderat stimmte dem Planungsstart grundsätzlich zu.
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Eine Photovoltaik-Freiflächenanlage wollen die Stadtwerke Bad Aibling an der Autobahn A 8 bauen (schwarz umrandete Fläche). Der Bad Feilnbacher Gemeinderat stimmte dem Planungsstart grundsätzlich zu.
  • Kathrin Gerlach
    VonKathrin Gerlach
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Kommunen sind der Schlüssel für eine erfolgreiche Energiewende. Sie haben die Planungshoheit und entscheiden über konkrete Maßnahmen zur Umgestaltung der Energieversorgung. Doch das ist ein langer Weg. In Bad Feilnbach beginnt jetzt die Bauleitplanung für zwei Solarparks an der Autobahn.

Bad Feilnbach – Wer gen Norden fährt, sieht entlang der Autobahn A 9 riesige Solarparks. Am Fuße des Wendelsteins wird die Autobahn noch von der Natur flankiert. Doch auch das könnte sich bald ändern. Für bislang landwirtschaftlich genutzte Flächen gibt es inzwischen zwei Interessenten – die Greenovative GmbH aus Nürnberg und die Stadtwerke Bad Aibling. Zwar sind die Projekte noch in den Kinderschuhen, doch in ein paar Jahren könnte Bad Feilnbach von regional und nachhaltig erzeugtem Strom profitieren.

Strom für 5000 Haushalte ernten

Auf Flächen, die aufgrund ihrer verkehrlichen Nutzung durch Emissionen wie Lärm und Abgase beeinträchtigt sind, wird die Errichtung von PV-Freiflächenanlagen erleichtert. Entlang der A 9 sind deshalb schon zahlreiche Solarparks entstanden. Nun geht die Suche auch an der A 8 weiter. So interessiert sich die Nürnberger Greenovative GmbH für ein 18 Hektar großes Grundstück in der Gemeinde Bad Feilnbach: In Dettendorf – südlich der Autobahn und östlich der Kreisstraße RO 24 – soll ein Solarpark entstehen. Greenovative-Geschäftsführer Jochen Schürer stellte dem Gemeinderat das Projekt im Februar vor. Mit einer geplanten Modulfläche von rund 15 Hektar könnte hier Strom aus Sonnenenergie für 5000 Haushalte pro Jahr gewonnen werden. Dadurch würden jährlich nicht nur 8800 Tonnen CO2 eingespart. Die Gemeinde könnte sich künftig auch autark mit Strom versorgen. Greenovative würde die Anlage finanzieren, planen, bauen und betreuen.

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Die Gemeinde beabsichtigt, einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan in Auftrag zu gegeben, um die baurechtlichen Weichen für das Projekt zu stellen. Die Größe der Modulfläche – also die tatsächliche Flächeninanspruchnahme – und die verträgliche Einbindung der Anlage in das Ortsbild sind unter anderem noch Themen, die einer offenen Diskussion im Gemeinderat bedürfen.

Jetzt befürwortete der Gemeinderat auch ein zweites Projekt einstimmig: Auf einem 1,57 Hektar großen Grundstück nördlich der A 8, kurz nach der Autobahnauffahrt in Richtung München, soll ebenfalls eine Solarfreiflächenanlage entstehen. Investieren wollen die Stadtwerke Bad Aibling beziehungsweise ihre Tochter, die Gas und Wärme GmbH Bad Aibling. Der Gemeinderat stimmte einer Überplanung des Gebietes grundsätzlich zu. Eine Regelung, ob die Gemeinde Bad Feilnbach ihre Fläche an die Stadtwerke verkauft oder verpachet, wurde noch nicht getroffen. Die privatrechtliche Vertragsgestaltung wird von der Verwaltung jetzt vorbereitet und dem Gemeinderat zur Genehmigung vorgelegt. Mit der grundsätzlichen Zustimmung der Gemeinde kann nun aber zumindest die zeitintensive Bauleitplanung mit Aufstellung eines Bebauungsplanes und Änderung des Flächennutzungsplanes beginnen, um Baurecht zu schaffen.

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Finanzielle Auswirkungen hat das Projekt für Bad Feilnbach aktuell nicht. „Die Kosten und das Risiko tragen die Stadtwerke“, informierte Helge Dethof, Geschäftsleiter der Gemeinde Bad Feilnbach. Perspektivisch aber könnte sich das Projekt positiv auf die Finanzen der Bad Feilnbacher auswirken. Denn im Solarpark sollen künftig eine Million Kilowattstunden Strom geerntet werden. Das entspricht dem Jahresverbrauch von mehr als 330 Haushalten.

„Unser Ziel ist es, Energie regional zu erzeugen und regional zu vermarkten“, erklärt Stadtwerkechef Stefan Barber. In Bad Aibling bietet das Unternehmen schon seit Jahren zu 100 Prozent regional erzeugten Ökostrom an. Um diese Möglichkeit auch in der Region zu schaffen, wird schon seit längerem über eine interkommunale Zusammenarbeit auf dem Energiesektor nachgedacht.

Gemeinde interessiert an Energienetzwerk

„Unsere Gemeinde hat großes Interesse an der Einbindung in ein regionales Energienetzwerk“, betont Dethof. Der Solarpark auf Bad Feilnbacher Grund wäre ein erster von vielen Bausteinen für dieses Projekt. „Die Idee für eine Mangfalltal-Energie GmbH wird intensiv diskutiert“, informiert Stadtwerkechef Stefan Barber. Ziel sei es, die erneuerbare Energie vor Ort zu erzeugen und zu vermarkten, um die Wertschöpfung in der Region zu halten, Arbeitsplätze zu schaffen und Werte zu generieren.

Um die Klimaziele zu erreichen, braucht es mehr erneuerbare Energie. Mit der politischen Weichenstellung für den Bau von zwei Solarparks an der A 8 bereitet die Gemeinde Bad Feilnbach dafür den Weg.

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